Divertikel im Darm

Viele sind davon betroffen, doch nur wenige wissen, welche Krankheit ihre Darmbeschwerden auslöst: Divertikel im Darm müssen behandelt werden, wenn sie entzündet sind, denn sie können den Darm schädigen.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.08.2020

Divertikel sind flaschenförmige Ausstülpungen, die sich generell in allen Hohlorganen bilden können. In den meisten Fällen treten sie jedoch im Darm, und dort vor allem in der Dickdarmwand auf. Hat ein Patient mehrere Divertikel, sprechen Mediziner von einer Divertikulose. Oftmals haben die Betroffenen keine Beschwerden, doch im schlimmsten Fall können sich die Divertikel entzünden und sogar zu einem Darmdurchbruch führen.

Wann eine Behandlung notwendig ist

In den meisten Fällen verursachen Divertikel keine Probleme, so dass sie nicht behandelt werden müssen. Doch bei circa zehn bis 20 Prozent der Patienten kommt es zu typischen Beschwerden wie sporadisch auftretende Bauchschmerzen, Völlegefühl sowie Verstopfungen und Blähungen. Schwere Beschwerden einer Divertikulose treten auf, wenn es zu einer Entzündung von Divertikeln kommt, einer sogenannten Divertikulitis. In diesen Fällen haben sich Essens- oder Kotreste in den Divertikeln gesammelt und zu einer Entzündung geführt.

Typischerweise treten dann im linken oder mittleren Unterbauch heftige stechende Schmerzen, ähnlich wie bei einer Blinddarmentzündung, auf. Weitere typische Symptome sind Fieber und Verstopfungen. Eine Divertikulose kann über eine Darmspiegelung eindeutig diagnostiziert werden. Bei einer akuten Divertikulitis kann diese Untersuchung wegen einer Verletzung des betroffenen Darmabschnitts nicht durchgeführt werden, weshalb zur Diagnose eine Computertomografie erforderlich ist.

Schwere Komplikationen möglich

Eine Divertikulitis muss behandelt werden, da sie zu schweren Komplikationen führen kann: Gefürchtet ist vor allem ein Darmdurchbruch, wodurch Kot in den offenen Bauchraum dringen und zu einer Abszessbildung führen kann. Als Folge kann es zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung kommen. Eine weitere Komplikation ist eine Entzündung des Bauchfells.

Die Behandlung von akut entzündeten Divertikeln richtet sich danach, ob nur eine leichte oder eine schwere Entzündung vorliegt. Bei der leichten Divertikulitis wird durch Verzicht auf Nahrung oder der ausschließliche Gabe von flüssiger Kost versucht, die Entzündung wieder zum Abklingen zu bringen, was in der Regel nach zwei bis drei Tagen gelingt. Liegt eine schwere Divertikulitis vor, muss der Patient stationär aufgenommen und circa fünf Tage intensiv mit Antibiotika behandelt werden. Zeitgleich zur Antibiotikabehandlung werden die Patienten über die Vene künstlich ernährt. Sollte es bereits zu einem Darmdurchbruch gekommen sein, muss eine Notfalloperation durchgeführt werden.

Einer Neubildung entgegenwirken

Bei Patienten, die einmalig an einer Divertikulitis erkranken, ist eine Antibiotikabehandlung in aller Regel ausreichend. Patienten, die jedoch mehrmals an einer Divertikulitis erkranken, ist zu einer chirurgischen Entfernung des betroffenen Darmabschnitts zu raten, da nur hiermit ein wiederholter und gefährlicher weiterer Entzündungsschub verhindert werden kann.

Einmal gebildete Divertikel bilden sich nicht wieder zurück, jedoch kann ihrer Neubildung erfolgreich entgegengewirkt werden: Hierzu ist eine ballaststoffreiche Ernährung, sportliche Aktivität sowie die Vermeidung von Übergewicht erforderlich.

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