Geförderte Sanierung

Das Eigenheim mit Fördermitteln auf Vordermann bringen

Verbraucher | Volle Kanne - Geförderte Sanierung

Wer Umbauten in den eigenen vier Wänden plant, etwa eine energetische Sanierung, kann Fördergelder in Anspruch nehmen. Nur welche kommen infrage? ZDF-Experte Volker Angres klärt auf.

Beitragslänge:
8 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.03.2017, 14:00

Die Eigentumswohnung seniorengerecht umbauen, das Eigenheim energetisch sanieren, die Heizungsanlage modernisieren: Wer größere Umbauten in den eigenen vier Wänden plant, kann Fördergelder in Anspruch nehmen. Es gibt zahlreiche Programme, mit denen Projekte verschiedenster Art gefördert werden.

Das Förderwesen in Deutschland ist relativ unübersichtlich, denn es gibt zahlreiche Anbieter, die für die unterschiedlichsten Bereiche Gelder zur Verfügung stellen: Bund, Länder, Städte, Gemeinden und Kreise haben Fördertöpfe, die an Häuslebauer und Wohnungseigentümer gerichtet sind. Speziell im Bereich der energetischen Sanierung sind auch die Energieversorger mit Förderprogrammen aktiv.

Die Förderung reicht von der Heizung über die Dämmung der Außenwände oder des Daches, bis hin zu Bereichen wie Einbruchschutz oder Barrierefreiheit. Auch der Erwerb oder der Bau eines neuen energieeffizienten Hauses wird gefördert. Der Förder-Markt ist in Bewegung: Alte Förderprogramme laufen aus, neue kommen hinzu – mit über 6000 unterschiedlichen Programmen ist Deutschland quasi ein Förderprogramm-Dschungel.

Antrag stellen lohnt sich

Rolf-Werner Caspers ist Miteigentümer und Verwalter eines Dreifamilienhauses. Er hat insgesamt 15.000 Euro in eine neue energieeffiziente Heizung investiert. Über ein Förderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erhielt er für das Projekt einen Zuschuss von 1500 Euro. Abzüglich der Beratungskosten von 165 Euro bei einem Fördermittel-Service, blieb Herrn Caspers immerhin eine Netto-Förderung von 1350 Euro.

„Viele Menschen stellen erst gar keine Anträge, da der Papierkrieg sie abschreckt“, sagt Volker Angres, Leiter der ZDF-Umweltredaktion. Dabei liege das Geld buchstäblich auf der Straße: „Allein bei der KfW sind insgesamt rund 40 Milliarden Euro in Form von vergünstigten Krediten oder direkten Zuschüssen als Fördermittel vorhanden.“ Allerdings gelte es zu beachten, dass bei geförderten Projekten oftmals ein höherer Aufwand beim Umbau oder bei der Sanierung betrieben werden müsse, als gesetzlich vorgeschrieben, etwa bei der Dämmung. „Besonders wenn ohnehin Maßnahmen anstehen, kann eine Förderung helfen, die Gesamtkosten zu senken“, rät Angres.

Beratung und Hilfe

Die Arten der Förderung sind so vielfältig und individuell wie die Bedürfnisse der Kunden. Wer ein Förderprogramm in Anspruch nehmen möchte, sollte sich beraten lassen. Dies ist entweder bei den Anbietern selbst oder aber bei Service-Agenturen möglich, die die Förderprogramme auch vermitteln, wie zum Beispiel die Förderdatenbank. Beim Neubau und bei energetischen Modernisierungen sollte ein Energieberater hinzugezogen werden, der auch in der Lage sein sollte, Auskunft über Fördergelder zu geben.

Erste Orientierung bei der Suche nach einem Energieberater bieten Listen anerkannter Institutionen, wie die sogenannte dena-Expertenliste ( Energieeffizienz-Experten) oder Architektenlisten; beim Umbau oder Einbau einer neuen Heizung helfen auch Listen von Ingenieurkammern. Innungen bieten zudem eigene Listen mit Schornsteinfegern oder Installateuren an, die beim Bauvorhaben zur Umsetzung hinzugezogen werden. Wichtig sind auch Erfahrungswerte aus der Nachbarschaft. Idealerweise sollten Sie mehrere Anbieter anfragen und sowohl Kosten als auch Leistungen vergleichen.

Zuschuss für Beratung

„Um einen Zuschuss für eine Vor-Ort-Beratung zu erhalten, stellt der Energieberater einen Antrag beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle. Der Zuschuss beträgt 60 Prozent der Beraterkosten und liegt bei Ein- und Zweifamilienhäusern maximal bei 800 Euro, bei Dreifamilienhäusern bei maximal 1100 Euro“, ergänzt Volker Angres. Eine baubegleitende Energieberatung werde mit 50 Prozent der Kosten bis zu einem Betrag von maximal 4000 Euro gefördert, so Angres weiter.

Staatliche Zuschüsse sind mit weiteren Zuschüssen aus Töpfen des Landes, der Stadt, der Gemeinde oder von Energieversorgern in jenem Maße kombinierbar, wie es die Vorgaben der jeweiligen Förderungen zulassen. „Diese Einschränkungen fallen je nach Programm recht unterschiedlich aus. Man muss also jeden Fall einzeln betrachten“, sagt Volker Angres.

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