Leben retten mit dem AED

Verbraucher | Volle Kanne - Leben retten mit dem AED

Am Europäischen Tag der Ersten Hilfe wird darauf hingewiesen, dass jeder mit den richtigen Maßnahmen Menschenleben retten kann. Gerade wenn es Probleme mit dem Herzen gibt, gilt es, schnell zu handeln.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 08.09.2018, 09:05

Wenn das Herz eines Menschen plötzlich aufhört zu schlagen, ist der Tod nur Minuten entfernt. Das Herz ist der Motor, der den Körper am Laufen hält, der die Organe mit Sauerstoff und Energie versorgt. Am empfindlichsten ist das Gehirn. Schon nach drei bis vier Minuten Herzstillstand kann es dauerhaft geschädigt sein. Durch den Sauerstoffmangel treten Enzyme aus, die die Gehirnzellen regelrecht auflösen. Bei Problemen mit dem Herzen kann nur schnelle Hilfe Leben retten.

Wiederbelebung und AED

Gerät man in die Situation, Erste Hilfe zu leisten, gilt zunächst immer die Regel „AAA“, also anschauen, ansprechen, anfassen. „Ich verschaffe mir einen Überblick darüber, was los ist, prüfe dann die Vitalfunktionen des Patienten“, erklärt Andreas Knickmann vom Deutschen Roten Kreuz. Hat der Patient keinen Puls und atmet nicht, leitet man die Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) ein: 30 Mal Herzmassage, dann zweimal beatmen.

„Am besten ist es, wenn ein weiterer Helfer dann den Einsatz des automatisierten externen Defibrillators (AED) vorbereitet, während der andere Retter am Patienten die Herz-Lungen-Wiederbelebung vornimmt“, erklärt Andreas Knickmann. Sobald das Gerät eingeschaltet wird, gibt es genaue Anweisungen. Zunächst werden die Elektroden nach Vorgaben des Geräts am Patienten angebracht. Bevor das Gerät mit der Messung des Herzschlags beginnt, wird der Helfer dazu aufgefordert, sich vom Patienten zu entfernen. „Würde die Herz-Lungen-Wiederbelebung während der Messung fortgesetzt werden, würde das wohlmöglich das Ergebnis verfälschen. Misst das Gerät einen Fehler im Herzrhythmus, empfiehlt es einen Schock. „Die Helfer müssen vom Patienten wegtreten, bevor sie den Schock auslösen“, sagt Knickmann.

Geringes Gefährdungspotenzial

Beim Einsatz könne man nicht viel falsch machen, beschwichtigt Andreas Knickmann. „Ist das Herz nicht aus dem Takt, wird das Gerät das auch anzeigen und dem Retter mitteilen, dass ein Schock nicht empfohlen wird.“ Selbst wenn man einen Schock auslösen würde, obwohl es nicht nötig ist, ist dies für den Patienten nicht gefährlich: Ein handelsüblicher, öffentlicher AED ist schwächer als ein Defibrillator, der im Krankenhaus benutzt wird.

Sich selbst zu gefährden, sei ebenso unwahrscheinlich, so der Experte, da das Gerät genau vorgebe, was zu tun ist. „Wenn ich jemanden aus dem Wasser gezogen habe, sollte ich vor dem Schock nochmal genau schauen, wo ich mich befinde. Stehe ich in einer Pfütze, die mit dem Patienten verbunden ist, besteht rein theoretisch die Gefahr, dass der Strom weitergeleitet wird.“

Wiederbelebung fortsetzen

„Es ist ein Irrglaube, dass der Schock allein das Herz wieder zum Schlagen bringt – er bringt das Herz nur wieder in den richtigen Rhythmus. Die Herz-Druck-Massage wird dadurch nicht ersetzt“, so Knickmann. Aber auch hier nehme das Gerät den Helfer wieder an die Hand. Nach Abgabe des Schocks fordert der AED dazu auf, die Herz-Lungen-Wiederbelebung fortzusetzen. Dies geschieht auch, wenn zuvor kein Stromstoß empfohlen wurde. Zwischendurch misst das Gerät wiederholt den Herzrhythmus des Patienten – und teilt dies dem Helfer mit. „So kann ausgeschlossen werden, dass der Rhythmus des Herzens während der Rettung aus dem Takt kommt.“ Mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung aufhören sollte man erst, wenn das Herz des Patienten wieder von alleine schlägt und auch die Atmung wieder einsetzt – oder wenn die professionellen Retter eintreffen und übernehmen.

Auf den Seiten des Bayerischen Roten Kreuzes finden Sie die deutschlandweiten Standorte der AED. Auf den Seiten des Deutschen Roten Kreuzes gibt es weitere Informationen rund um Erste-Hilfe-Lehrgänge der Kreisverbände.

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