Bergwandern

Natur pur, herrliche Aussicht und leichter Sport: Bergwandern boomt. Viele Menschen unterschätzen das Wandern im Gebirge jedoch. Sie bringen sich und andere in Gefahr. Wir klären deshalb auf: Wie verhalte ich mich richtig und was sind typische Fehler?

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5 min
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17.07.2020
Video verfügbar bis 17.07.2021

Bergwandern boomt – und das seit Jahren. Immer mehr Leute strömen aus der Stadt in die Berge, vor allem auch immer mehr junge. Was früher als verstaubt und uncool galt, ist heute ein Mega-Trend. Kein Wunder: Bergwandern ist nicht nur ein spaßiges Freizeiterlebnis – man kann damit auch etwas für seine Gesundheit tun. Und zwar eine ganze Menge. In körperlicher wie auch in seelischer Hinsicht.

Körperliches Training

Wer schon mal einen Berg bestiegen hat, weiß: Bergauf gehen ist anstrengend. Man kommt schnell ins Schwitzen, die Atemfrequenz erhöht sich und man kann so richtig außer Puste geraten - trotz moderatem Tempo beim Wandern. Aber genau diese Anstrengung im Gebirge hat viele positive Effekte. Vor allem stärkt man damit sein Herz-Kreislaufsystem. Der Herzmuskel wird gekräftigt, das Herzminutenvolumen steigt – das heißt, es wird mehr Blut in den Kreislauf gepumpt. Wir werden leistungsfähiger im Alltag und trainieren durch regelmäßiges Bergwandern auch unsere Ausdauer.

Ein weiterer Vorteil: Die Wege sind nicht gerade und eben, wir müssen immer wieder über Unebenheiten wie Wurzeln, Steine oder Absätze steigen. Damit trainiert man gleich eine Vielzahl unterschiedlichster Muskelgruppen. Daneben ebenso auch Bänder und Sehnen, was zusätzlich zur Gelenkstabilität beitragen kann. Das betrifft nicht nur gesunde, fitte Menschen, sondern auch Menschen mit Vorschäden im Gelenkbereich. Und: Durch das Gehen über Unebenheiten treten Zug- und Druckkräfte auf, die zur Festigung des Knochens bei Osteoporose sehr gut beitragen können.

Die psychischen Effekte

Doch beim Bergwandern geht es nur nicht nur um Trainingseffekte für den Körper. Sondern vor allem auch um die seelische Komponente. In schöner Natur kriegt man im wahrsten Sinne des Wortes den Kopf frei. Das Sonnenlicht, der blaue Himmel, die frische Luft, die Gerüche der Natur, die schöne Aussicht, das Grün der Bäume und Wiesen – all das setzt Endorphine frei und lässt einen glücklich und zufrieden fühlen. Es stellt sich ein Erholungsfaktor ein, der sonst nicht leicht zu erreichen ist. Sicher ein Grund, warum immer mehr Städter – und viele der jungen Bevölkerung – in den Bergen den Gegensatz zum sterilen, digitalen Alltag suchen.

Bergwandern fordert aber auch

Wenn auch individuell sehr unterschiedlich, kann sich die dünner werdende Luft bereits ab einer Höhe von 1800 Metern bemerkbar machen.
Das bedeutet:
Je höher wir steigen, desto geringer wird der Luftdruck. Dadurch gelangt weniger Sauerstoff in unseren Körper.
Die Folge: Schnellatmigkeit und eine verringerte Leistungsfähigkeit.
Daher gilt: Langsam aufsteigen, damit sich der Körper akklimatisieren kann. Vor allem oberhalb von 2500 Meter können sonst bereits erste Symptome der Höhenkrankheit - wie Kopfschmerzen - auftreten.
Auch sonst sind je nach ausgewählter Tour eine gewisse Ausdauer und Erfahrung im Gehen im Berggelände erforderlich. Viele Bergwanderungen erfordern Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Immer wieder unterschätzen Touristen die ausgewählten Touren und überschätzen ihre Fähigkeiten. Viele sind einfach den körperlichen Anforderungen der Tour nicht gewachsen. Das zeigt sich auch in den Statistiken der Bergwacht.

Meiste Bergunfälle bei Wanderungen

Tatsächlich passieren die meisten Unfälle bei eher einfachen Bergwanderungen und nicht bei schweren Kletter- oder Gletschertouren auf die hohen Gipfel der Alpen. Etwa 13.000 Personen rufen pro Jahr die Bergretter um Hilfe. Ein Drittel davon allein wegen Überforderung. Meistens passieren die Unfälle nachmittags auf dem Rückweg, wenn man müde wird und die Konzentration nachlässt. Ein kleiner Stolperer ist dann schnell passiert - mit fatalen Folgen. Immer wieder müssen die Bergretter auch erschöpfte Wanderer retten. Die Ausdauer hat dann schlichtweg nicht gereicht.

Eine realistische Selbsteinschätzung ist das A und O jeder Bergtour. Wichtig: Keine zu schwere Tour wählen und immer seine Kräfte so einteilen, dass man auch noch den Abstieg sicher schafft. Dabei können unterstützend immer auch Teleskopstöcke helfen. Die entlasten einerseits die Knie und geben zusätzlichen Halt.

Fazit

Bergwandern hat viele positive Effekte für unsere Gesundheit und ist für nahezu jeden machbar. Wichtig ist, dass man eine Tour auswählt, die den eigenen Fähigkeiten entspricht. Denn Wanderwege gibt es in allen Schwierigkeitsgraden und für alle Ansprüche.

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