Gebühren für Girokonten

Banken schaffen kostenlose Konten ab

Verbraucher | Volle Kanne - Gebühren für Girokonten

Einige Banken haben angekündigt, dass ihre Girokonten künftig nicht mehr kostenlos sein werden.

Beitragslänge:
7 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 01.04.2017, 14:00

Die Banken wollen die von der Europäischen Zentralbank erhobenen Negativzinsen mit einer Erhöhung der Gebühren für Privatkunden kompensieren.

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, wird in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ mit folgenden Worten zitiert: „Die Zeit kostenloser Girokonten ist vorbei.“ Ähnlich äußert sich Joachim Wuermeling, Vorstand des Verbands der Sparda-Banken: „Ich rechne damit, dass wir auf breiter Front Preissteigerungen sehen werden.“

Die Banken müssen für ihre Einlagen bei der Europäischen Zentralbank Negativzinsen bezahlen – haben aber bisher davon abgesehen, diese auf ihre Privatkunden umzulegen. Eine Möglichkeit ihre Verluste trotzdem auszugleichen, ist die Einführung beziehungsweise Erhöhung von Gebühren für Girokonten. Markus Feck von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen sagt dazu: „Früher waren die Girokonten die Ankerprodukte, um Kunden zu locken und andere Dinge zu verkaufen – das ist heute nicht mehr so.“

Kleingedrucktes lesen

Eine Gebührenerhöhung müsse dem Kunden aber mindestens zwei Monate vorher angekündigt werden, dieser wiederum habe dann das Recht das Konto aufzulösen. Allerdings gelte „Schweigen als Zustimmung“, weshalb Feck dazu rät, alle schriftlichen Dokumente, die einem die Bank zukommen lässt, aufmerksam zu lesen: „Diese Schreiben können aussehen wie Werbeschreiben oder es steht nur auf dem Kontoauszug.“ Und wer ein Girokonto neu eröffnen will, solle auf jeden Fall das Kleingedruckte im Vertrag lesen, da auch für ein nominell gebührenfreies Konto de facto Gebühren fällig werden könnten – etwa für die EC-Karte.

Den derzeitigen Trend bei den Banken, Gebühren einzuführen beziehungsweise zu erhöhen, hält Feck aber nicht für unumkehrbar: „Wenn das Zahlungskontengesetz wirkt und es höhere Fluktuationen gibt, werden die Banken vielleicht wieder an der Entgeltschraube drehen.“

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