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Wenn Fruchtzucker auf den Magen schlägt

Fruktose-Malabsorption

Menschen, die keinen Fruchtzucker vertragen, leiden unter einer sogenannten Fruktose-Malabsorption. Die Symptome sind starke Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall. Ökotrophologin Dr. Brigitte Bäuerlein erklärt, worauf Betroffene achten sollten.

10 min
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29.07.2020
29.07.2020
Video verfügbar bis 29.07.2021

Die Fruktose-Malabsorption ist eine Unverträglichkeit, die nicht lebensbedrohlich ist. Sie äußert sich durch Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfälle, Übelkeit oder Verstopfung. „Diese Beschwerden sind individuell sehr unterschiedlich und abhängig von der aufgenommenen Menge“, erklärt Ökotrophologin Dr. Brigitte Bäuerlein. Es fehlen Enzyme zum Abbau des Zuckers. Dieser wandert im Darm weiter und wird von den Dickdarmbakterien abgebaut. Dabei wird Wasser zurückgehalten und Gase entstehen.

Essgewohnheiten umstellen

Honig
In Honig ist besonders viel Fruktose enthalten.
Quelle: imago/Petra Schneider

Im Rahmen einer Ernährungsberatung werden Betroffene über Ursachen und Folgen ihrer Unverträglichkeit und über besonders fruktosereiche Lebensmittel aufgeklärt, die sie meiden sollten. „Gleichzeitig geht es auch um das individuelle Essverhalten wie Pausen machen, keine großen Mengen auf einmal oder langsam essen“, skizziert Bäuerlein.

Bei einer Therapie wird ganz individuell auf den persönlichen Ernährungsalltag eingegangen. Sowohl das Verhalten wie auch die Lebensmittel werden untersucht. Dem vorausgehen sollte ein mindestens zweiwöchiges Beschwerde- und Ernährungsprotokoll. „Eine vorausgehende Fastenphase mit anschließender probiotischer Unterstützung kann hilfreich sein, um den Darm zu beruhigen“, so Bäuerlein.

Lebensmittel, die Fruktose enthalten

Paprika
Auch in Gemüse kann Fruktose stecken, etwa in Paprika.
Quelle: imago/Design Pics

Spitzenreiter sind Honig und Trockenobst, auch Obstsäfte, Stein- und Kernobst sowie Beeren. Je reifer das Obst, umso mehr ist enthalten. Haushaltszucker und Invertzucker enthalten 50 % Fruktose. Ebenso Fertigprodukte wie Müsliriegel, Fruchtjoghurt, Marmeladen und Süßwaren (auf die Zutatenliste schauen). Aber auch Gemüse kann fruktosehaltig sein, etwa rote Paprika, Tomaten und Gemüsesäfte, dicke Bohnen, Kohl und Zwiebeln. „In der roten Paprika ist etwa siebenmal so viel Fruktose pro 100 Gramm wie in einer Honigmelone“, gibt Brigitte Bäuerlein zu bedenken.

In vielen Diätprodukten oder zuckerfreien Bonbons, Kaugummis und Süßwaren finden sich Fruktose-Verwandte wie Sorbit, Xylit, Mannit. Dies sind allesamt Zuckeralkohole, die das Beschwerdebild verschlimmern oder ähnliche Symptome verursachen.

Alternativen

Wer auf Süßes nicht verzichten möchte, kann zu Reissirup oder Traubenzucker greifen. Diese sind backfähig.

Zudem gibt es frei verkäufliche Enzym-Ersatzprodukte, die helfen können, die Fruktose zu verdauen. Diese sollten jedoch nur im Notfall eigesetzt werden, zum Beispiel bei Einladungen oder im Restaurant. Ansonsten sollte eine fruktosearme Basisernährung eingehalten werden.

Fruktosefreies Frühstück

Porridge mit Zimt
In Wasser gekochter Porridge ist fruktosearm.
Quelle: imago/Panthermedia

Zum Frühstück bietet sich an Vollkornbrot mit Frischkäse, Kräutern und Radieschenscheiben oder Vollkornbrot mit Rührei und Räucherlachs oder auch ein mit Wasser gekochtes Haferflocken-Porridge. Dafür 6 bis 8 Esslöffel Haferflocken mit 200 Millilitern Wasser oder Hafermilch köcheln lassen, bis ein dickflüssiger Brei entsteht. Etwas abkühlen lassen und nach Belieben mit etwas Reissirup süßen. Eine Handvoll gehackte Walnüsse und etwas Zimt darüberstreuen.

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