Diagnose Brustkrebs

Über Ursachen, Vorsorge und Behandlungsmethoden

Verbraucher | Volle Kanne - Diagnose Brustkrebs

Die Moderatorinnen Miriam Pielhau und Jana Thiel litten an Brustkrebs. Was hat sich in der Brustkrebsbekämpfung in den letzten Jahren getan? Warum werden manche Erkrankte geheilt und andere nicht?

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.07.2017, 10:05

Jährlich erkranken in Deutschland etwa 70.000 Frauen an Brustkrebs. Somit ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau. Das Erkrankungsrisiko steigt mit zunehmendem Alter allmählich an. Nur etwa ein Drittel der betroffenen Frauen ist zum Diagnosezeitpunkt jünger als 60 Jahre, doch die Zahl der jüngeren an Brustkrebs erkrankten Frauen nimmt zu. Auch Männer können an Brustkrebs erkranken, wenn auch sehr selten.

Für die Entstehung von Brustkrebs kann es viele unterschiedliche Ursachen geben. Die Veränderung im Erbmaterial von Körperzellen kann letztlich zur Fehlsteuerung des Wachstums führen. Bei einigen Krebserkrankungen, zu denen auch Brustkrebs zählt, spielen hormonelle Einflüsse eine Rolle. Körpereigene oder künstlich zugeführte Hormone können das Erkrankungsrisiko bei diesen Krebsformen erhöhen. Auch erbliche Veranlagung kann die Entstehung von Brustkrebs begünstigen.

Den Tumor erkennen

Frau bedeckt Busen
Brust regelmäßig selbst untersuchen Quelle: imago

Ein Tumor entsteht durch die unkontrollierte Teilung von Zellen eines Organs oder eines Gewebes. Das Wort „Tumor“ bezeichnet eine Geschwulst oder Schwellung. Hierbei wird unterschieden zwischen gutartigen und bösartigen Tumoren. Bösartige Tumoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie der normalen Wachstumskontrolle des Organismus entzogen sind. Die "entarteten" Zellen vermehren sich ungebremst. Sie wachsen in umliegendes Gewebe und zerstören es. Dringen sie in die Blutbahn und Lymphgefäße ein, können sie mit dem Blut- und Lymphstrom in andere Körperregionen transportiert werden und sich weiter vermehren. Dann spricht man von Tochtergeschwülsten, sogenannten Metastasen.

Erste Auffälligkeiten der Brust, wie Verhärtungen, Knoten oder Wölbungen der Haut können bei einer Selbstuntersuchung der Brust durch die Betroffenen entdeckt werden. Mehr als drei Viertel aller tastbaren Knoten oder Brusttumore sind jedoch kein Krebs, sondern gutartige Veränderungen. Die Selbstuntersuchung ersetzt daher nicht die Untersuchung durch einen Arzt oder die Mammografie, eine Röntgenuntersuchung der Brust.

Mammografie in der Diskussion

Das Mammografie-Screening (also eine Untersuchung bestimmter Bevölkerungsgruppen) wird von den Krankenkassen seit 2005 bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren kostenlos angeboten. Die Mammografie soll helfen, Tumoren frühzeitig zu erkennen und somit bessere Behandlungserfolge erzielen zu können. Allerdings ist der Erfolg solcher Screenings (insbesondere für Frauen unter 50 Jahren) bei Experten umstritten. Ausgenommen hiervon sind Frauen mit besonders hohem familiärem Risiko.

Die Schädigung durch die Röntgenstrahlen ist bei jüngeren Frauen höher: je jünger die Frau, umso strahlenempfindlicher ist das Brustgewebe. Gleichzeitig ist umstritten, ob eine Früherkennungsmammografie in dieser Altersgruppe die Brustkrebssterblichkeit erheblich senken kann. Besonders bei jüngeren Frauen ist das Brustgewebe dichter, weshalb häufiger Tumoren bei einer Mammografie übersehen werden. Gerade für jüngere Frauen wird deshalb die Ultraschalluntersuchung lediglich als ergänzende Untersuchungsmethode empfohlen.

Wie wird behandelt?

Welche Art der Behandlung eingesetzt wird, ist individuell verschieden und hängt von der Größe und Ausbreitung des Tumors ab. In der Regel beinhaltet die Behandlung von Brustkrebs eine Operation, die Bestrahlung und die Behandlung mit Medikamenten, beispielsweise Chemotherapie, Hormontherapie und manchmal auch die Therapie mit Antikörpern.

Die Operation ist meist der erste Therapieschritt nach der Diagnose Brustkrebs. Kann die Brust erhalten werden, folgt in der Regel die Strahlentherapie. Diese wird oft durch eine medikamentöse Therapie ergänzt – zum Beispiel kurzzeitig als Chemotherapie oder als Langzeittherapie mit Antihormonen. In der Regel wird mit der Chemotherapie begonnen, um den Tumor zunächst zu verkleinern. Das erhöht die Chancen, brusterhaltend operieren zu können. Gelegentlich wird auch mit der Strahlentherapie begonnen.

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