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Komplementärmedizin bei Brustkrebs

Dank effektiver Vorsorge und großer Fortschritte in der Medizin können immer mehr Frauen Brustkrebs erfolgreich besiegen. Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie, erläutert ergänzende Behandlungsmöglichkeiten.

Videolänge:
10 min
Datum:
07.10.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 07.10.2023

Jedes Jahr erkranken in Deutschland nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in Berlin rund 70.000 Frauen und 750 Männer neu an Brustkrebs. Damit ist Brustkrebs die häufigste Krebsart bei Frauen. Für die Betroffenen bedeutet die Diagnose meist einen Schock, doch sie bedeutet schon lange nicht mehr eine Radikaloperation oder gar ein Todesurteil. Dank effektiver Vorsorge und großer Fortschritte in der Medizin können heute immer mehr Frauen ihre Erkrankung erfolgreich besiegen. Fünf Jahre nach der Diagnose sind laut Robert Koch-Institut 87 Prozent der Patientinnen am Leben.

Ursachen und Risikofaktoren

Warum ein bösartiger Tumor in der Brust entsteht, ist bisher nicht eindeutig geklärt. Allerdings sind mittlerweile verschiedene Risikofaktoren bekannt, die die Entwicklung von Brustkrebs begünstigen. Neben dem Lebensalter - das Auftreten von Brustkrebs wird mit zunehmendem Alter häufiger - spielen unter anderem genetische Faktoren, Übergewicht, späte oder keine Schwangerschaften, eine frühe erste und eine späte letzte Regelblutung sowie hormonelle Faktoren eine wichtige Rolle.

Wie jeder andere bösartige Tumor besteht ein Tumor der Brustdrüse aus entarteten Zellen, bei denen das Zellwachstum außer Kontrolle geraten ist. Die gute Nachricht: Wird ein Brustkrebs frühzeitig entdeckt und behandelt, ist er heute in den meisten Fällen heilbar.

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Diagnose

Häufig wird bei der Selbstuntersuchung oder bei einer Routineuntersuchung durch den Frauenarzt ein Knoten in der Brust bemerkt. Besteht ein Verdacht auf Brustkrebs, erfolgt zunächst eine Mammographie und eventuell eine Ultraschalluntersuchung.

Kann der Verdacht nicht entkräftet werden, wird eine Gewebeprobe entnommen beziehungsweise der Knoten operativ entfernt und feingeweblich untersucht.

Therapie

Wenn die Diagnose Brustkrebs bestätigt wurde, wird umgehend behandelt. Wie dabei vorgegangen wird, hängt von der Tumorgröße und der Beschaffenheit des Tumorgewebes sowie von der Ausbreitung der Krebszellen im Körper ab.

In der Regel ist ein chirurgischer Eingriff nötig. In etwa 70 Prozent aller Fälle kann dabei mittlerweile brusterhaltend operiert werden. Eine Entfernung des gesamten Brustdrüsenkörpers ist nur dann notwendig, wenn der Tumor in Relation zur Brust sehr groß ist, wenn die Haut oder die Brustwand betroffen sind, oder wenn das Tumorwachstum innerhalb der Brust von verschiedenen Stellen gleichzeitig ausgeht (Multizentrizität).

Nach der Operation folgt meist eine Strahlentherapie, die häufig mit einer medikamentösen Chemotherapie und/oder einer (Anti-)Hormontherapie kombiniert wird, für die dann der sogenannte Hormonrezeptor-Status entscheidend ist. Die Chemotherapie ist neben Operation, Bestrahlung und Hormontherapie ein wichtiger Teil der Behandlung bei Brustkrebs. Ob sie empfohlen wird, hängt von der individuellen Krankheitssituation ab: Sie kann vor oder nach einer Operation verabreicht werden, das Risiko für einen Rückfall senken. Bei Frauen mit einer fortgeschrittenen Erkrankung kann eine Chemotherapie das Tumorwachstum verlangsamen.

