Balkonkästen gestalten

Elmar Mai gibt Tipps zur Gestaltung und Pflege von Blumenkästen

Verbraucher | Volle Kanne - Balkonkästen gestalten

Ob mit Samen oder vorgezogenen Pflanzen, ob preisgünstig oder etwas teurer - es gibt viele Möglichkeiten, Balkonkästen geschmackvoll zu bepflanzen. Elmar Mai stellt die schönsten Pflanzen und deren Ansprüche vor.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.05.2018, 09:05

Geranien, Petunien, Männertreu & Co. - Balkonkästen werden seit Jahrzehnten fast immer mit einem Standardsortiment bepflanzt, das mittlerweile in Millionenstückzahlen produziert wird. Wegen der Massenproduktion kann es entsprechend preiswert hergestellt und vertrieben werden. Wenn man sechs Pflanzen als Standard pro Meter rechnet und 1,50 Euro pro Pflanze ansetzt, kostet ein Balkonkasten rund neun Euro.

Zu den Pflanzenklassikern gehören neben Geranien und Petunien auch Leberbalsam, Mädchenauge, Mittagsblumen, Bidens oder Weihrauch als Hängepflanze zum Füllen der Lücken. Neuerdings sieht man auch zunehmend Zauberglöckchen, die „kleinblütigen Petunien“. Für den Schatten sind meist Fuchsien, Begonien, Fleißiges Lieschen und Efeu im Angebot.

Günstig – aber mit Mängeln

Männertreu
Männertreu kann sich schnell verabschieden. Quelle: imago

Nachteil dieser günstigen Pflanzenklassiker ist, dass aufgrund der Preiskriege viele Standardarten Mängel aufweisen. Geranien etwa wachsen oft sehr ausladend, die Triebe werden lang und wirken üppig, aber die Blütenfülle leidet. Die Blüten von Petunien sind oft nässeempfindlich und sehen nach Regen nicht mehr schön aus. Die Lobelie heißt spöttisch auf deutsch Männertreu, weil sie plötzlich verschwindet. Dadurch entstehen Lücken im Balkonkasten.

Wer bei der Balkonbegrünung Geld sparen möchte und genügend Geduld mitbringt, kann auf Blumensamen zurückgreifen. Der Handel bietet ein breites Sortiment an Samenmischungen von niedrigen und höheren Arten an. Und sogar Kletterpflanzen wie Winden, Wicken oder Kapuzinerkresse sind dabei, wenn man den Balkonkasten auf den Boden stellen und die Pflanzen am Geländer hochranken lassen möchte. Meist sind einfache bunte Mischungen die beste Wahl, weil durch die Vielfalt früh und spät blühende Arten enthalten sind und sich das Pflanzbild im Laufe der Saison ändert. Ihr Vorteil ist, dass sie auch mit wenig Pflege ausreichend gut gedeihen. Aber Achtung: Diese Balkonkasten-Variante ist nur für sonnige Balkone geeignet, weil praktisch alle Sommerblumen aus offenen Landschaften mit nur kurzen Regenzeiten stammen; viele aus den Südstaaten der USA oder aus den Halbwüsten von Südafrika oder Mexiko.

Die teurere Variante

Elfenspiegel
Elfenspiegel begeistert durch seine Farbvielfalt. Quelle: imago

Wer seinen Balkonkasten mit hochwertigen Standardsorten oder ausgefallenen Arten gestalten möchte, muss etwas tiefer in die Tasche greifen. Hier ist mit mindestens 15 Euro pro Balkonkasten zu rechnen. Es gibt mittlerweile gute Pelargonien-Sorten, die sowohl kompakt wachsen, weniger penetrant duften, schönere Blätter und Blüten besitzen und deutlich blühfreudiger sind. Solche Sorten sind sowohl in der Zucht als auch in der Vermehrung aufwendiger und daher teurer, dafür in der Praxis deutlich pflegeleichter und im Resultat üppiger.

Zu empfehlen sind außerdem Elfenspiegel in leuchtenden Farben und unglaublicher Blütenfülle, Bauernorchideen, üppige schneeweiße Angelonias, mehltaufreies Eisenkraut oder lang blühendes Männertreu.

Der richtige Balkonkasten und Pflege-Tipps

Bei der Auswahl der Balkonkästen gilt der Grundsatz: Je größer das Volumen, desto besser das Resultat. Zudem muss das sogenannte Wurzelraumklima stimmen. Dazu gehören gute Strukturen zur Belüftung der Erde und Vorrichtungen, dass die Erde nicht dauerhaft vernässen kann. Daher sind Balkonkästen mit separaten Innenkästen und integriertem Wasserspeicher (sogenannte Gärtnerkästen) sinnvoll. Alternativ sollte man unten für gute Abzugslöcher sorgen.

Torffreie Erde ist aus ökologischen Gründen empfehlenswert, doch nicht alle Pflanzen kommen ohne Torf aus. Er ist dort unverzichtbar, wo Pflanzen saure Bedingungen benötigen. Das ist vor allem bei Petunien und Zauberglöckchen der Fall. Es reicht, bei diesen Pflanzen eine deutlich torfreduzierte Erde zu verwenden. Reine Torferde ist nicht mehr zeitgemäß. Sie hat zudem den Nachteil, dass sie, einmal trocken, nur noch schwer wiedervernässbar ist und deutlich schrumpft.

Frisch gekaufte Pflanzenerde ist zwar vorgedüngt, aber nur für ein bis zwei Wochen. Es empfiehlt sich, schon beim Pflanzen organischen Langzeitdünger unter die Erde zu mischen, weil die Freisetzung einige Zeit dauert. Während der Saison das Nachdüngen nicht vergessen. Mit dem Wässern sollte man nicht übertreiben. Es ist ratsam, die Erde gelegentlich leicht antrocknen zu lassen, damit Luft in das Erdreich eindringen kann.

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