Lohnen sich Telematik-Tarife?

KFZ-Versicherung wechseln und sparen

Verbraucher | Volle Kanne - Lohnen sich Telematik-Tarife?

Die einfachste Möglichkeit, die Ausgaben fürs Auto zu senken, ist, die Versicherung zu wechseln. Im Trend liegt der sogenannte "Telematik-Tarif". Versicherungs-Experte Philipp Opfermann erklärt.

Beitragslänge:
6 min
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Video verfügbar bis 26.10.2017, 14:00

Am 30. November ist wieder Stichtag, um die KFZ-Versicherung zu wechseln. Im Trend bei den Versicherern: Telematik-Tarife, die risikoarmes Fahrverhalten mit Rabatten belohnen. Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW erklärt, ob sich solche Tarife lohnen.

Rabatte von 20, 30 oder sogar mehr Prozent – damit werben die Versicherer für ihre Telematik-Tarife. Bei diesen Tarifen wird das individuelle Fahrverhalten gemessen, aufgezeichnet und bewertet. „Es wird nicht mehr nur geschaut, wer welches Auto fährt, sondern auch wann und wo und wie er fährt. Das geschieht durch verschiedene Systeme im Auto oder auch einfach durch das Smartphone mit entsprechender App. Die Prämie wird dann der Fahrweise angepasst“, erklärt Philipp Opfermann von der Verbraucherzentrale NRW. Risikoarme Fahrer sollen also mit Rabatten belohnt werden.

Was wird ausgewertet?

Für den Versicherungsrabatt werden verschiedene Faktoren ausgewertet. „Üblicherweise wird aus den Faktoren Bremsverhalten, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Tageszeit und Straßentyp ein sogenannter Score gebildet, aus dem der mögliche Rabatt berechnet wird“, weiß der Verbraucherschützer.

Hartes Bremsen gilt als negativ, denn das zeigt, dass der Fahrer nicht sehr vorausschauend fährt. Die überhöhte Geschwindigkeit ist ebenso ein Risikofaktor wie die überschnelle Beschleunigung. Einfluss hat auch, ob man tagsüber oder bei schlechten Sichtverhältnissen fährt. Auch wo gefahren wird, ist relevant: Innerorts passieren die meisten Unfälle, wer also öfter Autobahnen und Bundesstraßen fährt, kann auch punkten.

Manche zahlen drauf

Schneidet man bei den relevanten Faktoren schlecht ab, muss man bei einigen Versicherungen sogar draufzahlen. Opfermann weist auf einen weiteren Aspekt hin: „Bei einigen Versicherern ist die notwendige Technik kostenpflichtig. Der Fahrer muss also zunächst seine Investition in das Messgerät im Auto wieder "rausfahren", erst danach spart er wirklich.“ Wer also weiß, dass er nicht so optimal im Sinne des Versicherers fährt, für den dürften sich die Tarife kaum lohnen.
Weitere Nachteile der Telematik-Tarife: „Man bindet sich ein Stück weit an den Versicherer. Zum einen, weil man gegebenenfalls seine Technik eingebaut – also investiert – hat. Zum anderen kann der Rabatt, den man sich durch den Telematik-Tarif erarbeitet hat, bei einem Anbieterwechsel nicht mitgenommen werden.“ In vielen Fällen bringe ein Wechsel des Versicherers aber eine größere Ersparnis als ein Telematik-Tarif.

Darauf sollten Sie achten

Oft hat man bei einem Anbieterwechsel das größte Sparpotential. Ein Vergleich ist also ratsam. Dabei sollten Versicherte aber nicht nur auf einen günstigeren Beitrag achten, sondern auf möglichst gute Versicherungsbedingungen. Opfermann: „Das geht bei den Versicherungssummen los und hört bei Rabattrettern und der Höherstufung im Schadenfall noch nicht auf. Wichtig ist auch die grobe Fahrlässigkeit, die unbedingt mitversichert sein sollte.“

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