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Frühlingsstauden für Beet und Balkon

Tipps von Pflanzenexperte Elmai Mai

Neben den klassischen Sommerblumen à la Geranien und Petunien sorgen Stauden für Abwechlsung und Farbe im Beet, Balkonkasten oder Kübel. Gartenexperte Elmar Mai zeigt, worauf es bei der Gestaltung ankommt.

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6 min
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13.05.2020
Video verfügbar bis 13.05.2021

Als Stauden bezeichnet man alle Pflanzen, die mehrjährig sind, aber keine verholzenden Teile ausbilden, wie es etwa bei Sträuchern der Fall ist. "Aber die Trennung ist nicht ganz so scharf, es gibt Übergänge", weiß Gartenexperte Elmar Mai. Stauden unterscheiden sich auch von einjährigen Pflanzen, aber auch hier gibt es mit den zweijährigen oder mit sehr kurzlebigen Stauden fließende Übergänge. „Staude“ ist daher mehr Gärtnersprache als eine botanische Klassifizierung.

Stauden sind ideal für eine räumliche Gartengestaltung. "Um tiefe Räume zu gestalten, benötigt man Pflanzen, die gleiche Standortansprüche an Licht und Boden besitzen, aber unterschiedliche Größen haben", weiß Elmar Mai. Die Pflanzen sollten sich in ihrer Belaubung unterscheiden, um kein Einheitsgrün, sondern interessante Strukturen zu schaffen. Es gibt frühblühende, sommerblühende und herbstblühende Stauden. Bei der Bepflanzung sollte man darauf achten, dass man Stauden mit unterschiedlichem Blühzeitraum kombiniert, damit es nicht nur zu einer Jahreszeit schön ist.

Pflanztermine 2020

"Das Frühjahr 2020 ist bisher in mehrerlei Hinsicht ungewöhnlich verlaufen", erklärt Gartenexperte Elmar Mai. "Eine der Verrücktheiten ist dem Wetter geschuldet: Es hat einen völlig atypischen Verlauf genommen." Grund dafür ist die frühe sommerliche Wärme im März und April, wohingegen sich Mitte Mai plötzlich wieder Frost eingestellt hat. Zusätzlich ist mit weiteren Kälteeinbrüchen zu rechnen, da noch viel Kaltluft in den Polargebieten lagert. "Daher sollte von empfindlichen Balkonblumen vorerst Abstand genommen werden", rät der Pflanzenexperte. "Auch wenn die Eisheiligen als klassischer Pflanztermin kurz vor der Tür stehen."

Standorte für Stauden

Viele frühblühende Stauden wie beispielsweise das Steinkraut, die Blaukissen, die Schleifenblume oder der Polsterphlox bilden mit der Zeit breite Polster und können als schöne Unterpflanzung in Kübeln eingesetzt werden. "Wer einen kleinen Vorgarten hat oder sogar 'nur' eine Baumscheibe vor der Haustür verschönern möchte, kann mit diesen robusten Stauden nichts falsch machen", so Gartenexperte Elmar Mai. "Sie sind universell einsetzbar, Sonne vorausgesetzt."

Pflanzen für Balkonkasten und Kübel

Elmar Mai: "Es hat sich in den letzten Jahren ohnehin eingebürgert, die Balkonkästen oder Kübel wesentlich bunter und abwechslungsreicher zu gestalten, als mit reinen Sommerblumen à la Geranien oder Petunien." Hinzu kommt, dass viele Stauden einen mindestens genauso interessanten Zierwert besitzen - seien es die Blätter oder interessante Blüten. Naturliebhaber wählen Pflanzen aus, die auch hungrigen Insekten als Nahrung dienen.

Klimawandel: Welche Stauden halten Hitze und Trockenheit stand?

"Wer in den letzten Jahren aufgrund der Hitze und Trockenheit Probleme mit seinen Balkonkästen hatte, kann auf Steingartenstauden ausweichen, die zum Teil sehr leidensfähig sind," empfiehlt Elmar Mai. Sedum- und Sempervivum-Arten gibt es in einer bunten Sortenvielfalt. Zudem sind die Pflanzen, wenn sie beispielsweise mit Steinen zwischendrin arrangiert werden, auch ohne Blüten ausgesprochen attraktiv. Da es sich um heimische Pflanzen handelt, sind die Blüten auch eine Bereicherung für Insekten.

Stauden pflanzen, pflegen und schneiden

Rote Teppichphlox
Rote Teppichphlox
Quelle: imago/imagebroker

Zur Anlage sollte man unbedingt frische Erde verwenden, die nicht ausgelaugt und verbacken, sondern luftig und mit Nährstoffen angereichert ist. Alte Erde lässt sich zwar recyceln, sie sollte jedoch sorgfältig durchgesiebt werden und von alten Wurzelresten befreit sein. Etwa die Hälfte dieser Erde mit neuer Erde vermischen. Gedüngt wird zum ersten Mal nach circa zwei Wochen - am besten mit organischem Langzeitdünger. Wasserspeicherkästen vermeiden zu starke Feuchtigkeitsschwankungen.

Stauden sind generell pflegeleicht. "Es ist intelligent, Arten mit verschiedenen Wuchseigenschaften zu kombinieren, um den verfügbaren Raum optimal zu nutzen", rät der Gartenexperte. Polsterstauden um hochwachsende Formen zu gruppieren, verhindert beispielsweise, dass die Arten verfilzen. Stauden können sich gut einfügen und sind daher selbst für Balkonkästen oder Pflanzschalen geeignet. Im Frühjahr ist die ideale Pflanzzeit. Erstens sind Lücken im Garten schon gut erkennbar, die sich schnell schließen lassen, zweitens ist der Boden noch kühl und feucht und die Pflanzen können besonders stressfrei einwurzeln. Genau dann sollten Stauden auch gut mit Dünger versorgt werden. "Am besten organischen Langzeitdünger nehmen, denn ab sofort ist volle Leistung gefragt", rät Elmar Mai.

