Erdnussallergie

Eine Erdnussallergie kann lebensgefährlich sein. Im schlimmsten Fall droht ein anaphylaktischer Schock. Eine Hyposensibilisierung hilft bei Lebensmittelallergien nur bedingt, doch ein kleiner Lichtblick ist sie trotzdem.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 03.12.2020

Plötzlich auftretende Hautausschläge, geschwollene Schleimhäute und Atemnot: Das sind die typischen Anzeichen für einen lebensbedrohlichen allergischen Schock. Hierbei reagiert das Immunsystem mit übersteigerten Reaktionen auf bestimmte Auslöser, sogenannte Allergene. Dazu gehören Pollen und Hausstaubmilben ebenso wie Insektengifte oder Erdnüsse. Während die meisten Allergien inzwischen durch eine Hyposensibilisierung behandelt werden können, steht für Lebensmittelallergiker bislang keine Therapie zur Verfügung. Für sie ist die Meidung der Allergene bislang die einzige Möglichkeit, einen lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock zu verhindern.

   Fakten zur Erdnussallergie

Behandlung

Bei der Hyposensibilisierung beziehungsweise spezifischen Immuntherapie (SIT) werden dem Patienten zunächst geringste Mengen der allergieauslösenden Stoffe verabreicht. Die Menge wird im weiteren Verlauf der Behandlung gesteigert. Mit diesem Verfahren kann nicht nur die Toleranzschwelle gegenüber dem Allergen erhöht, sondern in vielen Fällen sogar eine vollkommene Symptomfreiheit erreicht werden. Es handelt sich dabei um eine "Wiedergewöhnungsbehandlung" an das Allergen. Die Hyposensibilisierung kann inzwischen bei fast allen Allergikern, die an einer Pollen-, Gräser- oder Insektengiftallergie leiden, angewendet werden.

Bei Lebensmittelallergien wie der Erdnussallergie funktioniert das bislang nicht, da es hierfür noch keine Therapieempfehlung gibt. Doch in Zukunft könnte sich das zumindest für eine bestimmte Gruppe von Erdnussallergikern ändern: Ein amerikanisches Pharmaunternehmen hat ein spezielles Erdnussprotein für eine Hyposensibilisierung entwickelt und in verschiedenen Studien getestet. Die Ergebnisse zeigten, dass bei circa zwei Dritteln der untersuchten Patienten die Toleranzschwelle für Erdnüsse erhöht werden konnte. Allerdings wurden in den Studien nur Kinder und Teenager im Alter von vier bis siebzehn Jahren untersucht. Circa zehn Prozent der Patienten mussten die Studie wegen starker allergischer Nebenwirkungen abbrechen.

Besonders interessant war, dass auch in den Kontrollgruppen, die kein Erdnussprotein, sondern ein Scheinmedikament ohne Wirkstoff erhielten - ein sogenanntes Placebo - allergische Reaktionen auftraten. Ob mit diesem biologisch gewonnenen Protein eine Erdnussallergie tatsächlich erfolgreich behandelt werden kann, wird von Allergologen unterschiedlich beantwortet. Seit Dezember 2018 läuft ein Antrag auf Marktzulassung für die USA, seit Juni 2919 für Europa.

Prognose

Solange es für Erdnussallergiker keine offizielle Therapieempfehlung gibt, bleibt den Betroffenen nur die strikte Meidung der für sie so gefährlichen Allergene. Doch das ist nicht immer einfach, da Erdnüsse oder Spuren davon in vielen Lebensmitteln vorkommen können. Deswegen sind Lebensmittelproduzenten, Lebensmittelverkäufer und Restaurants seit 2014 dazu verpflichtet, die vierzehn häufigsten Allergene schriftlich oder mündlich anzugeben. Das gilt auch für offene Waren.

Für den Fall eines anaphylaktischen Schocks gibt es für Allergiker ein medikamentöses "Notfallset". Es besteht aus den Medikamenten Kortison, einem Antihistaminikum sowie Adrenalin und soll von den Betroffenen immer mitgeführt werden, damit es im Notfall kurzfristig eingesetzt werden kann. Dass eine Erdnussallergie von alleine wieder abklingt, ist nach dem bisherigen Stand der Wissenschaft nicht zu erwarten.    

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