Depression im Jugendalter

Laut Zahlen der Stiftung Deutsche Depressionshilfe sind etwa drei bis zehn Prozent der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren von einer Depression betroffen.

8 min
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30.09.2020
30.09.2020
Video verfügbar bis 30.09.2021
"Für mich ist eine Depression, als würde man unter so einer Haube sitzen und hinter der Haube ist die Außenwelt, aber man kommt da nicht dran. Man sitzt in dieser Haube und da ist es einfach nur dunkel und grau und leer und still. Man fühlt irgendwie nichts und man kann nicht so am Leben teilnehmen. Alle um einen herum sind glücklich und leben ihr Leben, aber man selbst kann halt nicht teilnehmen."
Alina, erkrankte vor einem Jahr an einer Depression

So hat sich die Depression für die 17-jährige Alina angefühlt. Monatelang lebte sie unter dieser "Haube". Sie konnte nicht mehr aufstehen, nicht mehr zur Schule gehen, hatte keine Energie mehr. Symptome einer Depression können sein: Gedrückte Stimmung, Freudlosigkeit, Interessensverlust, Antriebsmangel, erhöhte Ermüdbarkeit. Hinzu kommen meist Zusatzsymptome wie verminderte Konzentration und Aufmerksamkeit, Schlafstörungen, verändertes Essverhalten, Selbstwertprobleme oder auch Suizidgedanken. Halten diese Symptome über einen Zeitraum von zwei Wochen an, sollten Betroffene oder deren Angehörige unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Mögliche Ursachen

Gerade bei Jugendlichen ist eine beginnende Depression nicht leicht zu erkennen, da die Pubertät auch mit Stimmungsschwankungen einhergehen kann. Prof. Michael Huss, Kinder- und Jugendpsychiater, weiß, dass gerade Veränderungen der Schlafgewohnheiten und des Gewichts auf eine Depression deuten könnten. Und: Wenn bei den Jugendlichen Beeinträchtigungen auftreten, also der Schulbesuch nicht mehr möglich oder ein starker Leistungsabfall zu beobachten ist, sollten sich Eltern unbedingt professionelle Hilfe holen. Rückblickend glaubt die 17-jährige Alina, dass bei ihr Probleme in der Schule Auslöser gewesen sein könnten. Sie hatte Probleme mit einer Lehrerin, fühlte sich gemobbt.

Prof. Michael Huss bestätigt diese Vermutung: "Alles, was Menschen entwertet, also was das Soziale beschädigt oder sich nicht entwickeln lässt, kann zu einer Depression führen." Dazu zählt er etwa soziale Isolation, Mobbing, Verlust einer Bindungsperson oder Freundschaft, Tod eines nahestehenden Menschen. Neben diesen psychosozialen können aber auch andere Faktoren die Entstehung einer Depression begünstigen, zum Beispiel ein gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus, Licht- und Bewegungsmangel oder auch Übergewicht. Gerade in der Pubertät können die Hormone eine Rolle spielen, dann wenn der ganze Körper ins Ungleichgewicht gerät.

Therapiemöglichkeiten

Auch wenn der Weg ein langer sein kann, eine Depression ist in vielen Fällen heilbar. Zur Behandlung gehört in jedem Fall eine Psychotherapie und möglicherweise andere therapeutische Angebote, in denen Betroffene lernen, Stressfaktoren zu reduzieren oder Strategien an die Hand bekommen, Probleme zu bewältigen. In den meisten Fällen werden auch Medikamente eingesetzt, Antidepressiva, die auf die Botenstoffe im Gehirn wirken.

Auch Alina ging es besser, als sie anfing, Medikamente zu nehmen. "Weil ich dann wieder offen war mit meinen Emotionen," erzählt sie heute. Laut Zahlen der Deutschen Depressionshilfe kommt es bei etwa 70 Prozent der Betroffenen im Laufe des Lebens zu einem Rückfall, zwischen den depressiven Episoden sind die meisten Betroffenen aber völlig gesund. Und man kann vieles tun, um einen Rückfall zu vermeiden, wie etwa regelmäßige Psychotherapie oder Medikamenteneinnahme. Wichtig ist, dass Betroffene lernen, auf sich und ihre Emotionen zu hören und dass sie wachsam sind. Depression ist eine Erkrankung, die jeden treffen kann, gerade deshalb ist es wichtig, darüber aufzuklären.

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