Fit nach Achillessehnenriss

Rehabilitation dauert mehrere Monate

Verbraucher | Volle Kanne - Fit nach Achillessehnenriss

Es ist ein Geräusch ähnlich einem Peitschenhieb, darauf folgen starke Schmerzen: Ein Achillessehnenriss kann bei kurzzeitiger starker Belastung auftreten. Der Heilungsprozess ist langwierig.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 05.10.2017, 14:00

Vor allem von Sportlern wird er besonders gefürchtet: der Achillessehnenriss. Er geht oftmals mit einem lauten Knall, ähnlich einem Peitschenhieb, einher und verursacht augenblicklich starke Schmerzen. Bis zu einer vollständigen Genesung kann es drei bis vier Monate dauern, in Einzelfällen auch länger.

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne im Körper. Sie verbindet die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein. Sie ist etwa 15 bis 20 Zentimeter lang. Beim Gehen und Laufen spielt sie eine entscheidende Rolle, denn sie sorgt dafür, dass der Fuß abgerollt und aufgesetzt werden kann. Bei großer Belastung, etwa beim Springen, kann die Achillessehne reißen. Dabei unterscheidet man einen vollständigen Riss und einen Teilriss der Achillessehne (partielle Ruptur).

Anders als oft vermutet, reißt die Achillessehne nicht aufgrund einer Gewalteinwirkung, sondern wegen einer kurzen, zu intensiven Belastung. Ist die Sehne durch Reizungen oder Entzündungen vorgeschädigt, ist das Risiko für einen Riss höher. Ebenso bei Fußfehlstellungen, einer verkürzten Wadenmuskulatur und fehlendem beziehungsweise falschem Aufwärmen vor dem Sport. Manche Medikamente wie Kortison oder Antibiotika machen die Sehne anfälliger für Risse.

Ein lauter Knall

Ganz typisch für einen Achillessehnenriss ist der sogenannte Peitschenknall. Betroffene beschreiben einen lauten Knall, wenn die Sehne reißt und kurz danach heftige, stechende Schmerzen. Da die Achillessehne die Wadenmuskulatur mit dem Fersenbein verbindet, ist das Laufen und Gehen nach dem Riss nicht mehr oder nur noch sehr eingeschränkt möglich. Über der Ferse ist nach dem Riss eine kleine Delle zu ertasten. Ebenso können Schwellungen oder Blutungen auftreten.

Zur genauen Diagnose führt der Arzt einen sogenannten Thompson-Test durch. Dabei liegt der Betroffene auf dem Bauch, während der Arzt von beiden Seiten auf seine Wadenmuskulatur drückt. Bleibt eine Beugung des Fußes in Richtung Sohle aus, besteht der Verdacht auf einen Achillessehnenriss. Mit Ultraschall kann das Ausmaß der Verletzung genauer beurteilt und ein vollständiger Riss von einem Teilriss unterschieden werden.

Operation nicht immer notwendig

Wird im Ultraschall festgestellt, dass die Rissenden nah zusammenliegen und wieder gut zusammenwachsen können, ist eine konservative Therapie ohne Operation möglich. Hierbei wird ein spezieller Unterschenkelgips angelegt, der über mehrere Wochen getragen werden muss. Im Anschluss müssen Betroffene für circa zehn Wochen dauerhaft eine Orthese, einen speziellen Schienenapparat, tragen, damit die Sehne wieder vollständig zusammenwachsen kann. Um die Achillessehne vollständig zu entlasten, bringt die Orthese das Bein in eine Spitzfußstellung. Nach und nach werden die speziellen Keile, die für diese Fußstellung sorgen, entfernt.

Die Orthese muss auch getragen werden, wenn die Verletzung operativ korrigiert wurde. Dabei wählt der Operateur entweder eine offene Technik oder ein minimalinvasives Verfahren. Die Rissenden werden während der Operation wieder aneinandergenäht.

Mehrere Monate ohne Sport

Nach der abgeschlossenen Therapie ist die Reißfähigkeit für den Gang wiederhergestellt. Bei allen sportlichen Aktivitäten bedarf es besonderer Geduld. Betroffene können etwa vier bis fünf Monate keinen Sport machen. Die Rehabilitationsphase mit Aufbauübungen und Physiotherapie beginnt schon, wenn die Orthese noch getragen wird. Dabei kommt es besonders darauf an, die Sehne und die Wadenmuskulatur zu kräftigen und durch gezielte Übungen einem erneuten Riss (Re-Ruptur) vorzubeugen.

In der sogenannten Gangschule lernen die Patienten auch das richtig Abrollen und wie die Achillessehne langsam wieder gedehnt werden kann. Nach der Ruhephase fällt es den Patienten oftmals schwer, den Fuß richtig abzurollen. Sie tendieren dazu, den Fuß ganz aufzusetzen. Die Rehabilitationsphase ist je nach individueller Patientengeschichte nach circa zwei bis drei Monaten abgeschlossen.

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