Die Gartensaison beginnt

Pflanzentipps für April

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Die Gartensaison beginnt und damit gibt es im Freien viel zu tun. Gartenexperte Elmar Mai weiß, was Pflanzen im April brauchen und was Sie bei der Aussaat von Gemüse und Blumen beachten müssen.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.03.2017, 14:00

Der Frühling ist endlich da und die ersten Pflanzen sprießen. Im April ist die richtige Zeit zum Umtopfen, Schneiden und Düngen. Gartenexperte Elmar Mai gibt Tipps, worauf Sie beim Bepflanzen besonders achten sollten.

Es ist Zeit für die Aussaat von vielen Blumen- und Gemüsesamen für den Garten, den Balkon oder die Terrasse. Geeignet für die Aussaat sind Schalen oder Töpfe, optimal sind Minigewächshäuser. Grobe Aussaaterde sollte unbedingt gesiebt und die groben Anteile unten eingebracht werden. Aussaatgefäße sollten für ein gutes Kleinklima mit transparenten Materialien abgedeckt werden. Achtung: Aussaaten nie in die pralle Sonne stellen, die Sämlinge verkochen sonst.

Gartensamen in einer Hand
Es ist Zeit für die Aussaat von vielen Blumen- und Gemüsesamen. Quelle: imago/Westend61

Zwischen Aussaaterde und Blumenerde gibt es deutliche Unterschiede: Aussaaterde muss fein strukturiert, keimfrei und ungedüngt sein. Die Keimlinge sind sehr empfindlich, sie bekommen leicht Pilzkrankheiten und verfaulen. Dieser Prozess wird auch von zu viel Dünger gefördert, weil die Sämlinge zu schnell wachsen und dann kaum Abwehrkräfte besitzen. Normale Blumen- oder Gartenerde ist grob und vorgedüngt, sie wäre für die meisten Sämlinge zu fett.

Saatscheiben oder Körner

Neben losen Samenkörnern, die vom Ungeübten leicht zu dicht gesät werden, gibt es Pillensaatgut, bei dem die feinen Samenkörner ummantelt und dadurch besser zu handhaben sind. Saatscheiben sind eine weitere Möglichkeit. Dabei sind die Samen zwischen zwei Papierlagen eingebettet und können einfach auf die Erde im Topf gelegt werden. Ob die Samen mit Erde abgedeckt werden, hängt davon ab, ob es Lichtkeimer oder Dunkelkeimer sind. Das steht auf den jeweiligen Samentütchen drauf.

Gemüsearten mit tropischer Herkunft wie Tomaten und Paprika oder Kräuter wie Basilikum müssen im Zimmer vorgezogen werden, ebenso Zierblumen wie Balkongeranien. Mit dem Düngen erst beginnen, wenn die vereinzelten Pflänzchen deutliches Wachstum zeigen. Sommerzwiebeln und Begonien sollten jetzt schon im endgültigen Topf im Haus vortreiben.

Kübelpflanzen ins Freiland stellen

Kübelpflanzen sollten schon jetzt an warmen Tagen an die Außentemperaturen und die Sonne gewöhnt werden. Um drohenden Sonnenbrand zu vermeiden, schattig aufstellen und nur langsam in die Sonne rücken. Abends wieder einräumen oder in milden Nächten mit einem Vlies schützen.

Kübelpflanzen sollten beim Ausräumen umgetopft werden, weil zum Vegetationsbeginn die Wurzeln am besten wachsen. Dazu unbedingt eine lockere Kübelpflanzenerde benutzen, die alte Erde, soweit möglich, entfernen und auf den Kompost oder in die Biotonne entsorgen. Für spezielle Kulturen die entsprechende Spezialerde benutzen. Pflanzen aus tropischen Regionen, wie Engelstrompeten oder Bougainvilleas, sollten nur bei Temperaturen von über zehn Grad nach draußen gestellt werden. Viele Fuchsien, Oliven oder Feigen vertragen dagegen in aller Regel sogar leichten Nachtfrost.

Düngung und Schädlingskontrolle

Gartenarbeit: Blume, Pflanztöpfe und Gießkanne
Achten Sie beim Umtopfen auf die richtige Erde und Düngemittel. Quelle: imago/Martin Bäuml Fotodesign

Schon beim Umtopfen kann man Gesteinsmehl und die nötige Menge Langzeitdünger in die Erde einmischen. Fast jede Kübelpflanzenerde ist vorgedüngt, also keinen mineralischen oder anderen sofort wirkenden Dünger verwenden.

Sowohl in der Erde als auch an den Stämmen, Ästen und Blättern können Schädlinge den Winter überstanden haben. Erde auf weiße Larven oder braune Drahtwürmer kontrollieren, holzige Teile und Blattunterseiten genau betrachten. Kommt einem etwas verdächtig vor, am besten den Schädling aus der Erde oder befallene Teile zur richtigen Diagnose und Auswahl der Gegenmittel in ein gutes Gartencenter mitnehmen. Die Bekämpfung sollten Sie am besten systemisch angehen, das heißt über die Wurzel. Pflanzen, die man essen möchte, nach Rat des Fachmanns behandeln, zum Beispiel mit Neem einsprühen, das ist für Menschen ungiftig.

Stauden und Gehölzer schneiden

Wer Rosen schneidet, sollte die Richtung der Knospen beachten. Die letzte stehen gebliebene Knospe sollte immer nach außen weisen, dann wird der Wuchs buschiger. Gekürzt wird mindestens um die Hälfte, manche Strauchrosen auch um zwei Drittel. Rosen sollten zudem Stufig geschnitten und ausgelichtet werden – nur die stärksten Triebe stehen lassen. Kletterrosen werden nur ausgelichtet, nicht gekürzt.

Düngen Sie Frühjahrsblüher: Rhododendren und andere frühe Blühgehölze jetzt mit Langzeitdünger versorgen und rund um die Wurzelscheibe losen Kompost aufstreuen. Stauden und Gehölze vorsichtig ausputzen, vom Winter Geschädigtes und Abgestorbenes entfernen. Krank erscheinende Triebe heraus schneiden und dabei auf Neutriebe achten. Überwinterte Schädlinge (wie Blattlauseier oder Raupen) können mit Ölen und Pilzkrankheiten (bei Rosen oder Stachelbeeren) mit Pflanzenstärkungsmitteln behandelt werden. Zusätzlich können Sie schon jetzt Schnecken bekämpfen.

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