Der Blick ins Herz

Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache in Deutschland. Bei Risikopatienten lohnt es sich, mittels bildgebender Verfahren einen Blick ins Herz zu werfen. Das kann zur Früherkennung hilfreich sein.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 27.09.2020

Um Herz-Kreislauf-Erkrankungen richtig behandeln zu können, werden in vielen Fällen über allgemeine diagnostische Untersuchungen wie Blutentnahme, Messung von Blutdruck und Puls sowie ein EKG hinaus Verfahren der Bildgebung wichtig. Nach den Leitlinien für koronare Herzerkrankungen (also Erkrankungen der Herzkranzgefäße, die das Herz selbst mit Blut versorgen) werden sie für Menschen die aufgrund ihrer Vorgeschichte und ihrer Risikofaktoren ein Krankheitsrisiko von über fünfzehn Prozent haben, relevant.

Solche bildgebende Verfahren gehören zwar in der Regel nicht zum Leistungskatalog der Krankenkassen im Bereich von Vorsorge oder Früherkennung. In der Diagnostik mit Blick auf gezielte Therapien können die Kosten für die Verfahren aber von den Krankenkassen übernommen werden. Wichtig ist, dass die Ärzte und der Einsatz der Geräte bestimmte Qualitätsanforderungen erfüllen muss.

Herz-Ultraschall

Die Echo-Kardiographie ist ein schonendes Verfahren, das oft am Anfang einer bildgebenden kardiologischen Untersuchung steht, um einen ersten Überblick zu gewinnen. Der Patient liegt auf einer Liege, während der Kardiologe sein Herz genau mit einem Schallkopf untersucht. Beim Blick ins Herz mit Ultraschall kann er sehr gut sehen, wie groß die Herzhöhlen sind und die Funktionen des Herzens beurteilen. Es lässt sich für den Experten auch gut erkennen, wie dick der Herzmuskel ist und wie die Klappen des Herzens funktionieren.

Schwierigkeiten gibt es allerdings dabei, in den Herzmuskel zu schauen und seine Struktur zu beurteilen. Um die Ursache und Grundlage möglicher gefährlicher Veränderungen zu beurteilen, müssen also häufig weitere Verfahren angewendet werden.

Computertomographie

Bei diesem Verfahren wird dem Patienten zunächst ein Kontrastmittel gespritzt. Die Untersuchung erfolgt in einer großen Röhre, die sich um ihn herum schnell dreht. Hier lassen sich sehr scharfe und exakte Aufnahmen des Herzens machen, vor allem von den Herzkranzgefäßen.

Der Nachteil ist eine Belastung mit Röntgenstrahlung. Der Vorteil ist aber eine sehr genaue Darstellung der Gefäße, die es dem Kardiologen vor allem (aber nicht ausschließlich) erlaubt, Gefäßverengungen oder Gefäßerkrankungen als Ursache von Herzbeschwerden auszuschließen.

Magnetresonanztomographie

Die Untersuchung im MRT erfolgt in einem starken Magnetfeld. Eine Röntgenstrahlung gibt es nicht. Der Blick ins Herz dauert hier meist knapp vierzig Minuten. Die Patienten erhalten während der Untersuchung einen Kopfhörer mit Musik, auch um die lauten Geräusche abzumildern. Zudem dient das der Entspannung, da einige Menschen in der engen Röhre Angst entwickeln können. Zwischendurch wird den Patienten Adenosin gespritzt, um für das Herz künstlichen Stress zu erzeugen. So kann es der Kardiologe unter Belastung darstellen.

Bei dieser Untersuchung kann der Herzmuskel selbst gut dargestellt werden. Bei einer Perfusionsmessung kann die Durchblutung von Herz und Muskel gemessen werden. Die Untersuchung erlaubt eine  Beurteilung der Veränderung der Herzstruktur, zum Beispiel mit Blick auf mögliche Narben oder Entzündungen. Nach neuesten Studienergebnissen kann die Magnetresonanztherapie in einigen Fällen eine vorangestellte Untersuchung sein, die einen minimal-invasiven Eingriff unnötig macht.

Herzszintigrafie

Mit einer sogenannten Myokardszintigrafie kann die Durchblutung des Herzmuskels in Ruhe und unter Belastung dargestellt werden. Dieses nuklearmedizinische Verfahren ist weltweit die am häufigsten eingesetzte bildgebende Methode zur Überprüfung der Herzfunktionen und in Deutschland eine Kassenleistung.

Am Anfang wird dem Patienten ein sogenannter radioaktiver Tracer in eine Vene gespritzt, der im Herzen die Darstellung des Herzmuskels und der Herzkranzgefäße ermöglicht. Die abgebende Strahlung kann mit einer Kamera auf der Brust aufgefangen werden. Ähnlich wie bei einem Belastungs-EKG fährt der Patient auf einem Fahrrad, sodass mögliche Engstellen oder Minderdurchblutungen des Herzens bei Belastung abgebildet werden können. Das schonende Verfahren ist oft ein Hinweis für eine nötig werdende Untersuchung im Herzkatheter. Bei Schwangeren darf das Verfahren allerdings nicht angewendet werden.

Herzkatheter

Die Herzkatheter-Untersuchung ist ein minimal-invasiver Eingriff unter Röntgenkontrolle. Auch hierbei wird zunächst zur Darstellung der Gefäße ein Kontrastmittel gespritzt. Danach wird dem Patienten ein dünner Schlauch mit einem Katheter über die Leiste eingeführt. Dieser Katheter wird über Blutgefäße bis hin zum Herzen geführt. Hiermit können Erkrankungen des Herzens, der Herzklappen und Herzkranzgefäße erkannt und dargestellt werden.

Der Vorteil ist, dass in sehr vielen Fällen auch gleich behandelt werden kann. Deshalb ist diese Untersuchung auch sehr wichtig für Notfälle. Im Zweifel über die Behandlung kann im Herzkatheter auch noch eine sogenannte Druckmessung der Koronararterien erfolgen. Häufig können im Herzkatheter direkt Engstellen beseitigt werden. Erkennt der Kardiologe eine Notwendigkeit, kann er eine Stent-Implantation vornehmen. In etwa einem unter tausend Fällen kann es zu Komplikationen wie Blutungen, Gefäßverletzungen oder einem Herzinfarkt während der Untersuchung kommen.

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