Sie sind hier:

Zahngesundheit: Fissurenversiegelung

Um Karies zu vermeiden, sollten Kinder morgens und abends gründlich die Zähne putzen. Als zusätzlichen Schutz bieten Zahnärzte oft eine Fissurenversiegelung an.

5 min
5 min
24.09.2020
24.09.2020
Video verfügbar bis 24.09.2021

Bei Kindern tritt Karies häufig an den Kauflächen der hinteren Backenzähne auf. Diese Flächen sind nicht glatt, sondern weisen Vertiefungen auf. An diese Fissuren und Grübchen können sich Speisereste leichter ansammeln und Bakterien vermehren, was letztlich zu Karies führen kann. Zahnärzte empfehlen deshalb häufig eine Versiegelung dieser Stellen, um die Eintrittspforten für Karies zu verschließen.

Karies vorbeugen durch Versiegeln?

Durch gründliches Zähneputzen (zwei Mal täglich mit Fluorid-Zahnpasta) können Zahnbeläge in der Regel effektiv entfernt werden. Eine Versiegelung der Kauflächen ist also nicht generell nötig.

Falls der Zahnarzt ein erhöhtes Kariesrisiko feststellt, kann eine Versiegelung aber als zusätzliche Kariesprophylaxe sinnvoll sein. Die kariesreduzierende Wirksamkeit ist durch Studien belegt. Empfohlen wird die Versiegelung insbesondere bei Kindern,
• die bereits Karies an anderen Zähnen haben oder hatten,
• bei denen die Mundhygiene nur begrenzt umsetzbar ist (zum Beispiel aufgrund von Allgemeinerkrankungen oder Behinderungen),
• deren Fissuren ein anatomisch besonders kariesanfälliges Relief haben.

Welche Zähne können versiegelt werden?

Im Kindesalter sind die Kauflächen der großen, bleibenden Backenzähne (Molaren) besonders oft von Karies betroffen. Diese Backenzähne werden deshalb mit Abstand am häufigsten versiegelt. Nur an diesen Zähnen werden im Alter von sechs bis 17 Jahren auch die Kosten für die Versiegelung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Theoretisch möglich sind Versiegelungen zwar auch an anderen Zähnen. Dann müssen allerdings die Eltern die Kosten von ungefähr 30 Euro pro Zahn selbst tragen.

Wann ist eine Versiegelung möglich?

Voraussetzung für eine Versiegelung ist die Mitarbeit der Kinder bei der Behandlung. Außerdem sollten die Fissuren und Grübchen kariesfrei sein.

Ist bereits eine kleine Karies im Bereich der Kaufläche vorhanden, kann eventuell eine erweiterte Fissurenversiegelung vorgenommen werden. Hierbei wird zunächst die Karies entfernt und anschließend der Defekt in die Versiegelung mit einbezogen. Dies setzt eine gründliche Diagnostik voraus.

Wie wird versiegelt?

Die ganze Behandlung dauert meistens nur ungefähr zehn bis zwanzig Minuten. Dafür müssen die Kauflächen gereinigt, angeraut und speichelfrei trockengelegt werden.

Ist die Trockenlegung nicht gut möglich, weil das Kind zum Beispiel unruhig ist oder die Zähne gerade erst durchgebrochen sind, wird manchmal Glasionomer-Zement (GIZ) verwendet. Aufgrund der längeren Haltbarkeit kommen in der Regel aber Kunststoffversiegelungen zum Einsatz. Diese halten je nach Verfahren ungefähr drei bis zehn Jahre. Wobei Reste der Versiegelungen auch noch länger in den Fissuren verbleiben können.

Welche Risiken bestehen?

• Allergien: In seltenen Fällen reagieren Kinder allergisch gegen das Kunststoffmaterial.
• Falsche Sicherheit: Eine Versiegelung allein bietet keinen zuverlässigen Kariesschutz. Andere Maßnahmen (insbesondere Zähne putzen, zahngesunde Ernährung) sollten unbedingt weiter befolgt werden.
• Versiegelungen müssen intakt und dicht sein, sonst wird das Kariesrisiko durch sie nicht mehr reduziert, sondern sogar erhöht. Versiegelungen müssen deshalb regelmäßig vom Zahnarzt kontrolliert und gegebenenfalls erneuert werden.

Weitere Gesundheitsthemen

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.