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Cybermobbing - Gefährliche Anfeindungen im Netz

Wie Hass und Hetze in Sozialen Netzwerken die Psyche zerstören

Hass im Netz, auch genannt Cybermobbing, ist eine Gewalterfahrung. Die Folgen können durchaus ernsthafte psychische Erkrankungen sein, wie zum Beispiel Depressionen, Schlaflosigkeit oder Angsterkrankungen.

11 min
11 min
29.03.2021
29.03.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 26.03.2022

Unter Cybermobbing versteht man das absichtliche Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen von Menschen im Internet. Oft geschieht das Mobbing über einen längeren Zeitraum hinweg.

Die Besonderheiten von Cybermobbing

Cybermobbing kann rund um die Uhr erfolgen, erreicht ein großes Publikum und die Täter*innen fühlen sich meist anonym. Gerade auf sozialen Netzwerken ist es möglich, sich anonym zu bewegen. Täter fühlen sich deshalb oft frei, andere Menschen zu denunzieren. Zudem sind die Reaktionen des Opfers auf einen Angriff für den Täter in der Regel oft nicht sichtbar. Auf diese Weise ist dem Täter das Ausmaß der verletzenden Worte und Bilder häufig nicht klar.

Cybermobbing als verlängerter Arm von realem Mobbing

Beim Cybermobbing, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken, überträgt sich oft das reale Leben in die Cyber-Welt, denn meistens sind auch die Gruppen betroffen, die auch im echten Leben vielen Anfeindungen ausgesetzt sind: Personen des öffentlichen Lebens, Menschen, die eine starke und meist auch politische Meinung vertreten oder auch marginalisierte Gruppen wie Frauen, Geflüchtete oder Menschen mit diverser Geschlechteridentität oder anderer sexueller Orientierung.

Cybermobbing gemeinsam entgegenwirken

Digitale Gewalt ist auch eine Form der psychischen Gewalt und kann dazu führen, dass Betroffene sich einsam fühlen, was wiederum Depressionen oder Angststörungen zur Folge haben kann. Werden Menschen aus dieser Gruppe, z.B. in den sozialen Medien, attackiert, empfehlen Experten Solidarität.

Wenn beobachtet wird, dass Personen Cybermobbing ausgesetzt sind, sollte man darauf aufmerksam machen. Es wird empfohlen, öffentlich zu benennen, was dort gerade vor sich geht - sprich, seine eigene Reichweite zu nutzen, um der betroffenen Person zu helfen. Der Person einen netten Kommentar dazulassen und ggf. auch eine aufmunternde Privatnachricht zu schreiben, kann der Person ebenfalls bei der Verarbeitung der Hass-Nachrichten helfen.

Was kann man als Betroffene*r gegen Cybermobbing tun?

Opfern von digitaler Gewalt wird empfohlen, zunächst alle Beweise zu sichern. Es sollten Kopien bzw. Screenshots von unangenehmen Nachrichten, Bildern oder Chats gemacht werden, bevor diese möglicherweise von dem oder der Täter*in wieder gelöscht werden. Beweise dieser Art können im Anschluss helfen, den oder die Täter*innen zur Anklage zu bringen.

Betroffene sollten sich außerdem schnell Menschen aus dem eigenen Umfeld anvertrauen und über die Geschehnisse sprechen. Eine weitere Möglichkeit ist, seine Social Media Konten vorübergehend von einer Person des Vertrauens betreuen zu lassen. Diese Person kann unangenehme Inhalte und Nachrichten löschen, den oder die Täter*in blockieren. So kann der oder die Betroffene Abstand nehmen.

Im nächsten Schritt sollte man sich, falls notwendig, Hilfe suchen um die Geschehnisse dauerhaft zu verarbeiten. Spezialisierte Beratungsstellen können eine Anlaufstelle sein, siehe dazu die Hilfsangebote unten. Manchmal ist aber auch eine dauerhafte Psychotherapie zu empfehlen - je nachdem, wie schwer der Leidensdruck der oder des Geschädigten ist.

Prävention gegen Cybermobbing

Um sich vor Cybermobbing zu schützen ist es wichtig, von vorneherein wenig private Informationen über sich im Internet preiszugeben. Auch sollte man regelmäßig im Netz nachschauen, was fremde Personen über die eigene Person herausfinden können - zum Beispiel, ob Rückschlüsse auf den eigenen Arbeitgeber oder Wohnort gezogen werden können. Es ist zu empfehlen, ab und an den eigenen Namen durch eine Internetsuchmaschine auswerten zu lassen.

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