Datenwolke statt Festplatte

Marko Bagić über Cloud Computing

Verbraucher | Volle Kanne - Datenwolke statt Festplatte

Daten in der Cloud abzuspeichern hat viele Vorteile. Ein großer Schwachpunkt ist allerdings die Datensicherheit. Computerexperte Marko Bagić erklärt, worauf man bei Cloud-Diensten achten sollte.

Beitragslänge:
6 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.03.2017, 14:00

Cloud Computing ist praktisch – vor allem, weil man mit allen Endgeräten auf seine Daten zugreifen kann. Abstriche muss man beim Datenschutz machen.

Die Vorteile des Cloud Computing (sinngemäß für Datenwolke) sind offensichtlich: Ist man online, kann man von Computer, Tablet und Handy jederzeit und überall auf Texte, Fotos und Musik zugreifen. Bei Bedarf kann man den Zugriff auf seine digitalen Daten auch Dritten ermöglichen. So können beispielsweise Kollegen auf dienstliche Dokumente oder Verwandte auf Familienbilder zugreifen. Aber auch die Nachteile sind klar: Die Nutzer haben nur Zugriff auf die Cloud, wenn sie Zugang zum Internet haben. Außerdem haben sie über die Rechner beziehungsweise Rechenzentren, in denen ihre Daten gespeichert werden, keine Kontrolle; der Datenschutz ist also potenziell geschwächt.

Daten verschlüsseln

Dazu sagt Computerexperte Marko Bagić: „Man sollte wissen, dass sich die größten Datencenter in Amerika und somit außerhalb der Reichweite deutscher Justizbehörden befinden. Wer also besonders sensible Daten in der Cloud speichern will, sollte sich einen deutschen Anbieter suchen und gegebenenfalls die Dateien vor dem Upload in die Cloud verschlüsseln.“ Dazu gebe es verschiedene Zusatzprogramme, die die Daten vor dem Hochladen automatisch verschlüsseln und nach dem Herunterladen automatisch entschlüsseln. Beim Anbieter SpiderOak würden die Daten sogar standardmäßig ver- beziehungsweise entschlüsselt; weshalb diese Cloud von Whistleblower Edward Snowden ausdrücklich empfohlen worden sei.

Bezogen auf mögliche Datenverluste, hält Bagić Cloud Computing gegenüber dem Personal Computer für überlegen: „Es ist viel wahrscheinlicher, dass die Festplatte im heimischen Computer den Geist aufgeben wird, als dass im Datencenter Daten verloren gehen.“

Grundfunktionen kostenlos

Zu den Kosten für die Cloud sagt Bagić: „Google Drive, Apple iCloud und Dropbox – in Deutschland wohl die bekanntesten – bieten kostenlose Mitgliedschaften mit allen wichtigen Grundfunktionen. Wer mehr möchte, muss zahlen.“ Das sei vor allem dann sinnvoll, wenn man die Cloud wirklich umfassend nutzen wolle und deshalb viel Speicherplatz benötige: „Wenn man seine gesamte Foto- oder Musiksammlung online speichern möchte, braucht man schnell 1000 Gigabyte und mehr, die man dann kostenpflichtig bei seinem Anbieter buchen kann.“

Man könne die Cloud aber nicht nur zum Speichern, sondern auch zum Bearbeiten von Dateien verwenden. Mit cloudbasierten Programmen werde es überflüssig, die benötigte Software, etwa für Textverarbeitung oder Präsentation, auf dem eigenen Rechner zu installieren. Bagić: „Es gibt Anbieter in der Cloud, die diese Programme zur Verfügung stellen. Die Bearbeitung der Dokumente findet dann im Browser statt.“

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