Grüne Fassade

Mit Wein- und Kiwipflanzen Flächen begrünen

Wein verleiht jedem Gebäude und jeder Gartenlaube sofort einen einladenden Charakter. Doch auch Kiwis eignen sich als Schlingpflanzen gut, um eine Fassade oder Pergola zu begrünen. Zudem haben sie einen nicht zu unterschätzenden Nutzwert, da sie Früchte tragen. Welche Kiwisorte die richtige für diese Zwecke ist, weiß Elmar Mai.

Kiwis sind für die Fassadenbegrünung oder auch für Pergolen interessante Pflanzen: Sie liefern ein schönes, grünes Ambiente mit einem beträchtlichen Nutzwert. Selbst auf dem Balkon sind sie – ein großer Topf vorausgesetzt – ideal, weil man mit wenig Standfläche viel Grün erzielen kann. Lästig war bisher bei Kiwis, dass sie nicht selbst fruchtbar waren und man zu mehreren weiblichen Pflanzen immer auch ein Männchen setzen musste, welches Platz beanspruchte, ohne Früchte zu tragen. Die Versuche zwittrige Pflanzen zu züchten, führten zu keinem befriedigenden Ergebnis – die Früchte waren erheblich kleiner.

Selbstfruchtende Kiwipflanze

Mit Kiwi begrünte Fassade
Fassadenbegrünung mit Kiwi

Inzwischen ist es gelungen eine selbstbestäubende Sorte ISSAI (Actinidia arguta) zu züchten. Sie trägt walzenförmige, zwei bis drei Zentimeter lange grüne Früchte mit einem Aroma, das zwischen Feigen und Stachelbeeren liegt. Die Früchte ähneln weniger der bekannten, haarigen Kiwi, sondern mehr der einer haarlosen Stachelbeere und können mit Schale gegessen werden. ISSAI fruchtet bereits als junge Pflanze und liefert zudem eine schöne Schattierung an Pergolen.

Die Kiwisorte Green Light Deliciosa ist eine frühreife Sorte der bekannten haarigen Actinidia chinensis-Gruppe, die zwar noch ein Männchen braucht, aber ein anderes Problem gelöst hat: Sie liefert nämlich reife Kiwis und zwar sehr große und süße Früchte. Das Problem bisher war die späte Reifezeit, so dass meistens eine Noternte vor den ersten Frösten erforderlich war und die Früchte dann in der Wohnung nachreifen mussten. Aufgrund ihrer deutlich kürzeren Kulturzeit birgt sie auch ein geringeres Frostrisiko im Frühjahr durch ihre späte Blüte. Bekannte Sorten wie Hayward litten oft unter den Spätfrösten im Mai, was im Extremfall zu einem kompletten Ernteausfall führte.

Neue robuste Rebsorten

Neben der Kiwi bietet sich auch Wein für die Fassadenbegrünung an. Das Problem: Viele bekannte Rebsorten werden häufig von Mehltau befallen und müssen gespritzt werden. Zudem waren die Reben bisher recht frostempfindlich. Mittlerweile wurden aus der großen Familie der Robustareben einige Rebsorten gefunden, deren Fruchtqualität besten Edelrebsorten entspricht und die ein ausgeglichenes, würziges Aroma besitzen. Sie tragen große und süße Früchte an lockeren, großen Trauben. Der Anbau gelingt auch in raueren Lagen und die Rebstöcke bringen selbst ohne Pflanzenschutzmaßnahmen gesunde Früchte hervor.

Von dieser Zuchtlinie sind sowohl weiße als auch blaue Sorten im Handel. Die Reife beginnt ab Mitte September. Die Blätter sind groß und zeigen vor allem bei den Rotweinsorten eine sehr schöne Herbstfärbung. Die Sorte New York Muskat blau besitzt einen üppigen Wuchs – ideal für die Pergola.

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