Eiskalt abgezockt!

Die Maschen der Telefonbetrüger

Verbraucher | Volle Kanne - Eiskalt abgezockt!

Betrüger haben eine neue Masche entdeckt: Sie arbeiten mit Händlern im Ausland zusammen, bei denen Touristen im Urlaub eingekauft haben - und fordern Geld für angeblich nicht verzollte Waren.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.08.2017, 14:00

Die Fälle von Telefonbetrug häufen sich. Dabei werden die Maschen der Betrüger immer dreister. Wie Sie einen möglichen Telefonbetrug erkennen und was Sie beachten sollten, damit Sie nicht zum Opfer werden, erklärt Frank Scheulen vom Landeskriminalamt NRW.

Der sogenannte „Enkeltrick“ ist eine der bekanntesten Maschen der Telefonbetrüger und kommt immer noch zum Einsatz. Dabei geben sich die Betrüger am Telefon als Verwandte oder Enkel aus und bitten ihre Opfer um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine äußerst dringliche Notlage vorgetäuscht. Doch, längst haben die Betrüger auch andere Maschen entwickelt, um ahnungslose Opfer am Telefon um hohe Geldbeträge zu bringen.

Anrufe von falschen Beamten

Aktuell häufen sich die Fälle von Betrug am Telefon durch angebliche Beamte der Polizei oder des Zolls. Dabei wird Betroffenen beispielsweise vorgegaukelt, ihr Bankkonto würde von Bankmitarbeitern geplündert und sie sollten zur Sicherheit ihr Geld abheben, das dann von einem Boten in Polizeiuniform abgeholt würde. Bei einer anderen Masche meldet sich nach einem Urlaubsaufenthalt der angebliche Zoll, mit dem Vorwurf, man habe Waren illegal eingeführt, die jetzt nachträglich verzollt werden müssten.

Hinter den Anrufen stecken laut Frank Scheulen vom Landeskriminalamt NRW meist Callcenter aus dem Ausland – für die potenziellen Opfer allerdings nicht erkennbar. „Sie bekommen einen Anruf mit der tatsächlichen Telefonnummer der Polizei im Display“, erklärt Scheulen das Vorgehen der Betrüger. „Dahinter steckt ein technischer Trick. Wer sich etwas auskennt mit moderner Telefonkommunikation, für den ist so ein Fake kein Problem.“ Gepaart mit einem überzeugenden Auftreten und exzellenten Deutschkenntnissen gelingt es den Betrügern so immer wieder, hohe Geldbeträge oder auch Wertgegenstände zu erbeuten.

Potenzielle Betrugsopfer

Im Prinzip ist niemand sicher vor einem Telefonbetrug, jedoch zählen häufig Senioren zu den Betroffen. Die Täter nutzen die Hilfsbereitschaft und Gutgläubigkeit der Menschen aus und machen sich im Fall der aktuellen Betrugsmaschen zusätzlich das Vertrauen der Bürger in staatliche Institutionen zunutze.

Die Zahl der Betrugsversuche hat zugenommen. Dabei erstattet längst nicht jeder, der Opfer von Telefonbetrug geworden ist, auch Anzeige. „Wie hoch die Dunkelziffer ist, lässt sich nicht sagen“, so Scheulen.

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