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Darminfarkt: Schnelles Handeln rettet Leben

Darminfarkt

Ein akuter Darminfarkt ist eine lebensgefährliche Durchblutungsstörung des Darms. Ähnlich wie beim Herzinfarkt oder Schlaganfall wird er meistens durch Blutpfropfen oder Gerinnsel ausgelöst.

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26.05.2017
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Innerhalb von nur zwei Stunden können durch die Minderdurchblutung Teile des Dünndarms zerfallen und absterben. Da die Darmwand sehr dünn ist, besteht die Gefahr, dass dann (nach etwa sechs Stunden) Bakterien und Giftstoffe ins Bauchfell gelangen und dieses entzünden. Von dort können sie sich über die Blutbahn relativ schnell im gesamten Körper verteilen und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen, die oft tödlich verläuft. Die Sterblichkeit bei akutem Darminfarkt liegt bei ungefähr 50 Prozent. Auf 100.000 Bürger kommen etwa zwei bis vier Darminfarkte pro Jahr. Betroffen sind vor allem Menschen über 65 Jahre.

Es beginnt mit starken Schmerzen

Das Hauptsymptom beim Darminfarkt sind immer starke und krampfartig einschießende Bauchschmerzen. Dazu kommen seltener auch Übelkeit, Blähungen, Durchfall oder Blut im Stuhl. Entscheidend ist, möglichst schnell nach Auftreten der Beschwerden ärztliche Hilfe aufzusuchen. Da die Symptome oft aber eher unspezifisch und Darminfarkte (im Vergleich zu anderen Infarkten) eher unbekannt und selten sind, vergehen oft wertvolle Stunden bis ein Arzt die Diagnose stellen kann.

Besonders tückisch ist, dass die starken Schmerzen in einigen Fällen nach etwa sechs Stunden vorübergehend nachlassen – eine Phase des „faulen Friedens“ – währenddessen der Gewebsuntergang und der Prozess der inneren Vergiftung fortschreiten. Nach etwa zwölf Stunden sind die Überlebenschancen nur noch sehr gering.


Sicher und schnell diagnostizieren

Aufgrund der Lebensgefahr sollten Ärzte bei einem sogenannten akuten Abdomen (akuten Bauchschmerzen) immer auch an die Möglichkeit eines Darminfarktes denken und schnell die Diagnostik einleiten. Das gilt insbesondere bei älteren Patienten mit Herzkreislauferkrankungen, da diese besonders gefährdet sind.

Zusätzlich zur Anamnese und der Kontrolle der Darmgeräusche helfen vor allem bildgebende Verfahren, um einen Darminfarkt festzustellen. Besonders gut geeignet ist eine Kontrastmittel-Computertomografie (CT), die Gefäßverschlüsse sichtbar macht. Ultraschall, Angiografie (DAS), und Magnetresonanztomografie (MRT) können bei der Diagnose aber ebenfalls wichtig sein.

Risiken und Ursachen

Wie beim Herzinfarkt oder Schlaganfall ist auch beim Darminfarkt meistens ein wichtiges Blutgefäß verschlossen. Das können Gefäße sein, die zum Darm hinführen (Arterien), oder Gefäße, die vom Darm wegführen (Venen). Bei Patienten mit Vorhofflimmern können sich im Herzen Pfropfen bilden, die sich lösen und in den Darmgefäßen hängen bleiben können (Embolie). Risikogruppen sind außerdem Patienten mit Arteriosklerose, bei denen sich die Blutgefäße durch Ablagerungen verkleinern, sowie Patienten, deren Blut zur Gerinnung neigt (Thrombose).

Seltener können auch Darminfarkte entstehen, wenn das Herz nicht ausreichend Blut pumpt oder wenn der Darm aufgrund einer angeborenen Missbildung falsch im Bauchraum liegt (Malrotation). Eine solche Fehllage kann – oft schon im Kleinkindalter – zu einer akuten Verdrehung (Volvulus) des Darmes und zum Abklemmen der Blutgefäße führen.

Den Blutpfropfen auflösen

Bei einem akuten Darminfarkt ist in den meisten Fällen eine schnelle Operation notwendig. Zunächst wird in der Regel versucht, den Blutstrom wiederherzustellen. Blutpfropfen können gegebenenfalls über einen eingeführten Katheter entfernt oder mit Medikamenten aufgelöst werden. Bereits abgestorbene Darmabschnitte können chirurgisch entfernt werden. Je nach Schädigung werden die verbleibenden Darmabschnitte miteinander verbunden oder über einen künstlichen Darmausgang ausgeleitet. Anschließend muss der Patient meist vorübergehend oder dauerhaft künstlich ernährt werden. Patienten leiden hinterher oft am sogenannten Kurzdarmsyndrom mit diversen Begleiterkrankungen.

Je nach Ursache des Darminfarktes kann die Einnahme von Medikamenten sinnvoll sein, um der Entstehung weiterer Gerinnsel (und Infarkte) vorzubeugen. Eine Psychotherapie hilft Betroffenen, ihre Krankheit zu akzeptieren. Darüber hinaus erfahren Betroffene auch in Selbsthilfegruppen Verständnis und Unterstützung. Langfristig machen sich viele Patienten mit Kurzdarmsyndrom Hoffnung auf die Transplantation eines neuen Dünndarms. Solche Eingriffe sind allerdings besonders riskant und weltweit sehr selten. In Deutschland erfolgen jährlich nur etwa fünf solcher Transplantationen.

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