Guter Boden, schlechter Boden

Tipps von Gartenexperte Elmar Mai

Verbraucher | Volle Kanne - Guter Boden, schlechter Boden

Ob Bäume, Büsche oder Blumen – sie alle brauchen neben Licht und Wasser vor allem einen guten Boden. Er stellt den Lebensraum dar, in dem Pflanzen gedeihen - vorausgesetzt er ist gesund.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.11.2018, 09:05

Eine Bodenanalyse bildet die Grundlage, um herauszufinden, wie es um die Qualität des Bodens bestellt ist. Durch sie lässt sich ermitteln, ob der Boden sandig, lehmig, kiesig oder humusreich ist und ob er sauer, neutral oder alkalisch reagiert. Von diesen Faktoren hängt die Bepflanzung ab, denn nicht alle Pflanzen wachsen auf allen Böden gleich gut. Die Fruchtbarkeit des Bodens ist abhängig von den gespeicherten und vor allem verfügbaren Nährstoffen, also ist auch eine Nährstoffbilanz nötig. Gute Bodenanalysen geben Auskunft über die Versorgung mit Spurenelementen. Eine seriöse Bodenanalyse liefert außerdem eine Dünge- und Pflegeempfehlung.

Wässerung und Düngung

Das Ergebnis der Bodenanalyse verrät, ob der Boden eher wasserdurchlässig ist oder zum Vernässen neigt. „Ein guter Boden verfügt über eine gute Wasserhaltefähigkeit ohne Trend zum Vernässen und über ein ausgewogenes Verhältnis aller wichtigen Nährstoffe“, weiß Elmar Mai. Je nach Analyseergebnis muss man den Boden also entweder „nur“ gut weiter pflegen oder handeln. Hat man einen zu lockeren Boden, muss man den Humusgehalt verbessern. Das kann durch die Förderung der Krümelstruktur mithilfe von Kompost geschehen. Mineralien können dabei helfen, die Wasserhaltigkeit zu fördern (Zeolithe oder Bentonit). Ist der Boden wasserstauend, hilft ebenfalls die Förderung von Humus, aber auch das Unterarbeiten von grobem Sand.

Entsprechend abhängig vom Humusgehalt ist auch die Speicherfähigkeit der Nährstoffe im Boden. Auch hier ist die Förderung von Humus die beste Maßnahme. Dabei rät der Gartenexperte, organische Dünger der Mineraldüngung unbedingt vorzuziehen, weil die Pflanzenernährung schonend ist und Nährstoffe nicht so leicht ausgewaschen werden können. Außerdem wird das Bodenleben geschont, also die Mikroorganismen, aber auch Regenwürmer oder andere tierische Helfer bei der Bodenverbesserung.

Hacken und lockern

Damit Wasser, Luft und Nährstoffe an die Wurzeln gelangen können, sind Kanäle im Boden erforderlich. „Allerdings ist es keine gute Idee, den Boden umzugraben, weil damit gewachsene Gefüge zerstört werden“, warnt Elmar Mai. „Stattdessen sollte man mit einer Spatengabel in den Boden einstechen und etwas rappeln. Dadurch brechen Klumpen auseinander, ohne die Scholle zu wenden.“ Je nach Verdichtung muss der Vorgang häufiger oder seltener wiederholt werden.

Damit die Oberfläche atmungsaktiv bleibt, muss man regelmäßig hacken oder die obere Erdschicht auflockern. Sonst kann es zu einem Abschluss der tieferen Schichten von Wasser und Luft kommen.

Krümelstruktur und Kompost

Um die Wasser- und Sauerstoffversorgung der Wurzeln zu gewährleisten, muss eine stabile Krümelstruktur aufrechterhalten werden. In den Poren sammeln sich Luft, Nährstoffe und Wasser, je mehr davon vorhanden sind, desto fruchtbarer ist der Boden.  Die Krümelstruktur wird durch organische Bestandteile gebildet. Das kann zum einen Kompost sein, aber auch eine Gründüngung (gezielter Anbau von Pflanzen zur Bodenverbesserung). Sogar einjährige Gartenunkräuter sind eher nützlich als schädlich, auch wenn sie manchmal nervig sind.

Löwenzahn
Löwenzahn Quelle: imago/blickwinkel

Löwenzahn ärgert (fast) jeden Gärtner, vor allem wegen seiner langen Wurzeln. Genau diese Wurzeln schaffen aber viele Nährstoffe tief nach unten und erzeugen so lange Kanäle, durch die Wasser und Luft tief in den Boden eindringen können. Da Löwenzahn kurzlebig ist, schafft er ständig neue Kanäle. Tiefwurzler, wie beispielsweise Rosen, profitieren davon erheblich. „Gründüngung fixiert zum einen Nährstoffe und schützt sie so vor Auswaschung, zum anderen schafft sie durch die Wurzeln, die bei Frost absterben, zahlreiche Kanäle und drittens fördert sie die Humusbildung“, so der Gartenexperte. Wählt man intelligent aus, hat man auch Kräuter darunter, die Krankheiten oder Schädlinge bekämpfen.

Keinen offenen Boden

Hitze, Sonneneinstrahlung oder Trockenheit, aber auch andere Umwelteinflüsse schaden dem Boden erheblich. Ein Boden, der nie frei liegt, sondern immer von einer Pflanzendecke geschützt wird, ist wesentlich gesünder. Starkniederschläge führen nicht so schnell zu einer Verdichtung und Auswaschung, außerdem ist die Erosion durch Regen und Wind deutlich geringer. Eine geschlossene Pflanzendecke verhindert auch Austrocknung, weil sie den Boden beschattet und Überhitzung vermeidet.

Im Winter dringt der Frost nicht so schnell in den Boden ein, was als sogenannter Kahlfrost sehr gefürchtet ist. Wer keine Pflanzendecke wünscht, kann alternativ den Boden durch Mulchen mit unreifem Kompost, Stroh oder Laub schützen. Sowohl in einer Pflanzendecke, als auch in und unter einer Mulchschicht sammeln sich sehr viele nützliche Tiere, die direkt oder indirekt zur Bodenpflege beitragen. So fördert Mulchen den Bestand von Regenwürmern, die wiederum den Boden lockern.

Spurennährstoffe hinzufügen oder Schadstoffe entfernen

Ein gesunder Gartenboden muss mit Spurennährstoffen versorgt werden. Hochwertige Dünger haben eine ganze Menge an Mikronährstoffen zugefügt. Diese dienen dem gesunden Pflanzenwachstum. Wer regelmäßig mulcht und kompostiert, hält diese Spurennährstoffe im Kreislauf und muss sich nicht sonderlich darum kümmern.

Aber je nachdem, welche Bildungsbedingungen der Boden hinter sich hat, fehlen bestimmte Stoffe. Solche Mangelerscheinungen können bei in einer guten Bodenanalyse nachgewiesen und als Einzelkomponenten zugeführt werden. Auch ist die Aufnahme bestimmter Stoffe von der Bodenreaktion abhängig, das ist der Grund, warum bestimmte Pflanzen auf bestimmten Böden nicht gedeihen.

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