Der Pflegeaufwand ist gering: Man sollte jetzt in allererster Linie genießen. Der Schnitt bei Stauden ist sehr stark von ihrer Art abhängig. Man sollte erst mit dem Rückschnitt beginnen, wenn die Stauden verblüht sind. Das kann je nach Blühzeitraum der Pflanzen sehr stark variieren. Zwiebelpflanzen sollte man keinesfalls schneiden, sondern komplett einziehen lassen, damit sie alle Wertstoffe für die nächste Blüte in die Zwiebel einlagern können. Polsterstauden sollte man allerdings unmittelbar nach der Blüte schneiden, weil sie dadurch verjüngt werden und beim nächsten Mal noch schöner blühen. Hier ist es immer angebracht, alles Verblühte und etwa ein Drittel vom Laub wegzuschneiden. Lästig können eventuell Schnecken werden. Da Stauden aber sehr schnell wachsen, kompensieren sie den Fraßschaden meist schnell wieder.

Tipp für langanhaltende Blütezeit

Da die meisten Frühjahrsstauden, zum Beispiel Vergissmeinnicht oder Goldlack, nicht dauerhaft mit der Blüte durchhalten, gibt es einen Trick: Sie werden mitsamt dem Topf in den Kasten gesetzt und beim Gießen genauer im Auge behalten. "Ist die Zeit gekommen, kann der Topf mit der Pflanze komplett entnommen und in den Garten gesetzt werden. Lücken lassen sich mit einer ausgetopften Sommerblume recht einfach schließen. So werden die Nachbarwurzeln am wenigsten beeinträchtigt."

Raffinessen der Gestaltung

Staudenbeet
Staudenbeet
Quelle: imago/blickwinkel

"Ein Staudenbeet plant man wie ein Klassenfoto: Die Großen nach hinten, die Kleinen nach vorne, damit sie alle zu sehen sind"“, erläutert Elmar Mai das Prinzip. Als erstes muss man sich über die Wuchshöhe informieren. Je nach Tiefe des Beetes kann man zwei, drei oder vier parallele Bereiche einplanen. Damit das Arrangement nicht zu statisch wirkt, sollte man nicht nur gerade Reihen, sondern auch mal geschwungene Linien pflanzen. "Man kann auch bewusst mal eine größere Pflanze nach vorne setzen, das gibt Spannung und kann einzelne Punkte betonen", rät Elmar Mai.

Die Pflanzen sollten sich in ihrer Belaubung unterscheiden, um nicht ein Einheitsgrün zu erzeugen und die Blütenfarben müssen zusammenpassen. Dabei ist es natürlich dem persönlichen Geschmack überlassen, ob man es eher kunterbunt oder Ton in Ton mag – oder sogar als ganz große Gartenkunst einen Farbwechsel im Laufe des Jahres plant. Farben, die nicht miteinander harmonieren, können zum Beispiel mit weißen Blattstauden oder Blattschmuckstauden dazwischen optisch isoliert werden, sodass trotzdem ein harmonisches Bild entsteht. Sehr gut eignen sich zum Beispiel weiße Hortensien, Hosta (Funkien) oder Heuchera. Vor allem Zwiebelblumen sind nach der Blüte oft unschön und hinterlassen nach dem kompletten Einziehen im Juni Lücken, die man durch eine geschickte Planung verstecken kann. Wichtig ist eine gewisse Blütenkonstanz, um das Beet ganzjährig attraktiv zu halten.

Verschiedene Staudentypen

Frühblühende Stauden

Frühblühende Stauden gibt es sowohl für schattige als auch für sonnige Standorte. Neben hoch wachsenden Arten sind auch niedrig wachsende für kleine Beete oder den Balkon erhältlich. Kombiniert man unterschiedliche Stauden, lassen sich gezielt Akzente setzen.

Die Blattschmuckstaude: vielfältig und kombinierbar

Viele Blattschmuckstauden gibt es mittlerweile in verschiedenen Sorten. Diese haben ausdruckstarke Laubfarben, wie etwa leuchtend frische Grüntöne oder kontrastreiche dunkle Blättern in bordeauxrot oder rot, aber auch in knalligen Tönen in orange oder gelb. Um alle Dimensionen zu nutzen, lassen sich hängende Pflanzen wie Mühlenbeckia oder Lysimacha hervorragend mit aufrecht wachsenden Gräsern kombinieren.

Prachtstauden

Prachtstauden zeichnen sich durch besonders dekorative Blätter oder große Blüten aus. "Um sie voll zur Geltung zu bringen, brauchen sie eine Art Hofstaat", erklärt Pflanzenexperte Elmar Mai. Bei einer geschickten Gartenplanung geht es daher immer darum, Gesamtbilder zu gestalten. Begleitstauden geben den Prachtstauden einen Rahmen, in dem sie wirken können. Im Idealfall sind es Stauden, die zur Blütezeit der Prachtstauden nicht blühen, um nicht abzulenken, selbst aber zu einem anderen Zeitpunkt durch eine schöne Blüte die Blicke auf sich ziehen. Zudem sollten die Pflanzen die gleichen Standortansprüche an Licht und Boden besitzen.

Pflegehinweise für Prachtstauden

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