Angst vorm Fliegen

Prof. Dr. Jürgen Margraf über Flugangst

Verbraucher | Volle Kanne - Angst vorm Fliegen

Nicht jeder empfindet beim Flug in den Süden Urlaubsfreude. Viele Menschen leiden unter Flugangst. Professor Dr. Jürgen Margraf erklärt das Phänomen und gibt Tipps.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.07.2017, 14:00

Es gibt Menschen, die ihre Flugangst eigenständig unter Kontrolle bringen können. Andere wiederum benötigen professionelle Unterstützung.

Flugangst gibt es in verschiedenen Ausprägungen – nicht immer macht sie es den Betroffenen unmöglich per Flugzeug zu reisen. Dr. Jürgen Margraf, Professor für Klinische Psychologie und Psychotherapie: „Flugangst reicht von leichten Formen der Angst, die nahezu jeder kennt, bis hin zu schweren Formen, die dann fachlich als ‚spezifische Phobie‘ eingeordnet werden und behandlungsbedürftig sind. Zudem können Flugängste auch im Rahmen anderer Angststörungen auftreten.“

Die Symptome der Flugangst seien ebenfalls unterschiedlich und könnten sich sowohl physisch als auch psychisch äußern. Als Beispiele für körperliche Auswirkungen nennt Margraf unter anderem „Herzklopfen, Schwitzen, Schwindel, Zittern“. Eine geistige Auswirkung könne das ständige Kreisen der Gedanken um die vermeintliche Gefahr sein, was wiederum Vermeidung oder sogar Flucht zur Folge haben könne. „Bei einer Phobie von Krankheitswert sind diese Beschwerden so stark, dass sie ausgeprägtes Leiden verursachen, das Leben bedeutsam einschränken und nicht kontrolliert werden können.“

Turbulenzen als Auslöser

Typische Auslöser für Flugangst seien zum einen „unangenehme Erfahrungen beim Fliegen, etwa Turbulenzen“ und zum anderen „beunruhigende Informationen aus den Medien oder von anderen Menschen“.

Viele Betroffene, so Margraf weiter, würden es schaffen, ihre Flugangst eigenständig unter Kontrolle zu bringen: „Die meisten Menschen bewältigen schwächere Flugängste selbst oder werden zumindest nicht zu stark davon eingeschränkt. Auch bei stärkeren Flugängsten schaffen manche es, das Problem auf eigene Faust zu lösen.“ Eine bewährte Technik sei es, das Fliegen beziehungsweise dessen gefürchtete Aspekte gezielt zu trainieren: „Es geht darum, die Angst zu bekommen und zu erleben, wie sie wieder nachlässt, ohne dass man versucht, sie zu unterdrücken.“

Kognitive Verhaltenstherapie

Gelinge dies jedoch nicht, sei es sinnvoll, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen – beispielsweise in speziellen Flugangstseminaren oder bei Psychologischen Psychotherapeuten. „Grundsätzlich ist eine kognitive Verhaltenstherapie die Methode der Wahl bei Phobien, zu denen auch die Flugangst zählt. Diese Methode wird von den Krankenkassen bezahlt.“ Die Übungen zur Bewältigung der Flugangst könnten „in der Vorstellung, in realen Flugsituationen und mit Hilfe von virtueller Realität am PC“ durchgeführt werden.

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