Freezing und Sturzgefahr bei Parkinson

Verbraucher | Volle Kanne - Freezing und Sturzgefahr bei Parkinson

Parkinson-Patienten müssen mit vielen Symptomen kämpfen. Immerhin: Einige, wie das Freezing oder der Verlust der Posturalen Kontrolle, lassen sich mit Tricks beheben.

Beitragslänge:
5 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 11.04.2018, 09:05

Bei Parkinsonpatienten kommt es häufig zu Gang- und Bewegungsstörungen, die sich durch Medikamente kaum beeinflussen lassen. Dazu gehören zum Beispiel das Einfrieren von Bewegungen, das sogenannte Freezing, aber auch der Verlust der Posturalen Kontrolle, der Kontrolle über das Aufrechthalten des Körpers. Es kommt zu Stürzen. Aber es gibt Tricks, wie man den Körper überlisten kann, damit dieser das tut, was man von ihm verlangt.

Freezing

Sie wollen durch eine Tür gehen und kommen an der Schwelle nicht vorwärts. Ihre Bewegungen sind eingefroren. Die Beine wollen einfach nicht, weil das Gehirn den Befehl dazu nicht gibt oder die Befehle des Gehirns nicht an die Muskeln weitergeleitet werden. So geht es häufig Parkinson-Patienten - oft beim nächtlichen Toilettengang. Immer, wenn sich an ihrem normalen Gangfluss etwas verändert, wenn sie die Bewegungsrichtung verändern, sich auf der Stelle drehen, oder wenn sie durch enge Passagen gehen müssen, treten diese Blockaden auf. Der Grund dafür ist noch nicht genau erforscht.

Man weiß, dass das Freezing nicht auf die normalen Parkinson-Medikamente anspricht. Es wird zwar vermutet, dass möglicherweise andere Zentren im Gehirn dafür verantwortlich sind. Diese sind aber noch nicht ausreichend identifiziert.

Rhythmushilfen und optische Hilfsmittel

Die Blockade beim Gehen kann manchmal aufgehoben werden, wenn man sich einen Rhythmus vorzählt, oder der Partner gibt die Hilfe, indem er laut "1,2,3" zählt und im Anschluss ein Zeichen gibt, um loszugehen. Einige Patienten singen auch rhythmische Marschmusik vor sich hin.

Sind die Bewegungen eingefroren, hilft es einigen Patienten, sich sogar noch ein zusätzliches optisches Hindernis zu schaffen, das sie überwinden müssen, beispielsweise durch Aufkleben von zwei bunten Klebestreifen vor die Türschwelle im Abstand einer Fuß-Länge. Diese müssen dann zuerst überstiegen werden, bevor der Gang fortgesetzt wird. Moderne Hilfsmittel, zum Beispiel Freezing-Stöcke, aus denen in etwa 20 Zentimetern Höhe ein kleiner Plastikstab ausklappt, der überstiegen werden muss, oder ein Stock, der eine Barriere mit Laserstrahl auf den Boden zeichnet, sind ebenfalls auf dem Markt. Sie werden allerdings nicht immer von den Kassen bezahlt.

Posturale Kontrolle

Die Haltungskontrolle oder posturale Stabilität ist ein komplexer Vorgang, der Gesunden gar nicht bewusst ist, weil sie aufrecht stehen. Das Wesentliche ist es, den Körperschwerpunkt über die Füße zu bringen, damit man nicht das Gleichgewicht verliert und stürzt. Diese Fähigkeit haben Parkinsonpatienten teilweise verloren. Die Folge: Die Patienten können sich bei raschen Richtungswechseln nicht mehr genügend stabilisieren. Es kommt zu Stürzen - oft nach hinten, nach vorne und zur Seite.

Eine begleitende Physiotherapie ist für Parkinsonpatienten eine wichtige Säule der Behandlung, weil sie die Symptome behandelt, die sich medikamentös nicht beeinflussen lassen. Eine Physiotherapie sollte auf jeden Fall unter Anleitung durchgeführt werden. Als Sturzprophylaxe eignen sich Gang- und Gleichgewichtstraining sowie Balancetraining unter erschwerten Bedingungen, zum Beispiel auf weichem Untergrund oder einem Balance Pad.

Physiotherapie: Einüben von Schutzschritten

Ein gesunder Mensch macht Schutzschritte, zum Beispiel kleine Schritte reflexartig nach hinten, nach vorne oder zur Seite, wenn er aus dem Gleichgewicht gebracht wird. Bei Parkinsonpatienten geht dieser Reflex verloren. Doch man kann ihn mit intensivem Training wieder einüben. Dabei werden kleine Ausfallschritte nach vorne, nach hinten oder zur Seite gemacht.

Die Voraussetzung: Sehr intensives Üben, sowohl unter Anleitung als auch zu Hause. Ärzte halten ein Training zweimal die Woche unter Anleitung und zusätzlich zweimal die Woche zu Hause mit einem Partner für ideal, um einen messbaren Effekt zu erzielen. Rückgängig machen lassen sich die Einschränkungen nicht, aber man kann den Ist-Zustand verbessern und den Verlauf der Krankheit verlangsamen.

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