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Beerenobst für Balkon und Garten

Beerenobst enthält viele Vitalstoffe und ist dadurch sehr gesund. Pflanzenexpertin Anja Koenzen verrät, wie einfach sich Himbeere, Johannisbeere und Co. im Garten – und selbst auf dem Balkon – kultivieren lassen.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.07.2020

Himbeere

Himbeeren sind in unterschiedlichen Größen erhältlich und lassen sich daher auch auf dem Balkon anbauen. Wer sich für den Anbau im Garten entscheidet und möglichst lange frische Himbeeren ernten möchte, sollte eine Mischung aus einmaltragenden Sommerhimbeeren (oft Frühhimbeeren genannt) und remontierenden Herbsthimbeeren (Späthimbeeren) wählen.

Pflanzung und Pflege

Der Frühherbst ist die ideale Pflanzzeit für alle Himbeeren. Der optimale Standort ist sonnig bis halbschattig. Himbeeren bevorzugen lockeren, humusreichen Boden. Zu lehmiger Boden, der zu Staunässe neigt, sollte mit Sand verbessert werden. Himbeeren sind empfindlich gegenüber Wurzelkrankheiten, die oftmals durch Staunässe verursacht werden. Diese lässt sich durch das Anlegen eines kleinen Hügelbeetes vermeiden.

Himbeeren freuen sich über regelmäßige Wassergaben, denn: „Je gleichmäßiger die Wasserzufuhr, desto höher der Ertrag“, weiß die Pflanzenexpertin. Um die Bewässerung zu steuern, eignen sich Bewässerungscomputer oder Zeitschaltuhr, aber auch ohne diesen Aufwand wird man viele saftige Beeren ernten. Die Pflanzen benötigen nicht viel Dünger. Es reicht vollkommen aus, wenn man das Himbeerbeet jedes Frühjahr mit reifem Kompost mulcht und ein bis zwei Mal im Jahr mit Beerendünger oder Kompost düngt.

Johannisbeere

Bei den Johannisbeeren gibt es viele unterschiedliche Farben und Zuckergehalte. Generell gelten weiße Johannisbeeren als besonders süß, rote und schwarze dagegen als eher säuerlich-süß. Wer kaum Säure in den Früchten bevorzugt, wählt also am besten eher eine weißfruchtige Sorte.

Pflanzung und Pflege

„Johannisbeersträucher treiben sehr früh im Frühling aus, daher ist der Herbst der ideale Pflanzzeitpunkt, denn so haben die Sträucher genügend Zeit zum Anwachsen“, rät Anja Koenzen. Die Pflanzen bevorzugen einen sonnigen und windgeschützten Standort und einen lockeren, humosen Boden. Weiße und rote Johannisbeeren vertragen auch etwas Schatten. Allerdings wird die Ernte dann nicht so reichhaltig und der Säuregehalt der Beeren steigt an.

Schwarze Johannisbeere
Schwarze Johannisbeere
Quelle: imago/CHROMORANGE

Ab Mai hilft eine Mulchschicht aus Laub- oder Rindenkompost unter den Pflanzen, den Boden feuchter zu halten. Im zeitigen Frühjahr – rechtzeitig vor dem Austrieb – kann gedüngt werden. Weitere Düngergaben können im April und Mai erfolgen. Am einfachsten ist es, fertigen Beerendünger aus dem Gartenmarkt zu verwenden. Brennnesseljauche eignet sich ebenfalls gut, ist zudem leicht herzustellen und kann mehrmals im Jahr zum Düngen verwendet werden. Regelmäßiger Schnitt bringt höhere Ernteerträge. Daher ist es sinnvoll, direkt nach der Beerenlese ab Juni die Pflanze mit einer scharfen Gartenschere zu beschneiden. „Dabei sollte man aber beachten, dass schwarze Johannisbeeren anders als weiße oder rote beschnitten werden müssen“, mahnt die Pflanzenexpertin. Da weiße und rote Johannisbeeren die meisten Früchte an den zwei- bis dreijährigen Hauptästen tragen, beschneidet man bei ihnen nur die Haupttriebe, die älter als drei Jahre sind. Wichtig dabei ist, die Triebe vollständig zu entfernen. Schwarze Johannisbeeren tragen bevorzugt an den einjährigen Seitentrieben. Daher sollten bei ihr auch nur die Seitentriebe entfernen, die älter als ein Jahr sind.

