Badeunfälle vermeiden

Richtiges Verhalten im Wasser

Verbraucher | Volle Kanne - Badeunfälle vermeiden

Gerade im Sommer freut man sich über eine Abkühlung im Freibad, jedoch mussten aus Kostengründen bereits einige Bäder schließen. Achim Wiese von der DLRG erklärt, wie wichtig sie für die Schwimmpraxis sind und gibt Tipps zum richtigen Verhalten im Wasser.

Beitragslänge:
2 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.07.2019, 09:05

Als Kind lernt man schwimmen – so war das früher zumindest. Doch wo es keine Schwimmbäder mehr gibt, dort gibt es auch keine Möglichkeit zum Schwimmunterricht. In vielen Grundschulen fehlt der Zugang zu Schwimmbädern. Sportlehrer, die in den Grundschulen Schwimmen unterrichten, brauchen etwa drei Schuljahre lehrplanmäßigen Schwimmunterricht, um aus Nichtschwimmern einigermaßen sichere Schwimmer zu machen. Regelmäßiger Schwimmunterricht, wie er in den Lehrplänen vorgesehen ist, benötigt aber eine Infrastruktur. Dazu kommt, dass Thermen und Spaßbäder, die von privaten Betreibern unterhalten werden und auf Gewinn ausgerichtet sind, nicht immer über ein Sportbecken verfügen. „Dort können Kinder nicht richtig schwimmen lernen“, mahnt Achim Wiese.

Gründe für Badeunfälle

Immer wieder kommt es zu Badeunfällen, nicht selten mit tödlichem Ausgang. Allerdings könnten viele Unfälle verhindert werden, wenn Badegäste besser auf ihr Verhalten achten würden. Der Hauptgrund liege in der fehlenden Schwimmpraxis, so der Experte der DLRG, aber auch Leichtsinn, Übermut und Unkenntnis über die Gefahren, die gerade in unbekannten Gewässern lauern, könnten Ursachen für einen Badeunfall sein. Viele Unfälle ereignen sich auch durch Fehlverhalten von Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Nach Partys an Ufern von Gewässern und dem Genuss von Alkohol suchen sie Spaß im Wasser – mit verheerenden Folgen. Betrunkene können ihre Grenzen nicht mehr richtig einschätzen, schwimmen zu weit hinaus, ermüden und sind somit nicht mehr in der Lage, an Land zu schwimmen. Ebenfalls kann ein Bad in alkoholisiertem Zustand dazu führen, dass der Kreislauf durcheinander gerät.

Auch leichtsinnige Sprünge in unbekannte Gewässer haben in der Vergangenheit immer häufiger zu schweren Unfällen bis hin zum Tod geführt. Zu weites Hinausschwimmen führte ebenfalls zu tödlichen Badeunfällen. Auch wer in Flüssen schwimmt, gefährdet sich. Denn Strömungen in fließenden Gewässern und Wehren können so stark sein, dass der Schwimmende nicht mehr mit eigener Kraft aus der Strömung heraus kommt. Auf Luftmatratzen und Schlauchboote sollte man sich nicht verlassen, denn Gummitiere und Co. stellen keine ausreichende Schwimmhilfe dar.

Verhalten im Notfall

Wer merkt, dass ihm fernab vom Ufer die Kräfte schwinden, sollte laut DLRG um Hilfe rufen und in einer Ruhelage Kraft schöpfen. Dafür eignen sich zwei Positionen, die jedoch zuvor für den Notfall geübt werden sollten.

Wenn Menschen im Wasser in Not geraten, werden sie oft panisch: Sie schlagen um sich und versuchen, sich an irgendetwas festzuhalten. Für Laien ist es dann schwierig, einen Betroffenen aus dem Wasser zu ziehen und sich aus seinen oft sehr festen Griffen zu befreien. Rettungsschwimmer lernen in ihrer Ausbildung genau das. Außerdem kann das Gewässer Gefahren bergen, die vom Ufer aus nicht zu erkennen sind. Achim Wiese rät: Der in Not geratenen Person im Wasser Schwimmhilfen oder andere Gegenstände zuwerfen, an denen sie sich festhalten kann und Hilfe holen.

Wichtige Baderegeln

Körperbeeinträchtigende Mittel haben beim Baden nichts zu suchen. Das gilt nicht nur für Alkohol, sondern auch für Drogen und Medikamente. Sprünge in unbekannte Gewässer sollten grundsätzlich unterlassen werden.

Vor dem Baden ist die richtige Abkühlung wichtig: Arme und Beine zunächst langsam an die Wassertemperatur gewöhnen, das Wasser nach und nach über den Körper laufen lassen, dann langsam und umsichtig ins Wasser gleiten. Sich beim Schwimmen nicht schon zu Anfang verausgaben, sondern Kraftreserven einplanen. Unsichere Schwimmer sollten nur in Ufernähe baden, selbst geübte Schwimmer sollten möglichst parallel zum Ufer schwimmen.

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