Weine zum Fest

Edle Tropfen für den herzhaften wie süßen Genuss

Verbraucher | Volle Kanne - Weine zum Fest

Ob Fondue, Gans oder Dessert – zu jedem Festessen findet sich auch ein passender Wein. Weinexperte Steffen Schindler weiß, was besonders gut harmoniert.

Beitragslänge:
10 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.12.2017, 14:00

Ob Fondue, Gans oder Gebäck – zu jedem Festtagsgericht findet sich auch ein passender Wein. Selbst Kartoffelsalat und Würstchen müssen nicht zwangsläufig mit Bier oder Softdrink serviert werden. Steffen Schindler vom Deutschen Weininstitut verrät, welcher Tropfen mit welchem Gericht harmoniert.

Zu traditionellen Festtagsgerichten wie einer knusprigen Gans empfiehlt Steffen Schindler einen kräftigen Rotwein mit einem harmonischen Fruchtsäurespiel: „Insbesondere im Barrique-Fass gereifte Tropfen harmonieren gut mit den Röstaromen der knusprigen Gänsehaut.“ Zu den Festtagen darf es ruhig ein besonderer Wein sein, etwa ein Cabernet Sauvignon, der mittlerweile immer öfter in den deutschen Weinregionen zu finden ist. „Er kann ruhig schon etwas gereifter sein, denn mit zunehmendem Alter werden die Gerbstoffe milder und samtiger. Zudem sollte er auch genügend Kraft mitbringen, um der gehaltvollen Gans und der dunklen Soße Paroli zu bieten“, so Schindler.

Zum Raclette oder Fondue geben Weißweine dem Gericht eine schöne Frische. Steffen Schindler rät zum Beispiel zu einem kräftiger Chardonnay, etwa aus Baden oder der Pfalz, gerne auch im Barrique ausgebaut und ein wenig gereift: „Dann harmoniert er sowohl mit den vielfältigen Zutaten, die im Raclette-Pfännchen mit dem würzigen Käse überbacken werden, als auch mit dem Käse-Fondue.“

Silvaner zum Kartoffelsalat

Zu Kartoffelsalat und Würstchen passt für viele eher Bier oder ein Softgetränk. „Wer so denkt, dem entgeht ein herrlich harmonisches Geschmacksvergnügen“, meint Schindler. Ein fränkischer Silvaner etwa eigne sich hervorragend zu diesem Heiligabend-Klassiker, unabhängig von der Zubereitungsvariante des Kartoffelsalats. „Mit seinen leicht herben, kräutrigen Aromen und Noten von reifen Birnen und Heu greift er die Würze des Kartoffelsalats sehr schön auf. Je gehaltvoller das Dressing, desto opulenter kann auch der Wein sein“, so der Weinexperte.

Silvaner zählt zu den traditionellen deutschen Rebsorten mit einer langen Geschichte. Aufzeichnungen über die ersten Silvanerpflanzungen stammen aus dem fränkischen Ort Castell und gehen auf das Jahr 1659 zurück. In Franken wird die Silvanertradition besonders gelebt. Dort gibt es ihn oft im gebietstypischen Bocksbeutel, der in neuem Design auf dem Markt ist.

Süß und süß gesellt sich gern

Weintrauben für Eiswein
Weintrauben für Eiswein

Eiswein ist ein edler Begleiter für festliche Anlässe. „Das besondere beim Eiswein ist eine enorme natürliche Restsüße, die dank der frischen Fruchtsäure dennoch nicht aufdringlich wirkt“, erklärt Schindler. Eiswein eignet sich als Aperitif und als Partner zum Dessert – besonders zu fruchtigen Nachspeisen, Eis oder Sorbets – genauso wie zum Weihnachtsgebäck, wie etwa Vanillekipferl. Steffen Schindler empfiehlt außerdem eine Komposition, die zunächst etwas ungewöhnlich klingt: Eiswein und reifer Edelschimmelkäse. „Die salzigen bis leicht bitteren Noten des cremigen Käses und die fruchtig-süßen Aromen des konzentrierten Weines addieren sich zu einem besonderen Geschmackserlebnis.“

Das Geheimnis des Eisweins liegt in der dichten Konzentration der Beereninhaltsstoffe – ein Phänomen, das durch das Gefrieren der Beeren am Rebstock erreicht wird. Es braucht mindestens minus sieben Grad Celsius, bevor die Eiswein-Trauben gelesen werden dürfen. Eisweine haben in der Regel sehr hohe natürliche Restzuckergehalte von weit über 100 Gramm pro Liter, weisen aber nur relativ geringe Alkoholgehalte auf – oftmals nur um sieben Volumenprozent, manchmal sogar noch darunter. Das unterscheidet sie von den südländischen Süßweinen.

Schokolade und Wein

Zarter Schmelz, unvergleichliche Süße, feine Würze– ist das Wein oder Schokolade? Beides kann mit dieser Beschreibung sehr gut getroffen sein. Denn Wein und Schokolade haben weitaus mehr gemeinsam, als allgemein angenommen und lassen sich wunderbar kombinieren. "Die Liaison der Schokolade mit dem Schmelz und der üppigen Kraft eines edelsüßen Weines wie beispielsweise einer Beerenauslese oder gar Trockenbeerenauslese zeigt echte Verführungskünste" so Steffen Schindler.

Auch Rotweine sind als Begleiter von Schokolade willkommen. So lässt zum Beispiel eine würzig milde Lemberger Spätlese eine Vollmilchschokolade noch ausdrucksvoller erscheinen. Grundsätzlich gilt: "Je süßer die Schokolade, desto süßer und milder im Hinblick auf die Fruchtsäure sollte der Wein auftreten, damit die delikate Balance gewahrt bleibt", so der Weinexperte. Je dunkler die Schokolade und je höher ihr Kakaoanteil desto herber ist ihr Aroma. Zu diesen dunklen Sorten passen dichte, ausdrucksvolle Rotweine und geschmeidige aber deutlich wahrnehmbare Tannine: "Trockene Dornfelder und Lemberger, im Barrique oder Holzfass gereift, ergeben mit der Bitterschokolade zwar keine süße, aber eine perfekte Balance.

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