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Exogen-allergische Alveolitis

Seltene Lungenerkrankung - Ursache und Therapie

Die Exogen-allergische Alveolitis (EAA) ist eine seltene Lungenerkrankung. Sie wird durch das wiederholte Einatmen von organischen Partikeln, zum Beispiel Schimmel, Holzstaub oder Vogelfedern ausgelöst.

4 min
4 min
19.08.2020
19.08.2020
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.08.2021

Eine EAA kann durch eine Vielzahl von Allergenen, wie Pilz- oder Bakterienbestandteile, Mehle, Chemikalien oder auch Tier-Exkremente verursacht werden. Die Unterformen werden beispielsweise als

  • Vogelhalterlunge (betrifft z.B. Taubenzüchter und Wellensittichhalter),
  • Farmerlunge (betrifft Landwirte) oder
  • Blasinstrumentspielerlunge (durch Bakterien- und Schimmelpilzantigene) bezeichnet.

Ursachen und Symptome

Landwirt
Landwirte sind regelmäßig vielen organischen Partikeln ausgesetzt.
Quelle: Imago / Martin Wagner

Beim Einatmen von Tröpfchen, sogenannten Aerosolpartikeln, gegen die Betroffene sensibilisiert sind, kommt es zu einer allergischen Entzündungsreaktion in den Lungenbläschen (Alveolen). Bei der akuten Variante können innerhalb von vier bis zwölf Stunden Atemnot im Ruhezustand, Reizhusten und ein Krankheitsgefühl mit Kopf- und Gliederschmerzen sowie hohes Fieber und Schüttelfrost auftreten. Sind Betroffene ständig in Kontakt mit den auslösenden Stoffen, wie zum Beispiel bei Menschen, die Ziervögel in der Wohnung halten, können die allergischen Reaktionen einen Umbau des Lungenzwischengewebes und eine Verdickung der Alveolenwände verursachen. Das führt zu einer schleichenden Entwicklung von unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit, Appetitlosigkeit, einem langsamen Leistungsabfall mit Krankheitsgefühl und Gewichtsabnahme. Die zunehmende Atemnot bei körperlicher Anstrengung steht aber an erster Stelle.

Bei der chronischen Form der EAA ist die Prognose schlechter als bei der akuten, da die Veränderungen des Lungengewebes auch bei Meiden des Allergens teilweise bestehen bleibt. Bei schweren Formen kann die EAA in eine fortschreitende Lungenfibrose übergehen, bei der Lungengewebe dauerhaft in Bindegewebe umgewandelt wird. Das Problem bei der chronischen Form ist oft, dass den Patienten der Zusammenhang mit dem verantwortlichen Allergen (zum Beispiel Ziervögel) meist gar nicht bewusst ist, sodass die Erkrankung unbemerkt weiter fortschreitet.

Diagnose

Der Verdacht auf eine EEA ergibt sich oft aus der Anamnese (der Krankengeschichte), beispielsweise wenn eine deutliche Besserung der Beschwerden außerhalb des Arbeitsplatzes oder Heims eintritt. Neben der Befragung des Patienten lassen sich beim akuten Verlauf beim Abhören der Lunge auch spezifische Lungengeräusche feststellen. Zum Nachweis der Immunreaktionen dient eine Bronchoskopie. Die Krankheit sollte letztlich durch Bluttests und Antikörper gegen das Allergen festgestellt werden. Auch eine hochauflösende Computertomographie kann genauere Aussagen liefern. 

Therapie

In puncto Therapie steht die konsequente Meidung des Allergens an erster Stelle. Bei einer Vogelhalterlunge gehört gegebenenfalls dazu, Federbetten, Federkissen und Daunenkleidung abzuschaffen. Zur Hemmung der Entzündungsreaktion kann bei akuten Verläufen Cortison in anfangs hoher Dosierung eingesetzt werden. Chronische Verläufe der EAA erfordern den Einsatz von Immunsuppressiva. Durch Lungensport und weitere Rehabilitationsmaßnahmen können Patienten ihre Atemnot und Beschwerden lindern.

Bei strikter Vermeidung der Allergene kann bei einer akuten EEA eine vollständige Heilung erreicht werden. Entzündliche Veränderungen sind medikamentös gut behandelbar - narbige Bezirke lassen sich hingegen nicht mehr beeinflussen. Insofern ist bei der chronischen Form die Prognose schlechter, da die Veränderungen des Lungengewebes auch bei Meiden des Allergens bestehen bleiben. In späten Stadien der Lungenfibrose können Komplikationen wie Lungenhochdruck oder Herzschwäche die Prognose verschlechtern.

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