Fremd in der eigenen Haut

Dissoziative Störung Depersonalisation

Die Depersonalisation gehört in den Bereich der dissoziativen Störungen. Einprägsam sind die Symptome der Depersonalisation: Die Betroffenen erleben sich, ihren Körper, ihre Gefühlssituation, ihre Identität als fremd.

4 min
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11.11.2020
11.11.2020
Video verfügbar bis 11.11.2021

Die Depersonalisation ist eine Krankheit, die oft fehldiagnostiziert oder gar nicht erkannt wird. Studien zufolge haben 70 Prozent der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens kurze Episoden, des „neben sich stehens“. Wenn dieser Zustand allerdings anhält, handelt es sich um eine „Depersonalisationsstörung“, die behandelt werden muss.

Ursachen für eine Depersonalisation

Allgemein kann man sagen, dass die Depersonalisation oft in Situationen auftritt, die mit einem Kontrollverlust einhergehen. Das kann sowohl der schwere Autounfall als auch eine Angsterkrankung sein. In Extremsituationen schützt sich das Gehirn, weil es sonst nicht mehr funktionsfähig wäre und lässt den Menschen „aus der Haut fahren“. Personen, die traumatische Erfahrungen gemacht haben, erinnern sich oft nicht mehr oder nur teilweise an diese Erlebnisse. Die Depersonalisation dient dann als Schutzschild und lässt negative Erinnerungen nicht in das Bewusstsein dringen.

Auch Stress ist häufig ein Auslöser der Depersonalisation, deshalb tritt die Krankheit oft bei Menschen zwischen 20 und 30 auf, weil gerade in diesem Lebensabschnitt wichtige Entscheidungen getroffen werden. Im Gegensatz zu Menschen mit einer Psychose wissen die Betroffenen einer Depersonalisation, dass die veränderte Wahrnehmung aufgrund ihrer Erkrankung auftritt. Dieses Wissen erhöht den Leidensdruck und ängstigt die Betroffenen.

Diagnose

Die finale Diagnose führt ein Psychiater oder Psychotherapeut in einem ausführlichen Gespräch herbei. Dabei ist es wichtig herauszufinden, ob es sich tatsächlich um eine Depersonalisation oder um eine andere psychische Störung handelt.

Therapie

Die Erforschung der Depersonalisation ist noch am Anfang und bisher fehlen Studien zur Wirksamkeit von Therapien und Medikamenten. Eine oft angewandte Therapieform ist die der kognitiven Verhaltenstherapie. Hier lernt der Patient negative Gedanken zu hinterfragen und diese positiv einschätzen und bewerten zu können.

Da oft Stress der Auslöser der Krankheit ist, erarbeiten die Betroffenen auch Strategien, um Stress vermeiden zu können. In dem Zusammenhang kann eine Veränderung des Lebensstils zur Genesung beitragen, da wenig Schlaf, falsche Ernährung die Symptome verstärken kann. Sobald die Patienten Vertrauen in die Bewältigungsstrategien gefasst haben, muss das Gehirn nicht mehr geschützt werden und die Betroffenen müssen sich nicht mehr entfernen.



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