Blühende Magnolien

Gartentipps von Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Blühende Magnolien

Magnolien haben Saison von März bis August - und beeindrucken mit einer wahren Blütenpracht. "Volle Kanne"-Pflanzenexperte Elmar Mai zeigt, worauf es bei der Pflege ankommt.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.04.2017, 14:00

Magnolien überzeugen im Frühjahr mit einer wahren Blütenpracht. Was Sie bei der Pflege beachten müssen, damit Sie sich jedes Jahr daran erfreuen können, verrät Gartenexperte Elmar Mai.

Magnolien sind die älteste noch lebende Pflanzenfamilie, die während des Übergangs von Nadelgehölzen zu Blütengehölzen entstanden. Sie sind spätestens seit Ende der Kreidezeit fossil belegt, ihre Entwicklung fällt also mit dem Aussterben der Saurier und der Entstehung von modernen Vögeln, Säugetieren und vielen Insekten zusammen. Bienen konnten sich nur entwickeln, weil es Pflanzen mit genügend zugänglichen Pollen gab. So stellt die Entwicklung der Blütenpflanzen eine sehr komplexe Grundlage für die Entwicklung der gesamten modernen Tierwelt dar.

Magnolien sind Gewächse der nördlichen Erdhalbkugel und waren früher auch in Europa verbreitet, wie Fossilien aus der Braunkohle beweisen. Heute liegt ihre Hauptverbreitung in Ost-Asien, aber es gibt auch eine Reihe von Magnolien in Nordamerika. Die Arten der beiden Kontinente unterscheiden sich deutlich.

Vielfältige Arten

Mangnolien-Baum
Mangnolien-Baum Quelle: imago/Manngold

Es gibt etwa 230 Arten, darunter überraschend viele Gartenformen, die oft unbekannt sind. Es sind rund 20 Arten oder Kreuzungen im Standard-Sortiment, darüber hinaus gibt es noch weitere Raritäten. Darunter sind Frühblüher, aber auch Arten, die erst im Hochsommer in Fahrt kommen und dann schon voll im Laub stehen. Auch der Tulpenbaum als Vertreter der Gattung Liriodendron gehört in diese Gruppe, er bildet einen der gewaltigsten Laubbäume der Welt. In so manchem etablierten deutschen Park prägt der oft über 25 Meter hohe Baum das Bild.

Die bekannteste und auch beliebteste Magnolie in Deutschland ist die fast 200 Jahre alte Kreuzung Magnolia x soulangeana. Sie blüht manchmal mit bis zu 20 Zentimeter großen Blüten schon ab Mitte März. Das macht sie spätfrostgefährdet. Noch davor blüht die strauchförmig wachsende Sternmagnolie (M. stellata), die recht robust ist und deren Blüten auch leichte Fröste verkraften. „Dieser frühe Blühzeitpunkt und die verschwenderische Üppigkeit machen Magnolien als Frühlingsboten im Garten und in Parks so beliebt“, erklärt Gartenexperte Elmar Mai.

Pflege der Magnolien

Die Wuchsform ist meist ein baumartiger Großstrauch. „Das macht die Verwendung im Garten etwas problematisch“, weiß Experte Mai, „man muss früh mit einem Erziehungsschnitt beginnen, um einen geraden Stamm zu erzeugen. Sonst läuft man Gefahr, dass sich sehr tief Seitenäste oder mehrere Stämme in Bodennähe bilden.“ Dann werde es schnell unübersichtlich, so Elmar Mai. Speziell Magnolia x soulangeana, aber auch andere Arten und Sorten werden sehr groß. Daher ist die Einzelstellung zu empfehlen. Heutzutage gibt es auch viele Sorten, die eher strauchig wachsen und vergleichsweise klein bleiben. Man sollte Sorten bevorzugen, die schon als Jungpflanze blühen.

Magnolienblüten am Ast
Magnolienblüten bilden eine sehenswerte Blütenpracht.

Wer Platz und Freude an Magnolien hat, kann die Saison von März bis August strecken, denn in diesen Zeitraum fallen die Blühtermine der einzelnen Arten und Sorten. Die Blütengröße variiert erheblich, manche erreichen 25 Zentimeter. Es gibt sehr protzige Blütenschalen, andere sind sehr filigran, manche sind gefüllt, andere sind eher unauffällig, sie wirken dann vor allem in der Masse. Auch in der Blütenfarbe gibt es Abwechslung. Die Grundfarbe ist rein weiß, aber die Außenseite und manchmal sogar die gesamte Blütenfarbe reicht von zartrosa mit allen Schattierungen bis rotweinrot. Als absolute Rarität sind selbst gelbe Blüten im Handel, von blass gelb bis hin zu fast orange.

Standort für Magnolien

Magnolien sind meist recht robust und können in jedem guten Boden gepflanzt werden. Zügige Standorte sollte man aber meiden. Asiatische Magnolien werfen ihr Laub ab, einige amerikanische Arten sind immergrün (etwa M. grandiflora) und bevorzugen Weinbauklima und einen geschützten Platz. Magnolien sollten immer mit genügend Abstand vom Haus gepflanzt werden, sonst können die Wurzeln Probleme bereiten. „Selbst früher als empfindlich eingestufte Arten, etwa Magnolia kobus, gedeihen in erstaunlich hartem Klima, aber lieben dann eine schützende Hauswand auf der Windseite“, weiß Gartenexperte Mai. Diese Art blüht im Sommer.

Krankheiten und Schädlinge

Es sind weder Krankheiten noch Schädlinge bekannt oder in Europa so gut wie nicht verbreitet. Daher sind Magnolien besonders pflegeleicht. Jungpflanzen leiden hin und wieder unter Kaninchenfraß oder Verbiss durch Rehwild.

Die üppige Blütenpracht hat aber auch eine Konsequenz: Die Beseitigung der abfallenden Blüten und Blätter ist sehr aufwendig. „Zuerst fallen vor dem Blütenaustrieb die derben Hüllblätter ab. Die größte ‚Sauerei‘ bereiten die unzähligen schmierigen, dickfleischigen Blütenblätter, die auf Gehwegen Rutschgefahr bedeuten“, erklärt Elmar Mai. Später fallen die nicht bestäubten Zapfen in großer Zahl ab und werden lästig unter den Schuhen. Dann kommt noch der Laubfall der großen und glatten Blätter im Herbst, die leider nur schwer verrotten und bei Nichtentfernung zu einer Art Pappe verkleben.

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