Bier - Mehr als nur ein Getränk

Kleine Bierkunde

Wer sich ein kühles Blondes im Biergarten gönnt, denkt wahrscheinlich nicht daran, dass er gerade eines der ältesten Genussmittel konsumiert: Gut 7000 Jahre reichen die Ursprünge des Bieres zurück. Über 200 verschiedene Bierarten sind heute bekannt.

Würzig herb, malzig süß oder prickelnd frisch: Obwohl die Grundzutaten für das Bierbrauen fast immer gleich sind, variieren die Geschmacksrichtungen erheblich. Hauptgrund dafür sind die unterschiedlichen Brauverfahren. Während hierzulande vor allem Bierarten wie Pils, Kölsch, Alt oder Weizenbier um die Gunst des gewöhnlichen Gaumens buhlen, sieht das in anderen Ländern ganz anders aus.

So erfreut sich zum Beispiel in England das so genannte IPA (kurz für Indian Pale Ale oder Imperial Pale Ale) großer Beliebtheit. Es wurde ursprünglich für die englischen Kolonien gebraut. Wegen des höheren Alkoholgehalts und Hopfenanteils schmeckt es besonders gut zu scharfem Essen. Berühmtheit erlangten in Belgien die sogenannten Trappistenbiere, die von Mönchen in speziellen langwierigen Brauverfahren hergestellt werden. Auch Lambic, ein sauer vergorenes Bier, wird in Belgien getrunken. Es entsteht durch Spontangärung ohne Zugabe von Hefe und stellt somit die älteste Art dar, die Würze zur Gärung zu bringen.

Schaumkrone und frischer Geschmack

Feunde
Feunde trinken gemeinsam ein Bier. Quelle: imago

Bier ist rein und hat keine Zusatzstoffe, dafür aber viele Antioxidantien. Biersommeliere bevorzugen in der Regel kleinere, traditionelle Brauereien und plädieren allgemein für ein naturbelassenes Produkt, das nach dem deutschen Reinheitsgebot gebraut wurde. Industriell hergestelltes Bier hat wenig Zeit zum Gären und Reifen und deswegen oft wenig Charakter.

Es gibt einige Merkmale, an denen sich die Qualität des Bieres festmachen lässt, etwa die Schaumkrone: Ist sie fest, ist das ein gutes Zeichen. Allerdings kann der beste Schaum durch Fett oder Schmutz an Gläsern oder Zapfanlage zerstört werden, zum Beispiel durch Lippenstift. Ein schales Aroma deutet auf Oxidation hin, ein schlechter, krautiger Geschmack ist ein Zeichen dafür, dass das Bier beim Händler der Sonne ausgesetzt wurde und dadurch verdorben ist. Allerdings muss ein ungewöhnlicher Geschmack nicht immer etwas Negatives bedeuten: Eine ursprüngliche Verunreinigung ist beispielsweise zum Geschmacks- und Erkennungsmerkmal von böhmischem Pils geworden.

Positive Wirkung auf die Gesundheit

Dass man durch Bier einen Bierbauch bekommt, ist übrigens eine Legende. Bier hat im Vergleich zu Wein und Sekt die wenigsten Kalorien, ein Glas Bier liefert sogar weniger Energie als ein Glas Apfelsaft. Mäßiger Bierkonsum kann einen Beitrag zur Gesundheit leisten: Es hat eine günstige Wirkung auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel, die Verdauung, die Blutgerinnung und den Blutdruck. Außerdem ist es gut für die Haut, was vor allem am hohen Vitamingehalt, der Hefe und dem Malz liegt. Warmes Bier (stark gehopft, zum Beispiel Pils) beruhigt und hilft außerdem beim Einschlafen. Es lindert Erkältungs-Symptome und soll sogar gegen Schnupfen helfen. Dies alles gilt aber nur, wenn man Bier in geringen Mengen zu sich nimmt!

Bier in der Küche

Caramalz
Caramalz

Welches Bier zu welchem Essen passt, ist sicherlich eine Frage des individuellen Geschmacks. Doch Bier muss sich nicht nur auf die Rolle des Essensbegleiters beschränken, es kann auch als Zutat dienen. Hier sind ein paar Tipps des Sommeliers:

• Zu scharfem Essen passt starkes Bier, da es die Schärfe neutralisiert.
• Zu Lamm passt gut ein Rosmarin-Bier.
• Käse und Bier oder Schokolade und Bier passen gut zusammen.
• Für einen herzhaft rauchigen Geschmack können Vegetarier Gerichte statt mit Speck mit Rauchbier würzen (zum Beispiel eine Kartoffelsuppe).
• Zum Kochen generell nur malzige Biere verwenden, das gibt einen leichten Karamell-Geschmack.
• Statt Essig Berliner Weiße für das Salatdressing verwenden

Grillgut und Bier

Man sollte auf keinen Fall die Würstchen oder sonstiges Grillgut mit Bier übergießen. Das wirbelt nur die Asche auf. Wer nicht auf das Bier-Aroma verzichten will, kann stattdessen die Wurst oder beispielsweise das Rindfleisch kurz vor dem Servieren mit Bier bestreichen.

Wichtig: zum Braten oder Grillen immer Bier mit Restzucker verwenden. Der Zucker karamellisiert und gibt dem Fleisch eine schöne Farbe. Ideal ist daher dunkles Doppelbock oder Schwarzbier. Abschließend können Sie das Grillgut noch mit Caramalz aus der Mühle würzen. Das erhält man in Brauereien und schmeckt auch gut zu Spargel oder Möhren.

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