Wenn die Lippe kribbelt und juckt

Die richtige Behandlung gegen Herpes-Bläschen

Verbraucher | Volle Kanne - Wenn die Lippe kribbelt und juckt

Wer sich einmal mit Herpesviren infiziert, trägt sie ein Leben lang mit sich herum. Vor allem, wenn das Immunsystem schwächelt, kommt es zum Ausbruch. "Volle Kanne" verrät, was bei Herpes hilft.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.02.2017, 10:41

Es juckt, brennt und zieht auf der Haut, später bilden sich Bläschen - wenn der Lippenherpes kommt, leiden die Betroffenen stark unter den Symptomen der Virus-Infektion. Viele greifen zu Hausmitteln wie Teebeuteln und Zahnpasta. Doch wirkliche Hilfe erfolgt nur durch spezielle Salben und Tabletten, die man in der Apotheke erhält. "Volle Kanne" verrät, welche Wirkstoffe den Herpes-Virus effektiv bekämpfen - und warum die Infektion immer wieder kommt.

Rund 80 Prozent der Bevölkerung trägt das Herpes-Virus in sich. Die Infektion erfolgt meist schon im Kleinkindalter, manchmal sogar unbemerkt. Das Virus schlummert dann im Körper und kann immer wieder zu lästigen Symptomen führen. Beim Herpes simplex-Virus Typ 1 kommt es zu Bläschen an oder über den Lippen. Diese jucken, brennen und schmerzen. Die Haut an der betroffenen Stelle spannt und ist gerötet. Man spricht auch vom Herpes labialis, dem Lippenherpes.

Ist man einmal infiziert, bleibt das Virus im Körper. Es zieht sich in die Nervenknoten zurück und wird durch bestimmte Auslöser aktiv. Dazu zählt zum Beispiel ein geschwächtes Immunsystem in Verbindung mit Stress oder starker UV-Strahlung. Auch eine Erkältung wird häufig von einem akuten Herpes begleitet. In den meisten Fällen bleibt er auf den Lippenbereich begrenzt, doch er kann sich auch im Gesicht ausbreiten und sogar die Hornhaut des Auges befallen. Besonders aufpassen müssen Patienten mit Neurodermitis, da sich der Herpes bei ihnen im Extremfall am ganzen Körper ausbreiten kann. Vorsicht ist auch bei immungeschwächten Menschen, Schwangeren, Säuglingen sowie bei älteren und gleichzeitig an mehreren Erkrankungen leidenden Menschen geboten. Hier sollte ärztliche Hilfe in Anspruch genommen beziehungsweise nicht auf Selbstmedikation gesetzt werden.

Hilfe beim akuten Befall

Schon bei den ersten Anzeichen – meist ein Spannen der betroffenen Hautstelle – sollte man mit der Behandlung beginnen, um Schlimmeres zu verhindern. Behandelt wird mit antiviralen Medikamenten, die eine Vermehrung der Herpes-Viren stoppen. Dabei kommen die Wirkstoffe Aciclovir und Penciclovir, enthalten in Salben, zur lokalen Behandlung zum Einsatz. Sie gibt es rezeptfrei in der Apotheke. Bei schweren Fällen oder Risikopatienten ist die hochdosierte Einnahme in Tablettenform möglich, die verschreibungspflichtig ist. In seltenen Fällen kann es dabei zu Nebenwirkungen wie Schwindel oder Unwohlsein kommen.

Wichtig: Bei einem akuten Herpesbefall sollte man auf Küssen verzichten, um andere nicht anzustecken. In den frischen Bläschen ist das Virus aktiv und verbreitet sich. Platzen sie auf, ist die Stelle besonders infektiös. Man soll dann nur aus dem eigenen Glas trinken, ausschließlich eigenes Besteck und Geschirr benutzen und Handtücher und Waschlappen bei mindestens 60 Grad waschen.

Was bringen Hausmittel?

Wenn es um die Bekämpfung von Herpes geht, sind immer wieder Hausmittel im Gespräch. Zwar können diese gegen das Virus selbst nichts ausrichten, einige lindern jedoch die Entzündungssymptome. So kann man die betroffene Stelle zum Beispiel mit Honig betupfen, der eine gewisse antientzündliche Wirkung hat. Kamillenblüten enthalten den Wirkstoff Bisabolol, der ebenfalls entzündungshemmend wirkt. Ein feuchter Kamillenteebeutel auf der befallenen Stelle kann deshalb Linderung verschaffen. Manche Menschen reagieren jedoch allergisch auf Bisabolol.

Teebaumöl sollte nur verdünnt angewendet werden. Es mindert zwar die Ausbreitung der Herpesviren , führt aber auch häufig zu Reizungen der Haut und hat ebenfalls allergisches Potenzial. Als altes Hausmittel gilt Zahnpasta – sie wirkt jedoch stark austrocknend, reizt die Haut und kann den Ausbruch sogar verschlimmern. Denn besonders auf trockener Haut platzen die Krusten immer wieder auf, was den Heilungsverlauf verzögert.

Die Melisse macht's

In einer aktuellen Studie hat sich gezeigt, dass eine Vermehrung der Viren mit Melisse besser als mit bisherigen Arzneien behandelt werden kann, da diese nicht nur die Vermehrung der Herpesviren verhindert, sondern diese auch abkapseln, sodass diese nicht wieder ausbrechen können. Zudem haben sich Wärmestifte bewährt, mit denen die Tötung der Herpesviren möglich ist.

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