Crashkurs Pflege

Hilfe und Schulung für pflegende Angehörige

Verbraucher | Volle Kanne - Crashkurs Pflege

Viele Menschen entscheiden sich dafür, einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause zu betreuen. Doch die Pflege ist eine enorme Belastung. Basis- und Aufbaukurse sollen darauf vorbereiten.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 15.04.2017, 14:00

Deutschland ist eine alternde Gesellschaft. In weniger als 40 Jahren sind rund ein Drittel der Deutschen über 65 Jahre alt. Viele Menschen entscheiden sich dafür, einen pflegebedürftigen Angehörigen zu Hause zu betreuen. Dabei ist den meisten im Vorfeld nicht bewusst, was damit auf sie zukommt, denn die Pflege ist eine enorme körperliche und seelische Belastung. Um darauf vorzubereiten, bieten einige soziale Träger, ambulante Pflegedienste oder Vereine Basis- und Aufbaukurse für die häusliche Pflege an.

Die Kosten für die Basis- und Aufbaukurse für die häusliche Pflege tragen die Pflegekassen. Dort können sich Betroffene auch über mögliche Kurse informieren und vermitteln lassen. Es gibt inzwischen aber auch Online-Angebote, die ebenfalls von den Kranken- und Pflegekassen unterstützt werden.

Die Pflegekurse unterteilen sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Im Theorieteil werden die Angehörigen über die Pflegeversicherung, über Leistungsansprüche, gesunde Ernährung, Pflegehilfsmittel, Rehabilitationsmaßnahmen und über die Vorbeugung von Verletzungen aufgeklärt. Im praktischen Teil geht es um Pflegetechniken, zum Beispiel, wie der zu pflegende Angehörige richtig im Bett gelagert oder rückenschonend vom Bett in den Rollstuhl gesetzt wird. Diese Techniken sind wichtig, damit der pflegende Angehörige lernt, sich selbst körperlich zu schonen und vor Verletzungen zu schützen.

Angehörige haben Angst zu versagen

Durch die Schulung sollen die Kursteilnehmer auch selbstsicherer im Umgang mit ihren Angehörigen werden. Viele pflegende Angehörige haben dabei durchaus Versagensängste, die sich auch auf den Pflegebedürftigen übertragen können. In den Kursen wird auch auf die persönliche Situation zu Hause eingegangen und es werden konkrete Tipps und Anregungen gegeben. Neben den Basispflegekursen gibt es auch Aufbaukurse und spezielle Kurse für die Pflege von an Demenz erkrankten Angehörigen.

Pflegekurse im Internet

Wer nicht die Möglichkeit hat, an einem Pflegekurs teilzunehmen, kann sich auch online informieren. Mittlerweile gibt es Webseiten und Apps, die in ihren Angeboten umfangreich über rechtliche und finanzielle Mittel aufklären und über Hilfsmittel, Lagerung, Transfer und gesunde Ernährung informieren. Leider fehlen Beispielvideos zur Veranschaulichung.

Die beiden Apps „Curendo“ und „Kinaesthetics Care“ informieren über die häusliche Pflege und sind mit Unterstützung von Pflegekassen entstanden. „Kinaesthetics Care“ bietet, im Gegensatz zur App „Curendo“, zusätzliche praktische Anleitungsvideos. Allerdings sind in der kostenlosen Version nur drei Videos verfügbar. Weitere Videos sind kostenpflichtig.

Sinnvoll oder nicht?

Pflegeexperten sehen in den Online-Angeboten durchaus eine gewisse Unterstützung für pflegende Angehörige, vor allem wenn es darum geht, sich einen ersten Überblick über alle Aspekte der häuslichen Pflege zu verschaffen. Trotzdem empfehlen sie pflegenden Angehörigen an den Basis- und Aufbaukursen teilzunehmen. Denn dort gibt es einen direkten Ansprechpartner vor Ort, der über den Kurs hinaus mit Rat und Tat hilfreich zur Seite steht.

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