Bildrechte im Internet

Das kann teuer werden

Verbraucher | Volle Kanne - Bildrechte im Internet

Wer Fotos im Internet postet, muss aufpassen: Sogar Bilder, die man eigentlich kostenfrei benutzen darf, können am Ende teuer werden. Michael Terhaag erklärt das Thema "Bildrechte im Netz".

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.09.2017, 14:00

Fast jeder postet hin und wieder Fotos im Internet. So lange es eigene Bilder sind, ist das kein Problem. Wer Fotos aus anderen Quellen verwendet, kann hingegen Post vom Anwalt bekommen, sogar bei Fotos, die jeder – eigentlich – frei benutzen darf. Rechtsanwalt Michael Terhaag erklärt, was erlaubt ist und wo Fallstricke lauern.

Bestenfalls verwendet man für Posts bei Facebook & Co. nur Fotos, die man selbst geschossen hat. Damit ist man rechtlich auf der sicheren Seite. Sind andere Personen auf dem Foto zu sehen, sollte man sich deren Einverständnis für das Foto und dessen Veröffentlichung einholen.

Ganz genau hinschauen muss, wer fremde Fotos aus dem Netz verwendet: Welches Foto darf ich unter welchen Bedingungen nutzen? Michael Terhaag, Fachanwalt für IT-Recht, fügt hinzu: „Eigentlich muss ich mir die Bedingungen von Fotos ausdrucken und archivieren. Denn Urheber können die Bedingungen ändern und dann muss ich schlimmstenfalls nachweisen, dass ich das Foto unter den alten Bedingungen veröffentlicht habe.“ Ob ein Foto mit einem Copyright-Vermerk versehen ist, habe hingegen keine Bedeutung: „Es ist irrelevant, ob es da steht oder nicht. Das bedeutet nur: Der Einsteller ist der Meinung, dass das Werk unter Urheberrecht fällt.“

Videos, Texte und Musik

Grundsätzlich gilt das Urheberrecht auch für Videos oder Texte. Vorsicht ist ebenfalls geboten, wenn man eigene YouTube-Videos mit Musik unterlegen will: „Finger weg!“, warnt Terhaag. „Da reiben sich sonst die GEMA und der Rechteinhaber die Hände.“ Die Alternative: Manche Videobearbeitungsprogramme bieten die Möglichkeit, rechtefreie Musiktitel zu suchen. Auch hier gilt: Man muss beweisen können, woher das Material stammt.

So genannte Creative Commons-Inhalte kann man prinzipiell umsonst benutzen und posten. “Creative Commons” (CC) bedeutet übersetzt so viel wie „kreatives Gemeingut“. Fotos, Videos, Texte oder auch Musik, die unter CC-Lizenzen veröffentlicht werden können von anderen kostenfrei genutzt werden – wenn die Nutzer die Bedingungen einhalten. Und jetzt wird es kompliziert: Es gibt verschiedene CC-Lizenzen, bei einigen müssen Nutzer den Urheber des Werks, den Titel und die Lizenz nennen, dazu auch noch entsprechende Links setzen. Unter einer anderen Lizenz muss man überhaupt gar keine Angaben machen. Einen Überblick über die verschiedenen Lizenzen finden Sie hier: Creative Commons

Abmahnungen sorgfältig prüfen

Sollte doch eine Abmahnung ins Haus flattern, gilt es zunächst zu prüfen, ob die Forderung berechtigt ist. Denn auf diesem Gebiet tummeln sich auch Abmahn-Abzocker, die mit zum Teil überzogenen Summen ihr Glück versuchen. Fachanwalt Terhaag rät grundsätzlich zu Skepsis, wenn eine Abmahnung per Mail eintrifft. Zudem sollte man recherchieren, ob es den Anwalt überhaupt gibt. Keinesfalls jedoch sollte man das Schreiben ungelesen wegwerfen. Je nachdem, um wie welche Summe es geht, sollte man sich Rat bei einem Anwalt einholen.

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