Heidelbeere (Blaubeere)

Heidelbeeren sind in den letzten Jahren immer mehr in Mode gekommen. Dabei handelt es sich in erster Linie um Züchtungen der amerikanischen Heidelbeere, deren Früchte außen blau und innen gelblich sind – im Gegensatz zur heimischen meist „Blaubeere“ genannten Frucht, die auch innen blau ist und die Zähne beim Essen blau färbt.

Pflanzung und Pflege

Heidelbeeren
Heidelbeeren
Quelle: imago/fStop Images

Heidelbeeren bevorzugen einen sauren Boden. Kultiviert  man sie im Topf, sollten sie unbedingt mit kalkarmen Regenwasser gegossen werden. Dazu sollte der Topf am besten ein Volumen von 20 Litern haben. Gepflanzt wird die Heidelbeere in Rhododendron- oder Azaleenerde mit geringem ph-Wert.Düngen sollte man am besten mit Rhododendron- oder einem anderen sauer wirkenden Dünger. Mulchen direkt nach dem Pflanzen führt zu Wachstumsstörungen. Nach drei bis vier Jahren sollte man jedes Jahr den jeweils ältesten Ast des Strauches entfernen.

Erdbeere

Erdbeeren gehören zu den Lieblingsfrüchten der Deutschen: pro Kopf verzehren wir knapp drei Kilogramm pro Jahr. In den Handel kommen meist Früchte, die besonders gut zu lagern und transportieren sind. Für den Eigenanbau im Garten und auf dem Balkon gibt es jedoch viel aromatischere Sorten.

Pflanzung und Pflege

Erdbeere
Erdbeere
Quelle: imago/ZUMA Press

Da der Platz auf dem Balkon begrenzt ist, eignen sich hierfür Erdbeersorten, die über einen längeren Zeitraum Früchte liefern. Wer in diesem Jahr noch Erdbeeren pflanzen möchte, sollte sich beeilen: Am besten sollten die Pflanzen bis Mitte August in der Erde sein. So können sie gut einwurzeln und bereits für das nächste Jahr mit der Blütenbildung beginnen. Beim Pflanzen sollte man darauf achten, die Setzlinge nicht zu tief in die Erde zu bringen. Das Herz der Pflanze sollte sichtbar bleiben. „Nach dem Einpflanzen sollten die Erdbeeren gut gewässert und zwei Wochen später mit einem Beerendünger gedüngt werden“, rät Anja Koenzen. Falls kein Beerendünger verwendet wird, sollte man darauf achten, dass der Kaliumgehalt doppelt so hoch wie der Stickstoffgehalt ist. Auf keinen Fall sollte man chloridhaltige Dünger verwenden.

Stachelbeere

Die Stachelbeere stammt ursprünglich aus Amerika. Aber auch in Deutschland sind die süßen Früchte sehr beliebt, zumal es mittlerweile viele fast stachellose Sorten gibt, die sehr robust und recht anspruchslos sind. Stachelbeerfrüchte gibt es in gelber, roter, grüner und fast weißer Farbe. Rote Stachelbeersorten sind meist etwas weniger süß und aromatisch als grüne, weiße oder gelbe.

Pflanzung und Pflege

Stachelbeere
Stachelbeere
Quelle: imago/Gottfried Czepluch

Stachelbeeren sollte man am besten im Herbst oder Frühjahr pflanzen. Vor der Pflanzung sollte der Boden gut aufgelockert und gegebenenfalls mit Kompost angereichert werden. Die Triebe auf ungefähr fünf Knospen je Trieb einkürzen. Platzsparend ist die Erziehung zum Hochstamm oder als ein- bis dreitriebige Hecken. Stachelbeeren mögen einen humusreichen, lehmigen, ausreichend feuchten und kalkhaltigen Boden. Sie sind frostunempfindlich und bevorzugen einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Stachelbeeren brauchen später einen Platz von 1,80 Meter Breite und ebenfalls circa 1,80 Meter Höhe. Im März oder nach der Ernte sollte man regelmäßig alte Triebe bis zum Boden zurückschneiden. Jährlich etwa vier bis fünf junge Triebe stehen lassen.

Stachelbeeren bilden ihre Früchte vor allem an den einjährigen Seitentrieben älterer Triebe. Acht bis zwölf ein- bis vierjährige Triebe sind am günstigsten. Im Frühling sorgt Kompost für eine reiche Ernte. Stachelbeeren sind zwar selbstfruchtend, die besten Erträge erzielt man jedoch, wenn zur Blütezeit reichlich Bienenflug herrscht und mehrere Stachelbeersorten nebeneinander wachsen.

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