Cholera - alte Seuche, neue Gefahr?

Spätfolge der Erdbebenkatastrophe in Haiti

Auch zehn Monate nach der Erdbebenkatastrophe von Haiti kommt das Land nicht zur Ruhe. Die neuste Schreckensmeldung: eine besonders gefährliche Art der Cholera breitet sich im Land aus. Schuld daran ist verunreinigtes Trinkwasser.

Cholera ist eine Magen-Darm-Erkrankung. Sie kommt vorwiegend in armen Ländern vor, verläuft in drei Stadien und ist hoch ansteckend. Ausgelöst wird die Krankheit durch das Bakterium Vibrio cholerae. Das Bakterium sondert ein Gift ab, das zu starkem Durchfall mit großem Flüssigkeits- und Elektrolytverlust führt. Dieser Erreger verursacht häufig in den Ländern Epidemien, in denen es keine Trennung von Trinkwasser- und Abwassersystemen gibt. Das Trinkwasser ist dort oft mit dem Choleraerreger verunreinigt, weil das Bakterium über Fäkalien ausgeschieden wird.



Es kann darüber hinaus auch durch mangelnde Hygiene an den Händen der Betroffenen haften und von dort auf Nahrungsmittel oder zu anderen Menschen gelangen. Auch der Verzehr von Speisen wie Fisch und ähnlichen Nahrungsmitteln kann dazu führen sich mit Cholera zu infizieren, da die Tiere den Erreger in sich tragen.

Chronologie der Cholera
Chronologie der Cholera Quelle: ZDF

Hoher Flüssigkeitsverlust

Zwei bis drei Tage nach einer Ansteckung treten die typischen Symptome der Cholera auf: plötzlicher, heftiger Brechdurchfall mit extrem dünnflüssigem, reiswasserartigem Stuhl. Der Brechdurchfall verursacht einem enormen Flüssigkeitsverlust, verbunden mit Benommenheit und Verwirrtheit. Der Wasser- und Elektrolytmangel führt unbehandelt zu Kreislauf- und Nierenversagen und schließlich zum Tod.

Aufgrund der relativ kurzen Inkubationszeit können sich auch Reisende in medizinisch schlecht versorgten Gefahrengebieten mit der Krankheit infizieren. Gewöhnlich verlaufen die meisten Cholera-Infektionen bei Personen mit einem gesunden Immunsystem jedoch dann milde, wenn der gefährliche Flüssigkeitsverlust rechtzeitig gestoppt wird.

Elektrolythaushalt ausgleichen

Am wichtigsten ist es, den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen, denn Choleraerkrankte können pro Tag bis zu 25 Liter Wasser durch die starken Durchfälle verlieren. Sie können den Flüssigkeits- und Elektrolytverlust entweder durch eine fertige Elektrolytlösung ausgleichen oder aber ausreichend viel Salz und Zucker einnehmen, das sie in hygienisch einwandfreiem Wasser lösen.

Verabreicht man den Betroffenen fertige Elektrolytlösungen mittels Infusion, erzielt man einen schnelleren Erfolg. Außerdem wird das angegriffene Magen-Darm-System so geschont. Meist wird die Lösung bei fortgeschrittener Krankheit nur noch intravenös verabreicht, da die Betroffenen nichts bei sich behalten können. Auch eine spezifische antibiotische Therapie kann den Krankheitsverlauf abkürzen.

Impfschutz möglich

Allgemein ist rasches Handeln geboten, vor allem bei älteren Menschen oder Säuglingen sowie generell bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem. Es gibt eine Impfung, die die Weltgesundheitsorganisation (WHO) jedoch nur für Menschen empfiehlt, die sich länger in Epidemiegebieten aufhalten müssen. Darüber hinaus kann die Impfung aber auch für Menschen mit chronisch entzündlichen Magen-Darm-Erkrankungen sinnvoll sein. Diese Gruppe ist anfälliger für Infektionen. Außerdem schützt die Impfung auch bis zu einem gewissen Grad vor dem normalen Reisedurchfall.

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