Extrageld für Kinderwünsche

Umgang mit Geld rechtzeitig lernen

Verbraucher | Volle Kanne - Extrageld für Kinderwünsche

Ob Süßigkeiten, Klamotten oder ein Smartphone: Kinder haben viele kleine und große Wünsche. Doch wie lernen sie mit Geld umzugehen - und wie viel Taschengeld ist angemessen?

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 22.08.2017, 14:00

Süßigkeiten an der Supermarktkasse, Spielsachen im Schaufenster oder das Smartphone, das so gut wie jeder in der Klasse schon hat: Kinder sind heutzutage vielen Verlockungen ausgesetzt und meistens wollen sie alles sofort haben. „Umso wichtiger ist es, dass Eltern ihren Kindern frühzeitig beibringen, wie man mit Geld umgeht“, rät Kirstin Wulf vom Präventionsnetzwerk Finanzkompetenz e.V.

Um Kindern den richtigen Umgang mit Geld zu vermitteln, ist es zuerst einmal wichtig, über das Thema zu sprechen – das geht bereits im Kindergartenalter. Dadurch lernen Kinder, welche Rolle Geld im Leben spielt und dass der Umgang damit einer Menge Kompetenzen bedarf. „Wer anfängt, über Geld zu sprechen, fängt auch langsam an, sich die Dinge bewusster zu machen und darüber nachzudenken“, weiß Kirstin Wulf.

Kinder sollten in das tägliche Handeln eingebunden werden, indem sie beispielsweise beim Bezahlen an der Supermarktkasse zugucken oder mitmachen. Außerdem sollten sie erfahren, dass die Eltern arbeiten, um Geld für den Lebensunterhalt zu verdienen und dass auch Extrawünsche ihren Preis haben.

Ab wann gibt es Taschengeld?

Wie viel Geld wert ist, lernen die Kinder am besten, wenn sie über ein eigenes altersgerechtes Budget verfügen. Eine Einführung des Taschengeldes mit Beginn der Grundschule ist sinnvoll, weil dann für die Kinder ein neuer Lebensabschnitt beginnt und sie rechnen lernen.

Vor allem mit voranschreitendem Alter sollte die Höhe des Taschengeldes auch danach bemessen werden, welche Ausgaben davon bestritten werden müssen. Sollen ältere Jugendliche zum Beispiel auch Schulhefte, Kleidung und Kosmetik von ihrem Taschengeld kaufen, sollte das Budget entsprechend angepasst werden.

Geld für Extrawünsche

Welche Wünsche sich die Kinder von ihrem Geld erfüllen, hängt vom Alter ab. Während die Kleinen sich gerne eine Extraportion Süßigkeiten oder Zeitschriften gönnen, leisten sich Jugendliche vorwiegend Klamotten oder CDs. Viel Geld wird auch rund um den Computer oder das Smartphone ausgegeben (etwa für Apps und Spiele).

Eltern sehen relativ schnell, ob ein Kind in der Lage ist, sorgfältig mit seinem Geld umzugehen. Um das Geldverständnis zu trainieren, sollten jüngere Kinder ihr Taschengeld jede Woche – am besten immer am gleichen Tag – ausbezahlt bekommen, ältere Kinder sollten das Geld hingegen monatlich erhalten. So lernen sie, über einen längeren Zeitraum ihr Budget einzuteilen. Ein Sparkonto ist auch schon für Sechsjährige sinnvoll. Kinder können hier schwarz auf weiß sehen, wie viel sie eingezahlt haben.

Girokonto für Kinder?

Neben einem Sparkonto können Eltern auch ein Girokonto für ihre Kinder einrichten. Heutzutage ist ein eigenes Girokonto für die Teilnahme am Geschäftsleben unentbehrlich. Jugendämter raten allerdings, mit der Einrichtung eines solchen Kontos zu warten, bis der Nachwuchs mindestens zwölf Jahre alt ist.

Jedoch sollte hier im Einzelfall entschieden werden. „Haben Eltern bereits jahrelang mit ihren Kindern über das Thema Geld gesprochen und hat das Kind viele Erfahrungen machen dürfen, ist eine Geldkarte eine weitere Herausforderung, mit der alle gut leben können“, so Kirstin Wulf. „Wenn Kinder eine Geldkarte bekommen, es aber keine Absprachen gibt und ungutes Verhalten ohne elterliche Konsequenzen bleibt, dann lernen Kinder nur, dass sie machen können, was sie wollen, ohne dass sie dabei irgendwelche Kompetenzen erlernen.“

Nur im Notfall einmischen

Über ihr Taschengeld sollten die Kinder frei verfügen können. Sinnvoll ist es jedoch, den Überblick zu haben und die Ausgaben mit den Kindern zu besprechen. Eltern können dazu anregen, auf eine größere Anschaffung hin zu sparen. Bekommen die Kinder eine große Summe Geld geschenkt – etwa von den Großeltern – sollten sie einen Teil davon aufs Sparkonto legen.

Klappt der Umgang mit dem eigenen Geld nicht, sollten Eltern ihren Kindern das Taschengeld nicht einfach komplett untersagen. Vielmehr sollten sie es nach dem Motto „Leistung für Gegenleistung“ an bestimmte Bedingungen koppeln.

Etwas dazu verdienen

Ausnahmsweise einen Vorschuss zu geben, ist in Ordnung. Wenn das Kind allerdings ständig darum bittet, sollten Eltern hart bleiben. Denn das Wichtigste am Taschengeld ist, dass die Kinder lernen, über einen festgelegten Zeitraum mit einer gewissen Summe auszukommen.

Kinder und Jugendliche sind stolz, wenn sie selbst etwas hinzuverdienen können. Normale Aufgaben im Haushalt wie Müll wegbringen sollten nicht mit Geld belohnt werden. Besondere Leistungen, wie Nachbars Rasen zu mähen, können dagegen honoriert werden. Hat das Kind ohnehin einen vollen Terminkalender oder Schwierigkeiten in der Schule, ist ein regelmäßiger Nebenjob allerdings keine gute Idee. Rechtliche Grundlage ist das Jugendschutzgesetz, das Kindern ab 14 Jahren maximal zwei Stunden Arbeit am Tag erlaubt.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet