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Darmspiegelung wichtig zur Krebs-Früherkennung

Im frühen Stadium ist Darmkrebs gut heilbar

Wird Darmkrebs früh erkannt, sind die Heilungschancen sehr gut. Eine Darmspiegelung zur Früherkennung lassen dennoch nur wenige machen. Das Risiko zu erkranken steigt mit dem Lebensalter an.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.03.2020


In Deutschland ist Darmkrebs nach Brust- und Prostatakrebs die dritthäufigste Krebserkrankung. Experten schätzen, dass im letzten Jahrzehnt etwa 180.000 Dickdarmkrebserkrankungen verhindert werden konnten. Im gesetzlichen Früherkennungsprogramm wird die Untersuchung ab dem 55. Lebensjahr übernommen, bei Risikofaktoren wie einer genetischen Vorbelastung auch schon früher.

Allerdings haben das in Deutschland in den vergangenen Jahren nur etwa ein Viertel der Anspruchsberechtigten durchführen lassen. Die Gründe sind zumeist Ängste vor einem unangenehmen Verfahren oder vor Krebsdiagnose. Dabei sind mögliche Risiken – wie Nachblutungen oder Verletzungen des Darms durch eine Darmspiegelung – verglichen mit den wichtigen Möglichkeiten der Früherkennung geringfügig und selten. Wird Darmkrebs in einem frühen Stadium erkannt, sind seine Heilungschancen sehr gut. Im weiteren Verlauf einer unerkannten Erkrankung nehmen diese deutlich ab.

Krebs-Vorstufen erkennen

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist eine wichtige Untersuchung zur Früherkennung von Darmkrebs und möglichen Darmkrebsvorstufen, so genannten Polypen. Mit ihr lassen sich solche Polypen oder auch Tumoren mit hoher Sicherheit aufspüren. Dabei können der komplette Dickdarm und der Mastdarm untersucht werden. Der Facharzt (Gastroenterologe) betrachtet das Innere des Darms mit einem speziellen Instrument (Endoskop) und untersucht die Darmschleimhaut auf Auffälligkeiten und Veränderungen. Außerdem können während einer Koloskopie an verdächtigen Stellen Gewebeproben entnommen und Wucherungen in der Darmschleimhaut (Polypen) entfernt werden.

Vorbereitung auf die Darmspiegelung

Eine Darmspiegelung wird von einem Arzt für Magen-Darm-Krankheiten in der Praxis oder ambulant in einem Krankenhaus durchgeführt. Zuvor muss der Darm gut gereinigt werden. Schon eine Woche vor der Untersuchung sollte man auf grob geschrotete Lebensmittel (z.B. Müsli) und Kernobst verzichten. Am Tag vor der Untersuchung und/oder am Morgen der Spiegelung wird dann ein Abführmittel in Form einer mineralhaltigen Spüllösung eingenommen. Zusätzlich muss man viel Wasser trinken. Erst wenn komplett abgeführt wurde und der Darm gut gereinigt ist, kann eine aussagekräftige Untersuchung durchgeführt werden. In der Regel gibt es eine Woche vor der Koloskopie ein Informationsgespräch mit dem Arzt.

Auf Wunsch mit Narkose

Bei der Spiegelung wird das Endoskop über den After Stück für Stück in den Dickdarm bis zum Übergang in den Dünndarm eingeführt. Damit sich die Darmwände gut entfalten, wird über das Gerät Luft oder Kohlendioxidgas in den Darm geblasen. Der wichtigste Teil der Untersuchung ist das langsame Zurückziehen des Endoskops. Hierbei werden Dickdarm und Mastdarm in allen Abschnitten genau betrachtet. Dabei kann der Gastroenterologe den Kamerakopf des Endoskops hin und her bewegen und nahezu jeden Winkel ausleuchten. Das Bild der Kamera wird auf einem Monitor dargestellt.

Bei einem unauffälligen Befund dauert eine Darmspiegelung 15 bis 30 Minuten. Man kann die Untersuchung bewusst mitbekommen oder sich auf Wunsch mit einem Beruhigungsmittel in einen Dämmerschlaf versetzen lassen. In der Regel ist eine Koloskopie zwar etwas unangenehm, aber weitestgehend schmerzarm. Hat man ein Beruhigungsmittel bekommen, sollte man sich nach der Darmspiegelung noch etwas ausruhen und sich an diesem Tag nicht mehr ans Steuer setzen. Die Nachbesprechung der Ergebnisse mit dem Arzt erfolgt meist kurz nach der Koloskopie.

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