Bluthochdruck bei jungen Männern

Keine klassische Alterskrankheit mehr

Verbraucher | Volle Kanne - Bluthochdruck bei jungen Männern

Eigentlich gilt hoher Blutdruck als Krankheit, die die Altersgruppe ab 40 betrifft. Doch nach einer neuen Studie hat auch die Zahl der erkrankten 18- bis 29-jährigen Männer stark zugenommen. Warum?

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Video verfügbar bis 08.01.2017, 14:00

Durchschnittlich jeder dritte Deutsche leidet unter Bluthochdruck – meist trifft es ältere Menschen. Laut einer aktuellen Studie lassen inzwischen 72 Prozent dieser Betroffenen das Problem behandeln. Und das ist gut so, denn die Spätfolgen sind fatal. Doch die Wissenschaftler haben eine neue Betroffenengruppe ausgemacht, mit der niemand gerechnet hätte: junge Männer zwischen 18 und 29 Jahren.

Immer mehr junge Männer in Deutschland leiden an Bluthochdruck, also über dem für diese Altersgruppe angemessenen Wert von 140/90 mmHg, wie eine aktuelle Studie des Robert-Koch-Instituts zeigte. Viele wissen jedoch nichts von ihrem Risiko und lassen sich deshalb nicht behandeln.

Durchschnittsblutdruck ist gesunken

In der aktuellen Studie verglichen die Wissenschaftler Daten zum Blutdruck von jeweils rund 7100 Erwachsenen aus Deutschland des Jahres 1998 mit den Jahren 2008 bis 2011. Demnach ist – so die gute Nachricht - der Durchschnittsblutdruck in Deutschland gesunken. Ebenfalls ein positives Signal: 82 Prozent der Betroffenen weiß immerhin von seiner Erkrankung und 72 Prozent unternimmt auch etwas dagegen.

Sorgen bereitet den Forschern jedoch die Zunahme von Bluthochdruck unter Männern im Alter von 18 bis 29 Jahren. Die genauen Ursachen hierfür sind noch nicht erforscht. Mediziner sprechen dann von einer primären Hypertonie, wenn organische Erkrankungen als Ursache für den Bluthochdruck nicht gefunden werden können.

Ursachen für Bluthochdruck

Burger und Pommes
Burger und Pommes: Da steigt der Blutdruck! Quelle: imago

Die primäre Hypertonie kann durch familiäre Neigung bedingt sein, aber auch durch Risikofaktoren in der Lebensweise wie Übergewicht infolge von einseitiger Ernährung, also zu viel Fastfood mit hohem Salzgehalt, sowie durch Bewegungsmangel (beispielsweise zu langes Sitzen vor dem Computer), Alkoholkonsum und Rauchen. Ferner ist Stress als Auslöser bekannt.

Die Experten warnen: Oft wird der Bluthochdruck erst erkannt, wenn er bereits die Blutgefäße geschädigt hat (beispielsweise durch eine Arteriosklerose). Betroffen sind vor allem die Gefäße von Herz, Gehirn, Nieren und Augen. Auf Dauer nimmt auch der Herzmuskel Schaden, eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz) ist die Folge. Neben der Gefahr für Herz-Kreislauf-Erkrankungen können auch die Nieren geschädigt sowie Potenz und Libido gemindert werden.

Die Diagnose sichern

Die wichtigste Untersuchung, um einen Bluthochdruck festzustellen, ist die Blutdruck-Messung. Die einmalige Messung sagt aber noch nichts darüber aus, ob der Blutdruck behandlungsbedürftig ist oder nicht. Denn es ist normal, dass der Blutdruck im Laufe des Tages schwankt. Um aussagekräftige Werte zu erhalten, sind mehrmalige Messungen zu mindestens zwei verschiedenen Zeitpunkten erforderlich.

Durch Langzeit-Messungen (über 24 Stunden) können zudem tageszeitliche Schwankungen genau beobachtet werden. Blut- und Urinuntersuchungen sowie ein Elektrokardiogramm (EKG) gehören zur Basisdiagnostik. Unter Umständen ist auch eine Ultraschalluntersuchung der Nieren notwendig, um einen primären vom sekundären Bluthochdruck abzugrenzen.

Mehr Bewusstsein schaffen

Viele Menschen leben jahrelang mit Bluthochdruck, ohne dies zu merken. Sie fühlen sich gut und haben keine Beschwerden. Doch jeder Mensch sollte seine Blutdruck-Werte kennen, diese regelmäßig selbst kontrollieren und vom Arzt checken lassen – auch in jungen Jahren. Gerade die Betroffenen der Altersgruppe unter 30 Jahren können nämlich im günstigsten Fall bereits durch Änderung ihrer Lebensweise den Bluthochdruck wieder auf ein Normalmaß senken.
Dazu gehören eine ausgewogene, salzarme Ernährung mit Obst und Gemüse, regelmäßige Bewegung und auch Stresskontrolle – also bei spannenden Videospielabenden mit Freunden auch mal eine Pause mit Entspannungsübung einlegen. Erst, wenn diese konsequent durchgeführten Maßnahmen nach drei Monaten keine Verbesserung zeigen, ist die Einnahme eines blutdrucksenkenden Medikamentes nötig.

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