Wenn Ärzte Fehler machen

Wie häufig kommen Behandlungsfehler wirklich vor?

Verbraucher | Volle Kanne - Wenn Ärzte Fehler machen

Über 13.000 Gutachten haben die Medizinischen Dienste der Krankenversicherung 2017 bundesweit erstellt. Jeder vierte Verdacht hat sich bestätigt. Wie repräsentativ sind diese Zahlen?

Beitragslänge:
11 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.06.2019, 09:05

Menschen machen Fehler. Doch manche Fehler können schwer wiegende Folgende haben, vor allem dann, wenn sie Ärzten unterlaufen. Am 5. Juni 2018 veröffentlichte der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) seine neusten Zahlen zur Behandlungsfehler-Begutachtung 2017. Das Ergebnis: In knapp jedem vierten Fall wurde der Fehler bestätigt. Genauer noch: in jedem fünften Fall stellten sie fest, dass die Schädigung des Patienten durch den Fehler verursacht wurde.

Weiterhin lässt sich die Anzahl der Gutachten von 13.519 in die verschiedenen medizinischen Bereiche aufteilen. Die meisten Fälle kommen mit einem Anteil von 31 Prozent aus der Orthopädie und Unfallchirurgie:

Verteilung der Behandlungsfehlervorwürfe auf Fachgebiete
Fachgebiet Anzahl der Fälle Festgestellte Fehler
Orthopädie und Unfallchirurgie 4.250 (31 %) 26,2 %
Innere Medizin und Allgemeinmedizin 1.746 (13 %) 23,8 %
Allgemein- und Viszeralchirurgie 1.203 (9 %) 25,2 %
Zahnmedizin 1.150 (8 %) 35,2 %
Frauenheilkunde und Geburtshilfe 1.041 (8 %) 27 %
Pflege 663 (5 %) 49,8 %
27 weitere Fachgebiete 3.466 (26 %) 26,8 %

In der aktuellen Begutachtungsstatistik der MDK-Gemeinschaft betrafen zwei Drittel der Vorwürfe Behandlungen im Krankenhaus. Ein Drittel der Vorwürfe bezog sich auf Behandlungen durch eine ärztliche Behandlung in einer Praxis.

Wie hoch ist die Dunkelziffer?

Es handelt sich bei der Erhebung der MDK lediglich um die Fälle, die auch bei Krankenkassen gemeldet wurden. Daten von Krankenhäusern, Ärzten, Haftpflichtversicherungen und Gerichten sind hierbei nicht berücksichtigt. Daher ist die Statistik nur als Ansatz zu sehen.

Eine Dunkelziffer von nicht erfassten Behandlungsfehlern ist daher wahrscheinlich. Erst, wenn alle Behandlungsfehler bundesweit systematisch erfasst werden, lassen sich echte Schlüsse ziehen, die zur Fehlervermeidung beitragen können.

Eine scheinbar positive Tendenz: Die Anzahl jährlich begutachteter Fälle ist seit 2016 um rund 1.500 zurückgegangen, waren es bei der letzten Erhebung noch 15.094 Fälle, die bei den Krankenkassen gemeldet wurden. Wie beruhigend diese Nachricht allerdings wirklich ist, bleibt vorerst unklar, solange es keine repräsentativere Statistik gibt.

Verdacht auf Behandlungsfehler?

Hat man selbst den Verdacht, Opfer eines Behandlungsfehlers zu sein, kann man sich an folgende Stellen wenden:

- Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland bietet neutrale Beratung für Patienten an
- Gesetzliche Krankenkassen
- Ärztliche Schlichtungsstellen bei den Landesärztekammern
- Fachanwälte für Medizinrecht
- Verbraucherzentrale

Weitere Gesundheitsthemen

Suchtfaktor Nasenspray

Verbraucher | Volle Kanne - Suchtfaktor Nasenspray

Welche Alternativen helfen gegen eine verstopfte Nase?

Videolänge:
5 min
Schwanger trotz Epilepsie

Verbraucher | Volle Kanne - Schwanger trotz Epilepsie

Gehen mit der Erkrankung Risiken in der Schwangerschaft einher?

Videolänge:
4 min
Familienbegleiterin sitzt neben einem Kind.

Verbraucher | Volle Kanne - Arbeit im Kinderhospiz

Familienbegleiter leisten den Angehörigen Unterstützung.

Videolänge:
5 min

Auch interessant

Ann-Kathrin Otto bastelt eine Lampe.

Verbraucher | Volle Kanne - Vom Gemälde zum Raumdesign

Ann-Kathrin Otto "übersetzt" Kunstwerke für die eigenen vier Wände.

Videolänge:
12 min
Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.