Letzte Ruhe im Wald

Bestattungswünsche rechtzeitig besprechen

Verbraucher | Volle Kanne - Letzte Ruhe im Wald

Die meisten Bestattungen finden auf klassischen Friedhöfen statt. Vor 15 Jahren kam aus der Schweiz das Konzept der Bestattungswälder nach Deutschland. Mittlerweile gibt es mehr als 160 davon.

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6 min
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Video verfügbar bis 05.10.2017, 14:00

Immer mehr Menschen wollen nach ihrem Tod nicht mehr in Reih und Glied auf einem Friedhof begraben sein, sondern lieber in der freien Natur. Das Konzept der Bestattungswälder kam 2001 aus der Schweiz nach Deutschland – und findet immer mehr Zuspruch.

Mittlerweile gibt es mehr als 160 Friedwälder in Deutschland: Sie haben keinen Grabstein und keinen Grabschmuck – stattdessen dient ein Baum, an dem die Urne begraben wird, zur Erinnerung an den Verstorbenen. Je nach Anbieter heißen diese Wälder etwa Friedwald, Ruheforst oder Trauerwald. Im Friedwald gelten keine religiösen Zwänge, die Beisetzung kann frei gestaltet werden.

Der Trend – weg vom Grab, hin zur Urne – hält schon länger an; nicht zuletzt, weil viele Hinterbliebene sich die aufwändige Grabpflege nicht mehr leisten können oder wollen – zum Beispiel, weil die Kinder nicht am gleichen Ort wohnen. Das Grab als Statussymbol hat weitestgehend ausgedient.

Kosten variieren

Viele sichern sich ihren Platz schon zu Lebzeiten. Es gibt einzelne Plätze oder die Möglichkeit, einen ganzen Baum für sich und seine Familie oder Freunde zu kaufen. Hiervon und auch von der Beschaffenheit und Lage des Baumes hängt der Preis ab.

„Meist sind die Friedwälder in der Hand privater Anbieter, es gibt aber auch viele Kommunen, die Waldbestattungen auf ihren eigenen Friedhöfen anbieten“, erklärt Alexander Helbach von der Verbraucherinitiative Aeternitas e.V. Die Bestattungskosten im Friedwald seien vergleichbar mit einer normalen Bestattung. Sie könnten aber – wie auch die Entgelte und Friedhofsgebühren – von Ort zu Ort deutlich variieren. „Gespart wird vor allem das Geld für Grabmal und Pflege“, so Helbach. Grundsätzlich sei der Preis wichtiger geworden bei der Bestattung.

Vorher besprechen

Bei der Wahl der letzten Ruhestätte zählt der Wille des Verstorbenen. Im Interesse der Angehörigen und Freunde sollte man rechtzeitig darüber sprechen, wie man bestattet werden möchte. „Für manche Hinterbliebene ist es nicht einfach, wenn sich der Verstorbene eine Waldbestattung wünscht. Oft brauchen die Angehörigen einen Ort zum Trauern, ist für sie ein Grab wichtig“, weiß Alexander Helbach. Man sollte auch besprechen, ob man anonym liegen möchte oder doch mit einer Tafel am Baum.

Helbach gibt auch weitere, ganz praktische Aspekte zu bedenken: „Wenn die Angehörigen selbst nicht mehr so mobil sind, können sie den Wald schlecht besuchen. Oft sind die Wälder außerhalb und auch gar nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen.“

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