Fußpflege: Fisch statt Feile?

Welchen Nutzen haben Fisch-Pediküren & Fisch-Kuren?

Verbraucher | Volle Kanne - Fußpflege: Fisch statt Feile?

In immer mehr Städten Deutschlands wird die sogenannte Fisch-Pediküre angeboten. Dabei werden die Füße in Aquarien von Kangal-Fischen angeknabbert.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.04.2017, 14:00

Es gibt sie immer mehr in Deutschland: Fisch-Pediküre. Zu finden ist sie in Kosmetik-Studios oder Friseur-Salons. Kunden können hier ihre Füße in Aquarien mit Kangalfischen baden. Die kleinen Fische aus der Familie der Karpfen knabbern dabei menschliche Hautschuppen ab. Durch ihre „Arbeit“ entfernen sie die oberste, gelockerte Hautschicht ihrer Kunden und sollen dabei babyzarte Haut hinterlassen.

Natürlicherweise kommen die Minikarpfen unter anderem in der Türkei vor. Dort leben sie in Thermalquellen in der Nähe der Kleinstadt Kangal – daher auch der Name Kangalfische. In diesen Quellen, die über 30 Grad warm sind, ernähren sie sich vom spärlichen Algenbewuchs auf den Steinen. Aber auch die Hautschuppen von Badegästen dienen den Fischen als Nahrungsquelle. Kangalfische in deutschen Fisch-Pediküre-Studios kommen nicht aus der Türkei, sondern werden eigens für diesen Zweck gezüchtet.

Welche Vorteile bringt das Fisch-Bad?

In kosmetischer Hinsicht knabbern beziehungsweise stupsen die Fische überschüssige Hautschuppen ab. So sollen sie bei ihren Kunden zarte Haut hinterlassen. Bei dicker Hornhaut funktioniert das allerdings nicht. Wer es mag, der bekommt bei einer Fisch-Pediküre eine Micro-Massage, denn so fühlt sich das Anstupsen der Fische an. Der entspannende Wellness-Aspekt steht hier im Vordergrund. Für kitzlige Menschen könnte allerdings das Fisch-Bad nicht ganz so angenehm sein.

Nutzen einer Fisch-Kur

Carp feeding on legs of person suffering from Psoriasis to treat their disease, Turkey PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY 1057214 SusanxMcMillan

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In einem Bad in der Türkei knabbern die Fische menschliche Hautschuppen ab. Quelle: imago stock&people

Im Herkunftsland der Kangalfische nutzt man die Tiere auch zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis). Bei den türkischen Fischkuren gehen Patienten für circa drei bis vier Wochen mehrere Stunden täglich mit den Fischen baden. Während des ausgedehnten Bades stupsen die Fische die oberste, kranke Hautschicht der Patienten ab. Gehen die Patienten nach dem Bad ins Freie, kann die UV-Strahlung des natürlichen Sonnenlichtes besser in die Haut eindringen und die Schuppenflechte so natürlich bekämpfen.

Auch in Deutschland geht man mit UV-Licht gegen Schuppenflechte vor. Hier übernehmen allerdings Cremes die vorbereitende Arbeit der Fische. Sehr vereinzelt gibt es auch bei uns Fisch-Kur-Angebote gegen Schuppenflechte. Der Nutzen dieser Kuren ist jedoch nicht ausreichend wissenschaftlich belegt. Ohne eine Begleit-Behandlung mit UV-Licht können die Fische aber scheinbar nicht viel gegen die Schuppenflechte ausrichten.

Worauf Sie bei der Fisch-Pediküre achten sollten

Die Eröffnung eines Fisch-Pediküre-Studios muss vom ansässigen Veterinäramt genehmigt werden. Die Veterinärmediziner achten hierbei ausschließlich auf das Wohl der Fische. So haben Betreiber von Fisch-Pediküre-Studios zahlreiche Vorschriften zu beachten und gewisse Normen zu erfüllen – alles im Sinne des Tierschutzes. Hinsichtlich der Hygiene dieser Studios gibt es keine allgemein vorgeschriebenen Richtlinien.

Fisch-Pediküre-Kunden sollten daher auf Folgendes achten: Sind die Fischbecken sauber? Ist das Wasser klar? Sind die Fische munter? Außerdem sollte auf jeden Fall vor dem Fischbad ein Fußbad gemacht werden. Dies säubert die Füße, ist somit gut für die Hygiene und der Inspektion der Füße zuträglich. Denn auch das muss sein: Eine gründliche Begutachtung der Füße! Nur gesunde Füße ohne Fußpilz, Warzen, offene Wunden oder ähnliches dürfen mit den Fischen baden. Da das Wasser zum Schutz der Fische nicht gechlort werden darf, muss in dieser Weise auf Hygiene und Infektionsschutz geachtet werden.

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