Frauen sind anders krank als Männer

DAK-Gesundheitsreport beleuchtet Gründe für Fehlzeiten

Verbraucher | Volle Kanne - Frauen sind anders krank als Männer

Die Krankenkasse DAK hat aktuell eine Studie vorgelegt, wie sich die Anfälligkeit von Krankheiten bei Männern und Frauen unterscheidet. Mediziner Dr. Christoph Specht ordnet das Ergebnis ein.

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7 min
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Video verfügbar bis 15.03.2017, 14:00

Frauen fehlen wegen psychischer Erkrankungen häufiger im Job als Männer. Diese wiederum haben aufgrund von Herz-Kreislauf-Problemen höhere Fehlzeiten als Frauen. So lautet eine der Erkenntnisse des DAK-Gesundheitsreports. In der Studie wurden erstmals die geschlechterspezifischen Unterschiede bei krankheitsbedingten Ausfalltagen näher beleuchtet.

Der Studie zufolge lag der Krankenstand im Jahr 2015 höher als je zuvor. Dabei war der Krankenstand bei Frauen 14 Prozent höher als bei Männern. Frauen waren im Durschnitt zwar häufiger, dafür aber kürzer krankgeschrieben als Männer. Für die Studie wertete die Krankenkasse DAK-Gesundheit den Krankenstand von rund 2,7 Millionen erwerbstätigen Versicherten aus und ließ mehr als 5000 Frauen und Männer im Alter zwischen 18 und 65 Jahren durch das Forsa-Institut repräsentativ befragen.

Herz und Psyche

Deutliche Geschlechterunterschiede ließen sich bei der Art der Erkrankung feststellen: Während die Untersuchung zeigte, dass Männer in allen Altersgruppen sehr viel häufiger wegen Herz-Kreislauferkrankungen fehlten als Frauen (sie hatten 65 Prozent mehr Fehltage), wurden diese wiederum häufiger wegen psychischer Erkrankungen krankgeschrieben (67 Prozent mehr Fehltage).

Der Studie zufolge erkrankt fast jeder zehnte Mann zwischen 45 und 64 Jahren an einer koronaren Herzerkrankung. Frauen sind hingegen vor allem von Depressionen weit häufiger betroffen als Männer. Zudem nehmen sie offenbar häufiger Psychopharmaka ein. Jede elfte Frau bekam im vergangenen Jahr eine Verordnung von Antidepressiva, aber nur jeder zwanzigste Mann. Wegen Verletzungen hatten Männer hingegen fast doppelt so viele Fehltage wie Frauen (plus 48 Prozent). Eine höhere Risikobereitschaft sowie andere Tätigkeiten im Beruf könnten die Gründe dafür sein, so eine Vermutung.

Frauen betreuen Kinder, Männer gehen selten zum Arzt

Der DAK-Analyse zufolge arbeiten Frauen oft in Berufen, in denen sie mit offensichtlichen Krankheitssymptomen, wie einer starken Erkältung, nicht zur Arbeit gehen können (53 Prozent der Frauen und 45 Prozent der Männer gaben dies an). Frauen tragen den größeren Anteil bei der Kinderbetreuung. Dementsprechend melden sie sich auch häufiger selbst bei einer Erkrankung des eigenen Kindes krank, als dies bei Männern der Fall ist (27 Prozent der Frauen haben dies schon getan, aber nur 17,5 Prozent der Männer). 67 Prozent der Frauen gaben an, mindestens einmal im Jahr krank zur Arbeit gegangen zu sein, bei den Männern waren es 60 Prozent.

Beim persönlichen Umgang mit einer Erkrankung und Krankschreibung werden die Geschlechterunterschiede besonders deutlich: Berufstätige Männer gingen der DAK-Studie zufolge im Durchschnitt 4,2 Mal im Jahr zum Arzt, berufstätige Frauen siebenmal. Selbst wenn man für Frauen typische Vorsorgeuntersuchungen und schwangerschaftsbedingte Behandlungen nicht berücksichtigt, kommen Frauen auf mehr Arztbesuche im Jahr als Männer.

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