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Depressionen durch Medikamente?

Verschiedene Tabletten und Pillen liegen auf einem Tisch

US-Forscher warnen in einer aktuellen Studie vor Medikamenten, die als Nebenwirkungen Depressionen auslösen können. Teilweise kämen nach Einnahme der Medikamente sogar Suizidgedanken auf. Medizinexperte Dr. Christoph Specht klärt auf.

22.06.2018
22.06.2018
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US-amerikanische Wissenschaftler aus Chicago haben über 20.000 Menschen in Abständen von zwei Jahren befragt, welche Medikamente sie genommen haben und welche Symptome danach auftraten. Im Fokus standen dabei 200 Mittel, die Erwachsene in den USA besonders häufig einnehmen, die meisten davon sind auch in Deutschland erhältlich.

Durch ein Abgleich der Symptome bei Menschen, die ein bestimmtes Medikament einnahmen mit denen jener Gruppe, die es nicht einnahmen, kamen die Forscher zu dem Schluss, dass die Wahrscheinlichkeit, Depressionen als Folge der Medikamenten-Einnahme zu entwickeln, bei bestimmten Präparaten erhöht sein müsse.

Keine Diagnosen

Die Studie lässt jedoch offen, ob die Medikamente selbst das depressive Verhalten auslösten. „Die befragten Personen haben nicht ohne Grund Medikamente genommen. Der eigentliche Grund für die medizinische Behandlung kann somit auch zu den Depressionen beigetragen haben“, erklärt Medizinjournalist Dr. Christoph Specht. Zudem handelte es sich lediglich um eine Befragung, bei der individuell empfundene Symptome erörtert wurden, nicht jedoch um medizinische Diagnosen.

Möglicher Grund für die Durchführung der Studie, so die Vermutung von Dr. Christoph Specht, könnte das Sammeln von Forschungsgeldern für die nächste Studie gewesen sein. Außerdem seien die Ergebnisse von den Medien falsch dargestellt worden und sollten deshalb nicht überbewertet werden.

Standard: Medikamenten-Test

Die konkreten Nebenwirkungen müssen auf den jeweiligen Beipackzetteln angegeben werden: „Wenn Medikamente auf den Markt kommen, müssen sie vorher zugelassen werden. Dazu müssen sie an gesunden Menschen getestet werden, auftretende Nebenwirkungen werden registriert und diese dann von den Ärzten und Patienten gemeldet“, so Dr. Christoph Specht.

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