Darüberhinaus können im Rahmen einer zielgerichteten Therapie auch Wirkstoffe verabreicht werden, die gegen spezifische Eigenschaften auf der Oberfläche der Krebszellen wirken. Dazu zählt die Antikörpertherapie, bei der gezielt auf die Eigenschaften des Tumorgewebes abgestimmte Antikörper verabreicht werden. Diese besetzen bestimmte Andockstellen. Sie verhindern so das Wachstum der Tumorzelle und aktivieren zudem das körpereigene Immunsystem.

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Komplementärmedizin

Im Durchschnitt nutzt etwa die Hälfte aller Patienten mit einer Krebserkrankung - während oder nach einer konventionellen, schulmedizinischen Tumortherapie - eine oder mehrere komplementärmedizinische Methoden. Häufig kommen zum Beispiel Mikronährstoffe, Nahrungsergänzungsmittel und Pflanzenextrakte zum Einsatz. Unter dem Begriff Komplementärmedizin werden dabei Behandlungsmethoden zusammengefasst, die ergänzend zur konventionellen Schulmedizin angeboten werden, und die für eine Diagnose und Behandlung nach wissenschaftlich anerkannten Methoden stehen. Es handelt sich also dabei um ein breites Spektrum an Behandlungsmethoden, die oft als "sanfte", "natürliche", oder "ganzheitliche" Methoden bezeichnet werden.

Diese Verfahren basieren auf Wissen, Fähigkeiten und Praktiken, die aus bestimmten Theorien, Philosophien und Erfahrungen abgeleitet worden sind. Dazu zählen etwa Verfahren wie die Naturheilkunde, die Pflanzenheilkunde, Homöopathie oder Entspannungstechniken. Bei einer komplementärmedizinischen Anwendung dieser Verfahren, wird der Wert von konventionellen Therapiemethoden nicht infrage gestellt, sondern wird als Ergänzung angesehen. Alternative Medizin sieht sich im Unterschied dazu als eine Alternative zur konventionellen Behandlung.

Die Chancen, die mit Behandlungsmethoden der Komplementärmedizin verbunden sind, bestehen meiner Meinung nach einmal darin, dass wir dazu beitragen können, dass die Lebensqualität der Patienten besser wird. Wir können helfen, dass sie die Therapien besser vertragen. Das ist vor allen Dingen Bewegung und körperliche Aktivität.
Prof. Dr. Jutta Hübner, Professorin für Integrative Onkologie der Stiftung Deutsche Krebshilfe, Universitätsklinikum Jena

"Für mich hat es aber noch einen ganz wesentlichen anderen Kern. Und der besteht darin, dass wir Patienten helfen können wieder selbst aktiv zu werden. Das ist auch die Frage, die immer wieder gestellt wird: Was kann ich selber tun? Und das ist glaube ich auch der Schlüssel. Es geht nicht um ein erneutes Rezept oder eine Infusion, sondern es geht um die einfachen kleinen Sachen, die Patienten selbst in die Hand nehmen können, und alleine durchführen können", so Hübner weiter.

Perspektive

Verbesserte und neue Therapiemöglichkeiten können die Prognose von Brustkrebs-Patientinnen deutlich verbessern. So können sich Ärzte aus einer immer größer werdenden Zahl innovativer Medikamente genau das Mittel heraussuchen, das bei der jeweiligen Patientin am aussichtsreichsten erscheint.

Die beste Prognose ergibt sich nach wie vor durch ein möglichst frühzeitiges Aufspüren der Erkrankung im Rahmen der Krebsvorsorge. Gerade bei Hinweisen auf Brustkrebserkrankungen in der Familie und näheren Verwandtschaft ist besondere Achtsamkeit geboten. Ab einem Alter von 30 Jahren zahlen die gesetzlichen Krankenkassen im Rahmen eines speziellen Programms die regelmäßigen Früherkennungsuntersuchungen der Brust.

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