Brust oder Keule, Lende oder Nacken

Woran erkennt man gutes Fleisch?

Verbraucher | Volle Kanne - Brust oder Keule, Lende oder Nacken

Für das Weihnachtsmenü wollen viele Fleisch von guter Qualität - doch woran erkennt man das?

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.12.2016, 14:00

Wissen Sie schon, was Sie zu Weihnachten essen? Für die meisten soll das Festtagsmenü etwas ganz Besonderes sein – und gut schmecken soll es natürlich auch. Vor allem beim Fleisch gibt es jedoch große Qualitätsunterschiede. Aber was ist eigentlich gutes Fleisch?

In Biomärkten ist vor allem vor Weihnachten sehr viel los – das gilt auch für die dortigen Fleischtheken. Die Kunden legen Wert auf etwas Besonderes, wollen bewusst Fleisch genießen – und lassen sich dies auch etwas kosten.

Was ist wichtiger: Qualität oder Herkunft?

Aber kann man in der heutigen Zeit überhaupt noch guten Gewissens Fleisch essen, angesichts von Gammelfleisch-Skandalen, Videos von grausamer Tierhaltung und der Tatsache, dass ein zu hoher Fleischkonsum ungesund ist? Sabine Klein, Lebensmittelexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen rät allen, die gerne Fleisch essen und die an den Feiertagen nicht auf einen Festtagsbraten verzichten wollen, zu diesem Kompromiss: „Statt zu verzichten, wählen Sie einmal ganz bewusst zu besonderen Gelegenheiten besseres Fleisch aus. Seien Sie dabei Gourmet statt Gourmand – lieber eine kleinere Portion mit Hochgenuss und gutem Gefühl als eine durchschnittliche Riesenportion. Damit geht es allen besser: Mensch, Tier und auch der Umwelt.“

Die Wahrnehmung, was gutes Fleisch ist, geht dabei allerdings weit auseinander. Wenn es nur um den Geschmack gehe, solle man auf marmorierte, nicht zu magere Stücke achten, empfiehlt Sabine Klein. „Lassen Sie sich für einen besonderen Festtagsgenuss ruhig auch einmal von Fachpersonal beraten. Je nach Art des Fleischgerichts sind unterschiedliche Teilstücke geeignet und man kann sich die besonders zarten oder aromatischen Stücke empfehlen lassen.“

Kann man Siegeln trauen?

Wer neben dem Geschmack auch auf die Herkunft des Fleisches und die Haltungsbedingungen für die Tiere achten möchte, sollte auf Kennzeichnung, Siegel und Zertifizierung des Produktes achten. Allerdings sind diese mit Vorsicht zu genießen, zumal die gesetzlichen Mindeststandards bezüglich der Tierhaltung keine tiergerechte Haltung sicherstellen. Zudem sollte man sich nicht von Bezeichnungen wie "artgerecht“ oder "tiergerecht“ blenden lassen.

Bei den verschiedenen Siegeln, die Tierschutz suggerieren, mahnt Christiane Kunzel, ebenfalls von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, zur Vorsicht: „Es gibt jede Menge Siegel, die allerdings sehr unterschiedliche Aussagen zum Tierschutz treffen – von Einhaltung des Mindeststandards bis zu höheren Tierschutzstandards kann alles dabei sein. Eine Orientierung für Verbraucher ist fast nicht möglich.“ Sie empfiehlt die Siegel „Für mehr Tierschutz“ des Deutschen Tierschutzbundes und „Tierschutz-kontrolliert“ der Organisation Vier Pfoten Deutschland – beide würden deutlich mehr Tierschutz garantieren als gesetzlich vorgeschrieben.

Bio-Verbände bieten hohe Standards

Diese Übererfüllung der Mindeststandards sei natürlich auch bei Bio-Fleisch gegeben. Die diesbezüglichen europäischen Vorschriften würden für „Platz in den Ställen und Auslauf im Freien“ sorgen. Allerdings hält Kunzel die europäischen Vorschriften für lückenhaft: „Es fehlen spezielle Vorgaben für Transport und Schlachtung der Tiere.“ Deshalb rät sie an Tierschutz interessierten Fleischessern, sich an spezielle Bio-Verbände zu halten: „Demeter, Naturland oder Bioland bieten teils einen höheren Standard, was Transport und Schlachtung anbelangt.“ Das gelte im Übrigen auch für die ressourcenschonende Produktion des Fleischs. Deshalb sei Bio-Fleisch nicht nur wegen des Tier-, sondern auch wegen des Umweltschutzes zu empfehlen: „Es bietet ein Plus an Nachhaltigkeit.“

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