Verknöcherung am Schläfenbein

Was hilft gegen das Eagle Syndrom?

Es gibt Krankheiten, deren Behandlung nur mit großen Operationsrisiken für den Patienten erfolgen kann. Zu diesen Erkrankungen gehört auch das seltene Eagle Syndrom. „Volle Kanne“ verrät, was sich dahinter verbirgt.

Plötzlich einschießende Schmerzen im Hals- und Kopfbereich, Schluckbeschwerden sowie Einschränkungen beim Drehen des Kopfes: All das sind typische Symptome für das sogenannte Eagle Syndrom. Hervorgerufen wird es durch ungewöhnlich lange Knochenfortsätze (Processus styloideus) im Halsbereich. Die Verknöcherung dieser sogenannten Griffelfortsätze geht vom Schläfenbein aus. Sie ist Ausdruck einer verbleibenden Veränderung, die aus der menschlichen Embryonalgeschichte stammt. Erkennbar ist sie im Röntgenbild und in der Computertomografie.

Problematische Diagnose

Die verlängerten Knochenfortsätze rufen nicht immer die beschriebenen Symptome hervor, sondern können auch beschwerdefrei auftreten. Deswegen ist bei vorliegenden Gesichtsschmerzen zunächst zu klären, ob andere Ursachen in Frage kommen. Denn im Mund-, Hals und Kopfbereich verlaufen viele Nerven, Gefäße und andere Strukturen, die unterschiedliche Erkrankungen hervorrufen können.

Eine Überprüfung durch Fachärzte aus dem Hals-Nasen-Ohren-Bereich, der Orthopädie, der Mund-, Kiefer- Gesichtschirurgie sowie der Neurologie ist daher sinnvoll, bevor an ein Eagle-Syndrom gedacht wird. Allerdings: Bis dies erfolgt ist, können für den Patienten oft Monate vergehen, die mitunter schmerzhaft sind oder von den Nebenwirkungen starker Medikamente geprägt werden.

Riskanter Eingriff

Zur Behandlung der Schmerzen greift man in der Regel zunächst auf starke Schmerzmittel zurück. Diese sollen die gereizten Nerven beruhigen und die beschriebenen Symptome lindern. Wenn andere Ursachen ausgeschlossen wurden, kann mit Hilfe eines Schmerzausschalttests das Eagle Syndrom diagnostiziert werden. Dabei wird an einer bestimmten Stelle im Gaumen ein Lokalanästhetikum gespritzt.

Zur Beseitigung des Eagle Syndroms ist eine Operation unter Narkose erforderlich. Diese kann von der Mundhöhle aus oder vom Hals ausgehend durchgeführt werden. Dabei werden die verlängerten Knochenfortsätze komplett entfernt, um die Beschwerden vollständig zu beheben.

Beschwerdefreiheit nur durch Operation

Trotz aller Sorgfalt birgt der Eingriff jedoch viele Risiken, da im Operationsgebiet zahlreiche Nerven und Gefäße verlaufen. So besteht zum Beispiel die Gefahr, dass der Gesichtsnerv verletzt wird. Dies kann zu bleibenden Schäden wie einer Gesichtslähmung führen. Im schlimmsten Fall besteht die Möglichkeit, dass die Halsschlagader verletzt wird, was unter Umständen sogar zum Tod des Patienten führen kann. Eine Operation gilt trotzdem nach wie vor als einzige Behandlungsmöglichkeit, die bei dem extrem belastenden Eagle Syndrom langfristig Beschwerdefreiheit verspricht.

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