Bankenwechsel leicht gemacht

Zahlungskontengesetz stärkt Verbraucherrechte

Verbraucher | Volle Kanne - Bankenwechsel leicht gemacht

Viele Banken haben die Kontogebühren erhöht, die Postbank schafft sogar das kostenlose Konto ab. Für wen sich ein Bankenwechsel lohnen kann, erklärt Kerstin Backofen von "Finanztest".

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.09.2017, 05:00

Kerstin Backofen von „Finanztest“ erklärt, wie das Zahlungskontengesetz Verbrauchern den Bankenwechsel erleichtert und was diese dabei beachten sollten.

Das sogenannte Zahlungskontengesetz regelt im Wesentlichen drei Dinge: Erstens garantiert es jedem Verbraucher – auch solchen ohne regelmäßiges Einkommen oder festen Wohnsitz – das Recht auf ein Basiskonto, mit dem er grundlegende finanzielle Dienstleistungen wie Überweisungen oder Kartenzahlungen nutzen kann. Zweitens soll es die Kontokosten transparenter und damit auch vergleichbarer machen. Und drittens werden Banken verpflichtet, ihre Kunden beim Bankenwechsel aktiv zu unterstützen.

Zu letzterem Aspekt des Zahlungskontengesetzes sagt Kerstin Backofen von „Finanztest“: „Die alte Bank muss der neuen Bank binnen fünf Tagen alle Kundenbuchungen der vergangenen 13 Monate inklusive Daueraufträgen, Einzugsermächtigungen und Terminüberweisungen melden. Das neue Kreditinstitut hat dann weitere fünf Tage Zeit, Zahlungspartnern wie Arbeitgebern, Versicherungen, Vereinen und Versorgern die neuen Kundendaten zu übermitteln.“ Bisher sei für die Organisation dieses Datentransfers in erster Linie der Verbraucher selbst verantwortlich gewesen – nun müsse er seiner neuen Bank lediglich ein entsprechendes Ermächtigungsformular ausfüllen: „Dann haften beide Banken, wenn der Umzug nicht fehlerlos und fristgerecht abgewickelt wurde.“

Etwas umständlicher gestalte sich der Wechsel im Falle eines Überzugs: „Ein überzogenes Konto wird wie ein Kredit behandelt, der entweder von der neuen Bank abgelöst werden muss oder ohne Kontoschließung bei der alten Bank kontinuierlich getilgt werden muss.“

Aber auch wenn der Bankenwechsel für den Verbraucher durch das Zahlungskontengesetz leichter geworden sei, warnt Kerstin Backofen davor, ihn leichtfertig vorzunehmen. Insbesondere rät sie davon ab, sich von einmaligen Prämien oder vorgeblichen Gratiskonten locken zu lassen: „Denn meist setzen sich die Kontokosten unter dem Strich aus zahlreichen unterschiedlichen Konditionen zusammen.“

Zwar gebe es auch „kostenlose Konten ohne Wenn und Aber“, allerdings seien die häufig an Bedingungen, etwa einen regelmäßigen Geldeingang oder eine bestimmte Guthabenhöhe, geknüpft. Meistens kostenlos oder zumindest kostengünstig seien Onlinekonten, jedenfalls dann, wenn man sie wie vorgesehen – also online – nutze: „Wenn ich zum Beispiel ein ausgefülltes Überweisungsformular bei der Bank einwerfe, ist das wieder kostenpflichtig.“ Prinzipiell sei es sinnvoll, möglichst viel Arbeit von der Bank fernzuhalten, um Geld zu sparen.

Vor allem aber solle man sich als Verbraucher schon vor dem Wechsel überlegen, was genau man von seiner Bank erwarte: „Zahle ich am liebsten mit Giro- oder Kreditkarte oder lieber bar? Sind also günstige Karten oder kostenloses Abheben am Geldautomaten wichtiger? Reise ich viel, sodass hohe Kosten für den Auslandseinsatz der Karten die Kontokosten stark erhöhen würden? Oder überziehe ich gerne mal das Konto, sodass der Disposatz wichtiger ist?“ Eine möglichst umfassende Klärung dieser und ähnlicher Fragen sei finanziell durchaus lohnenswert: „Um die 100 Euro lassen sich mit der Auswahl der richtigen Bank jedes Jahr sparen.“

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