Elektronisch flirten

Beziehungscoach Nina Deißler über Online-Dating

Verbraucher | Volle Kanne - Elektronisch flirten

Beziehungscoach Nina Deißler erklärt, was man beim Online-Dating beachten sollte.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 14.03.2017, 14:00

Viele Menschen suchen im Internet nach Partnern für schnellen Sex oder feste Beziehungen. Das ist praktisch – birgt aber auch Risiken.

Surfen, chatten, daten – die Suche nach Sex oder Liebe scheint durch das Internet einfacher geworden zu sein. Beziehungscoach Nina Deißler warnt jedoch vor zu hohen Erwartungen an die einschlägigen Plattformen: „Liebe ist nicht effizient und praktisch. Wir haben zwar viel mehr Auswahl, aber auch mehr Konkurrenz. Wir sind vergleichbarer geworden.“ Zudem habe die große Auswahl nicht nur Vorteile: „Ich nenne das auch ‚Wühltisch-Dating‘ – da liegt viel auf dem Tisch und da ist auch das ein oder andere dabei, aber man muss sich durchwühlen.“ Und weiter: „Wir haben Schwierigkeiten uns festzulegen, weil man da draußen ja immer noch jemand anderen nehmen kann. Wir versuchen auch keine unnötigen Risiken mehr einzugehen, dabei ist Liebe immer mit Risiko verbunden.“

Schummeln bei der Selbstdarstellung

Allerdings sagt sie auch, dass Online-Dating mittlerweile Normalität sei: „Inzwischen ist es so – wer Single ist und nicht im Internet sucht, wird eher schräg angeguckt. Es ist so normal, dass es fast wieder uncool ist.“

Bei der Selbstdarstellung beziehungsweise der Kontaktaufnahme im Internet sei es im Übrigen nicht verwerflich, ein wenig zu schummeln: „Jeder lügt im Internet – weil es geht. Jeder macht sich ein bisschen schöner, interessanter, größer oder jünger.“ Einen Zentimeter auf die Körpergröße draufzuschlagen oder ein Jahr beim Lebensalter abzuziehen – das sei auch „okay“. Allerdings dürfe man die Schummelei natürlich nicht übertreiben, da das spätestens beim ersten Treffen herauskommen würde.

Netter Abend statt Vorstellungsgespräch

Damit dieses Treffen angenehm verlaufen könne, sei auch die eigene Einstellung entscheidend, sagt Deißler. So solle man es vermeiden, das Treffen nach dem Muster „Wir wissen beide, warum wir hier sind – und jetzt erzähl mal“ zu gestalten. Das nämlich ähnele zu sehr einem „Vorstellungsgespräch“; stattdessen solle man sich einfach vornehmen, einen „netten Abend“ zu verbringen. Sogar eine weniger kommunikative Aktivität wie ein Kinobesuch sei denkbar – schließlich kriege man auch dabei viel von dem anderen mit: „Wie stellt er sich vor, kann er teilen, lädt er mich ein, wie gibt er sich?“ Die weiteren Vorteile eines Kinobesuchs fasst sie so zusammen: „Wenn es klar ist, dass es nicht passt, muss ich mich die nächsten 90 Minuten nicht unterhalten. Und wenn ich Glück habe und es nett ist, dann kann ich mich nachher über den Film unterhalten.“

In jedem Fall, so Deißler weiter, solle man es vermeiden, das erste Treffen „bei sich zu Hause“ abzuhalten. Außerdem solle man anfangs nicht zu viele persönliche Informationen preisgeben. Diese Zurückhaltung sei nicht zuletzt auch wegen professioneller Betrügerbanden wichtig, die mit Fake-Profilen zunächst eine Online-Beziehung aufbauen und dann um Flugtickets oder Geld zur Lösung angeblicher Probleme bitten würden: „Das gilt nicht nur für Männer, sondern inzwischen genauso für Frauen.“

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