Gebrauchtwagen von Privatpersonen

Petra Gorisch vom ADAC hat Tipps

Verbraucher | Volle Kanne - Gebrauchtwagen von Privatpersonen

Bei Gebrauchtwagen lässt sich immer mal wieder ein richtiges Schnäppchen ergattern. Allerdings kann man auch gehörig reinfallen. Petra Gorisch vom ADAC erklärt, worauf man beim Kauf achten sollte.

Beitragslänge:
9 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 04.03.2017, 14:00

Privatpersonen, die Gebrauchtwagen verkaufen, sind nicht zur Sachmängelhaftung verpflichtet. Deshalb sollten Käufer diese Wagen gründlich prüfen.

Wenn man einen Gebrauchtwagen von einer Privatperson kaufen will, sollte man nicht nur auf den Zustand des Autos, sondern auch auf das Verhalten des Besitzers achten. Petra Gorisch vom ADAC: „Eine Probefahrt sollte immer erlaubt sein. Ist das nicht gewollt, darf das stutzig machen. Antwortet der Verkäufer auf Nachfragen nur zögerlich oder ausweichend, ist das auch nicht sehr vertrauenserweckend. Fehlen nahezu alle Unterlagen aus der Historie des Fahrzeugs, ist das beinahe ein ‚Wink mit dem Zaunpfahl‘.“
Beim Auto selbst sei vor allem der erste Eindruck wichtig; beim genaueren Betrachten sollte man dann auf einige Details achten – zum Beispiel ob der augenscheinliche Fahrzeugzustand zum angeblichen Kilometerstand passt. Sei das nicht der Fall, könne ein Blick in den Motorraum zumindest Anhaltspunkte für den tatsächlichen Kilometerstand liefern: „Die Werkstatt vermerkt Datum und Kilometerstand des letzten Ölwechsels immer auf einem kleinen Zettel.“ Mit einem Blick in den Motorraum könne man zudem feststellen, „ob der Motor über Gebühr verölt ist“. Ebenfalls misstrauisch werden sollte man bei sichtbaren Rostspuren oder ungenauen Spaltmaßen an der Karosserie: „Solche Dinge deuten auf eventuelle Unfallschäden hin.“ Darüber hinaus sollten die Reifen nicht zu abgenutzt sein, denn wenn das Profil flach oder die Flanken spröde sind, werde in absehbarer Zeit ein neuer Reifensatz fällig.

Kein Kauf ohne Probefahrt

Bei einer Probefahrt könne man dann prüfen, ob der optische Eindruck sich bestätigt. Außerdem könne man bei dieser Gelegenheit auf weitere Details achten; etwa ob die Bremsen ordentlich greifen oder ob es untypische Geräusche gibt. Gorisch: „Ein Kauf ohne Probefahrt endet häufig in einer Enttäuschung.“

Diese gründliche Prüfung des Autos durch den Interessenten ist auch deshalb so wichtig, weil eine Privatperson, die ein Auto verkauft, im Gegensatz zu einem Unternehmer nicht zur sogenannten Sachmängelhaftung verpflichtet ist. Als Unternehmer gelten in diesem Zusammenhang nicht nur Fahrzeughändler, sondern beispielsweise auch Handwerker, die ihre gebrauchten Firmenfahrzeuge verkaufen. Gorisch: „Der Unternehmer haftet grundsätzlich für alle Mängel am Fahrzeug, soweit sie nicht in den Bereich der Abnutzung und des Verschleißes fallen. Der Käufer kann also eine kostenfreie Reparatur verlangen und wenn diese verweigert wird, den Preis mindern oder vom Vertrag zurücktreten.“ Der Privatverkäufer hingegen könne die Sachmängelhaftung im Kaufvertrag ausdrücklich ausschließen – „was er üblicherweise auch tun wird“. Meistens würden hierfür standardisierte Kaufverträge genutzt, die den Ausschluss der Haftung in rechtlich korrekter Form beinhalten.

Täuschung ist nicht erlaubt

Aber auch wenn der Privatverkäufer nicht zur Sachmängelhaftung verpflichtet ist – Täuschung ist ihm nicht erlaubt: „Für arglistig verschwiegene Mängel haftet er.“ Arglist liege vor, wenn der Verkäufer den Fahrzeugmangel kenne und diesen dem Käufer verschweige: „Auf ihm bekannte wesentliche Mängel des Fahrzeuges, zum Beispiel Unfallschäden, muss der Verkäufer auch ohne ausdrückliche Frage hinweisen.“

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