WhatsApp: Datenschutz in der Kritik

Datenweitergabe von WhatsApp an Facebook begrenzen

Verbraucher | Volle Kanne - WhatsApp: Datenschutz in der Kritik

WhatsApp steht einmal mehr in der Kritik: Seit Ende August gibt der Messengerdienst Daten seiner Nutzer an Facebook weiter. In einem Punkt können WhatsApp-Nutzer noch bis Sonntag widersprechen.

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5 min
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Video verfügbar bis 22.09.2017, 14:00

Immer wieder steht der Messengerdienst WhatsApp in der Kritik von Datenschützern. Nun hat der Bundesverband der Verbraucherzentralen WhatsApp abgemahnt: Sie kritisieren, dass der Dienst unter anderem die Telefonnummern und Kontakte seiner Nutzer an Facebook weitergibt.

WhatsApp hatte Ende August neue Nutzungsbedingungen veröffentlicht. Unter anderem wird seitdem die Handynummer an Facebook weitergegeben – unabhängig davon, ob der jeweilige Nutzer auch in dem sozialen Netzwerk aktiv ist. Als besonders kritisch stufen die Verbraucherschützer ein, dass alle im Telefonbuch des WhatsApp-Nutzers gespeicherten Nummern an den US-Konzern weitergereicht werden. Somit seien von den neuen Nutzungsbedingungen auch Menschen betroffen, die WhatsApp gar nicht verwenden. Auch persönliche Daten zur Nutzung von WhatsApp, also wo und wie oft der Messengerdienst genutzt wird, sollen an Facebook weitergeleitet werden.

Dienste verzahnen

Ziel sei es, die Profile der Facebook- und WhatsApp-Nutzer miteinander zu verschmelzen, sagt Jörg Schieb, Computerjournalist und Internetfachmann. „Vor allem will Facebook Unternehmen die Möglichkeit bieten, mit ihren Kunden über WhatsApp zu kommunizieren – mit Rückkanal.“

Die Daten zur WhatsApp-Nutzung seien für Facebook vor allem interessant, um den Nutzern personenbezogene Werbung zukommen zu lassen, zum Beispiel zugeschnitten auf das individuelle Bewegungsprofil. Der Nutzung der eigenen Daten für personalisierte Werbung kann man noch bis einschließlich 25. September 2016 widersprechen, der Weitergabe der Telefonnummer an Facebook aber nicht, führt Jörg Schieb aus. „Die einzige Möglichkeit, dies zu umgehen, ist WhatsApp nicht zu benutzen.“

Alternativen ausprobieren

Auch die Verbraucherschützer kritisieren, dass WhatsApp-Kunden den neuen Regeln nicht widersprechen können, wenn sie den Messenger weiter benutzen wollen. Auch der Passus über die Weiterreichung der Daten für personalisierte Werbung ist ihnen ein Dorn im Auge, denn das Häkchen für die Zustimmung ist bereist voreingestellt. Dies sei rechtswidrig, so der Bundesverband der Verbraucherzentralen. Was bereits mit einem Häkchen versehen sei, werde oft unbewusst abgenickt.

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen hat WhatsApp nun aufgefordert, eine Unterlassungserklärung abzugeben. Geschieht dies nicht, wollen die Verbraucherschützer eine Klage prüfen. Die Nutzer sollten sich die Zustimmung zu den neuen Regeln gut überlegen, raten die Verbraucherschützer, schließlich gebe es auch Alternativangebote zu WhatsApp wie Threema, Signal, Telegram oder Wired. Auch eine parallele Nutzung von WhatsApp und anderen Diensten sei denkbar, so Jörg Schieb. So könne man sich an die unterschiedliche Bedienung der Apps gewöhnen und sich gleichzeitig nach und nach ein Netzwerk außerhalb von WhatsApp aufbauen, um bei Bedarf sensible Daten gut geschützt auszutauschen.

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